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Kinder-Reha bei Sprachstörungen

Raus mit der Sprache

Sprachstörungen bei Kindern nehmen seit Jahren zu. Experten vermuten, dass inzwischen jedes dritte Kind im Vorschulalter Probleme mit dem Sprechen hat. Bei Kindern unter 14 Jahren leiden immer noch zehn Prozent an einer Sprachstörung.
Seifenblasen in der Logopädie
Spielerisch sprechen üben – das klappt zum Beispiel beim Fangen von Seifenblasen. (Foto: Manfred Witt)

Ein Grund für eine beeinträchtigte Sprachentwicklung: Die Kinder haben zu wenige Möglichkeiten, Sprechen zu üben. „Kinder lernen Sprache nur, wenn sie sich mit anderen Kindern und Erwachsenen austauschen. Deshalb ist das Umfeld im Kindergarten so wichtig“, sagt Dr. med. Constanze Reutlinger, leitende Ärztin Neuropädiatrie an der Helios Klinik Geesthacht. Die Reha-Klinik südöstlich von Hamburg ist eine der wenigen Einrichtungen, die sich mit Sprachentwicklungsstörungen auskennen. Vor allem Vier- bis Fünfjährige kommen zur Reha. Denn wer gut sprechen kann, hat es in der Schule deutlich einfacher.

Wenn die kleinen Rehabilitanden in Geesthacht sind, erhalten sie ihren Therapieplan. „Natürlich steht hier Logopädie, also Sprachtherapie ganz oben“, sagt Britta Pohl, leitende Logopädin der Helios Klinik Geesthacht. „Aber auch Musiktherapie hilft. Hier probieren die Kinder ihre Stimme aus. Und in der Physiotherapie üben sie das Sprechen spielerisch, wenn sie gemeinsam in der Gruppe Bewegungsaufgaben lösen.“

Je früher Kinder mit Sprachstörungen eine Therapie erhalten, desto besser können sie behandelt werden. (Foto: Manfred Witt)

Eine wichtige Aufgabe während der vierwöchigen Reha haben die Eltern. Sie lernen schon während des Aufenthalts, welche Übungen für zuhause sinnvoll sind. Sprachstörungen sollten so früh wie möglich behandelt werden. Sie „wachsen sich nicht aus“. Je früher die betroffenen Kinder eine Therapie erhalten, desto eher können sie später einwandfrei sprechen.

Deshalb rät Dr. Reutlinger Eltern, die Sprachentwicklung ihrer Kinder von Anfang an zu unterstützen: „Lesen Sie Geschichten vor, singen und spielen Sie zusammen. Damit fördern Sie Ihr Kind am besten.“ Wichtig sei dabei, dass die Eltern in ihrer eigenen Muttersprache mit dem Kind sprechen. Besonders vom ersten bis zum dritten Lebensjahr sollten Eltern aufmerksam sein. „Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind Probleme mit dem Sprechen hat, reden Sie mit dem Kinderarzt.“

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