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Blickwechsel in der Pflege

Physician Assistant – Eine neue Perspektive?

Jede Woche stellen wir Ihnen ein Kapitel aus dem Buch "Blickwechsel in der Pflege" vor. Heute: „Physician Assistant – Eine neue Perspektive?“ von Matthias Prey.
Das Kapitel „Physician Assistant – Eine neue Perspektive?“ von Matthias Prey wurde rezensiert von Prof. Dr. med. Thomas Steiner, Chefarzt der Klinik für Urologie HELIOS Klinikum Erfurt.

Was den Leser erwartet: Der Artikel gibt einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht zur Ausbildung zum Physician Assistant, einem berufsbegleitenden Qualifikationsstudium für examinierte Pflegekräfte.

Das Berufsbild des Physician Assistant ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt. In einem dreijährigen Studium erlangen dabei erfahrene Pflegekräfte die Fähigkeit, eine Vielzahl von ärztlichen Aufgaben zu übernehmen. Das Tätigkeitsspektrum erstreckt sich von der direkten Arbeit am und mit dem Patienten (Anamneseerhebung, Dokumentation, Codierung, Blutentnahmen, Infusionstherapie, Ausführung spezieller Untersuchungstechniken) bis hin zur Op-Assistenz. In anderen europäischen Ländern und vor allem in den USA stellen Physician Assistants einen festen Baustein im Krankenhaus-Berufsgefüge dar.

Das sagt der Arzt: Es stellt sich natürlich die Frage, ob wir auch unter den speziellen deutschen stationären Bedingungen Physician Assistants etablieren sollten. Diese Frage kann man durchaus mit Ja! beantworten. Für engagierte Pflegekräfte bietet die Qualifikation eine Entwicklungschance zur Übernahme anspruchsvoller ärztlicher Tätigkeiten. Für den Krankenhausträger dient die Ausbildung als Instrument der Mitarbeiterbindung, kann langfristig die Patientenbetreuung verbessern und damit auch die Patientenzufriedenheit erhöhen. Im ärztlichen Bereich können Physician Assistants gerade in Zeiten des mit einer Neuordnung ärztlicher Aufgaben verbundenen Ärztemangels die qualitativ hochwertige Absicherung ärztlicher Basistätigkeit garantieren und damit ärztliches Personal entlasten.

Fazit: Wo viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. So kann die Integration der Kolleginnen und Kollegen ins ärztliche Team Problemfelder zum Beispiel in der ärztlichen Weiterbildung und Absicherung des Dienstsystems generieren und bedingt die Entwicklung neuer Teamkonzepte. Trotzdem: Das Berufsbild des Physician Assistant kann eine Win-Win-Win-Situation erzeugen. Meine Überschrift des Artikels lautet daher: Physician Assistant – Eine für uns alle interessante neue Perspektive!

Prof. Dr. med. Thomas Steiner ist Chefarzt der Klinik für Urologie und Leiter des Prostatakarzinomzentrums im HELIOS Klinikum Erfurt. Zudem leitet er die HELIOS Fachgruppe Urologie.

Das Kapitel „Physician Assistant – Eine neue Perspektive?“ von Matthias Prey ist Teil des Buches „Blickwechsel in der Pflege“. Es ist im November in der HELIOS Schriftenreihe „Gesunder Dialog“ erschienen. HELIOS Mitarbeitern steht es in der HELIOS Zentralbibliothek kostenfrei zum Download zur Verfügung.

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