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Was Ihr Blut über Ihre Gesundheit verrät

Wenn der Körper nicht reibungslos funktioniert, zeigt sich dies auch im Blut. Neben einer körperlichen Untersuchung kann eine Blutuntersuchung daher viel über den Gesundheitszustand aussagen. Die Werte geben zum Beispiel Auskunft über die Funktion von Organen, die Konzentration von Hormonen oder die Existenz von Viren im Körper.
Aufgaben des Blutes
  • Transport von Sauerstoff, Hormonen, Botenstoffen und Nährstoffen in die Zellen
  • Regulation der Körpertemperatur und des Wasser-, Salz- und Säurehaushaltes des Körpers
  • Bekämpfung von Krankheitserregern, die in den Körper eingedrungen sind

Bei einer Blutentnahme wird das Blut in verschiedenfarbige Probenröhrchen gefüllt. Die Farben sind unterschiedlichen Analysen zugeordnet. Denn nur mit einem Untersuchungsverfahren können nicht alle Blutwerte bestimmt werden, die der Arzt für seine Diagnose benötigt. Welche Werte notwendig sind, wird je nach Symptomen entschieden.

Manche Blutwerte können durch Nahrung, Getränke und Medikamente verändert werden, zum Beispiel Blutzucker- und Leberwerte. Der Patient muss dann „nüchtern bleiben“, d.h. er darf 8 bis 12 Stunden vor der Blutentnahme außer Wasser nichts zu sich nehmen. Ein Aussetzen von Medikamenten ist vorab mit dem Arzt zu klären.

Bestandteile des Blutes
  • ca. 55 % Blutplasma

Blutplasma enthält Wasser, Salze, Eiweiße, Glukose, Fett, Vitamine, Hormone und Stoffwechselprodukte.

  • ca. 45% Blutzellen

Blutzellen werden in rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen unterteilt.

Kleines Blutbild

Bei einem kleinen Blutbild werden Anzahl, Aussehen, Größe und Verteilung der Blutzellen, d.h. rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen, untersucht. Zudem werden der Hämoglobin- und der Hämatokritwert gemessen. So wird ermittelt, ob die Zusammensetzung der Blutzellen, die Blutbildung und der Blutabbau funktionieren.
Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) übernehmen vor allem den Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport. Durch eine verringerte Anzahl von roten Blutkörperchen kann, im Vergleich zu einem gesunden Menschen, weniger Sauerstoff in den Körperzellen transportiert werden. Ein zu hoher Wert an roten Blutkörperchen kann ein Hinweis auf eine Erkrankung sein.
Hämoglobin ist der Farbstoff, der dem Blut seine rote Farbe verleiht. Er befindet sich im Inneren der Erythrozyten und ist für die Bindung von Sauerstoff und Kohlendioxid verantwortlich. Ein zu niedriger Wert deutet auf eine Blutarmut hin.
Hämatokrit zeigt, in welchem Verhältnis sich feste und flüssige Bestandteile im Blut befinden. Je höher der Wert ist, desto dickflüssiger ist das Blut und desto beschwerlicher fließt es. Das Risiko für Blutgerinnsel ist bei „dickem Blut“ erhöht.
Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) gehören zum Abwehrsystem des Körpers. Sie erkennen körperfremde Zellen und können Krankheitserreger bekämpfen. Ein zu niedriger Wert kann auf eine Immunschwäche hinweisen. Ein zu hoher Wert ist ein Zeichen für eine Infektion: Der Körper braucht viele Leukozyten, um die Eindringlinge zu bekämpfen.
Blutplättchen (Thrombozyten) sind ein wichtiger Bestandteil für die Blutgerinnung. Damit bei Verletzungen so wenig Blut wie möglich verloren geht, dichten die Thrombozyten verletztes Blutgewebe schnell ab.

Großes Blutbild

Das große Blutbild besteht aus dem kleinen Blutbild und dem Differentialblutbild. Die weißen Blutzellen (Leukozyten) werden beim großen Blutbild (Differentialblutbild) in Untergruppen und Reifungsstufen – den Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten – unterschieden (differenziert). So können beispielsweise Blutkrankheiten, Infektionen oder Entzündungen genauer analysiert und Hinweise auf ihre Ursachen ermittelt werden.
Granulozyten bekämpfen Krankheitserreger. Sie werden in folgende Untergruppen eingeteilt: Die neutrophilen stabkernigen, neutrophilen segmentkernigen, eosinophilen und basophilen Granulozyten. Diese werden im Knochenmark gebildet und weiter ins Blut abgegeben.
Lymphozyten werden in B- und T-Lymphozyten sowie natürliche Killerzellen unterschieden. Ihre Aufgabe ist die Erkennung von Krankheitserregern und deren Beseitigung. Sie bilden Antikörper gegen bestimmte Erreger. Wie die Granulozyten werden auch die Lymphozyten im Knochenmark gebildet.
Monozyten sind nur kurz im Blutkreislauf. Sie wandern ins Gewebe und wandeln sich in Makrophagen um, die als „Fresszellen“ Erreger aufnehmen, unschädlich machen und verdauen. Zudem können sie das Immunsystem aktivieren.

Weitere Untersuchungen

Gerinnungsparameter
Gerinnungsparameter sind labormedizinische Untersuchungsverfahren, die die Blutgerinnung überprüfen. Die Blutgerinnung ist für den Menschen sehr wichtig, um bei Verletzungen ein Verbluten zu verhindern. Gleichzeitig darf die Gerinnung nicht übersteigert sein, da sonst das Blut im Körper verklumpt (Thrombose). Ein kompliziertes System von gerinnungsfördernden und gerinnungshemmenden Faktoren hält das empfindliche System im Gleichgewicht.

Klinisch-chemische Parameter
Durch weitere Untersuchungen des Blutes und seiner Bestandteile können Blutzucker, Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte, Hormone, Mineralien, Vitamine, Eiweiße und vieles mehr ermittelt werden.

Ein zu hoher oder zu niedriger Blutwert kann viele Ursachen haben. Nicht immer steckt eine Erkrankung dahinter. Sprechen Sie über Ihre Fragen und Werte mit Ihrem behandelnden Arzt.

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