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AKTIV BLEIBEN OHNE SCHMERZEN

Knieschmerzen: Krankheit oder Beschwerde

Jeder Mensch hat seine Knie schon mal schmerzhaft gespürt: vom Hinfallen als Kind, Überlastung im Alltag bis zu Sportverletzungen oder zunehmende Schwierigkeiten beim Treppensteigen im Alter. Unsere Knie tragen uns unser Leben lang und so vielfältig wie deren Belastungen sind auch mögliche Beschwerden.
Empfindliches Wunderwerk der Natur

Knie sind unser größtes Gelenk, sie werden beständig genutzt und mit Gewicht belastet. Als Dreh- und Scharniergelenk zwischen Oberschenkel und Schienbein streckt und beugt das Knie unser Bein, ermöglicht aber auch Drehungen nach außen und innen. Es wird vor allem durch Muskeln und Bänder zusammengehalten, da die Gelenkteile nicht vollständig ineinandergreifen. Die wichtigsten Teile des Knies sind auch am anfälligsten für Verletzungen oder Verschleiß: Kniescheibe, Bänder, Knorpel und Meniskus.

Gut zu wissen:

Bei Knieverletzungen durch Aufprall oder Überdrehung (Sportverletzungen) sollte man die PECH-Regel anwenden:
P (Pause: Knie ruhigstellen)
E (Eis: Knie kühlen, damit es nicht anschwillt)
C (Compression: Druckverband oder Bandagen anlegen, um Schwellungen zu verhindern)
H (Hochlagern: Bein hochlagern, um Blutrückfluss zu verbessern)

Knieschmerzen – ein Gelenk, unterschiedliche Beschwerden

Schmerzen am Knie treten ein- oder beidseitig auf, vorne, in der Kniebeuge oder seitlich außen oder innen. Je nach Erkrankung gibt es langandauernde, ständige Schmerzen, die selbst in Ruhepositionen bestehen (chronisch) oder Beschwerden, die nur bei bestimmten Bewegungen oder Positionen auftreten (akut). Auch die Art des Schmerzes ist vielfältig – von starken Krämpfen über Stechen, Drücken oder Ziehen bis hin zu einem dumpfen, andauernden Schmerzempfinden. Blaue Flecken, Rötungen, Schwellungen und die Einschränkung der Beweglichkeit sind ebenfalls möglich.

Dr. Gerrit Walter

„Vermeiden Sie Langzeitschäden und lassen Sie Knieschmerzen rechtzeitig abklären. Hier gilt es auch Krankheiten von „Life-Style“-Beschwerden abzugrenzen. Falls noch andere Gelenke schmerzen, die Knie steif oder angeschwollen sind, bei Rötungen und natürlich bei Verletzungen gehen Sie schnellstmöglich zum Facharzt. Oft geben auch das „Wo und Wie“ der Beschwerden Auskunft. Ob innen, außen, vorne, hinten, eher bei Belastung oder am Morgen nach dem Aufstehen – berichten Sie dem Arzt genau Ihre Beobachtungen.“, so Dr. Gerrit Walter.

Untersuchen und Diagnose von Fachleuten

Das Abtasten und das Prüfen von Belastbarkeit und Beweglichkeit des Gelenks stellen immer die erste Diagnosemethode da. Des Weiteren werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, eventuell auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt. Eine Gelenkspiegelung kann in einigen Fällen für eine Diagnose wichtig sein. Gegebenenfalls werden Gelenkflüssigkeit oder Gewebeproben im Labor untersucht.

Mögliche Diagnosen im Überblick:
  • Knieverletzungen durch Unfälle – Knochenbruch, Bänderriss, Verrenkungen
  • Abnutzung von Sehnen und Bändern durch Überbelastung
  • Übergewicht und Fehlbelastungen – Gelenkteile drücken aufeinander und verschleißen die Knorpel
  • Arthrose – Gelenkverschleiß ist bei vielen ab der Lebensmitte spürbar
  • Rheuma – betrifft den gesamten Körper und führt zu schmerzenden, geschwollenen und morgens länger steifen Gelenke bei Erkrankten, auch schon bei Kindern oder jungen Menschen
  • Stoffwechselerkrankungen – Gicht löst schwerwiegende Verformungen im Gelenk aus
  • Infektionen – Virenerkrankungen im Körper oder eintretende Bakterien bei Verletzungen können auch dem Knie gefährlich werden
  • Nachfolgende Erkrankungen – Nervenreizungen bei einem Bandscheibenvorfall oder Hüftprobleme können bis ins Knie ausstrahlen
  • Tumore - äußerst selten, sollten aber auch ausgeschlossen werden
Behandlungsmöglichkeiten – passend zur Ursache

Verhaltensänderungen und entlastende Maßnahmen helfen oft schnell Beschwerden zu lindern. Idealerweise wird ohne Eingriff behandelt. Dazu zählen Medikamente, Krankengymnastik oder Hilfsmittel. Aber auch die Knieoperation kann gezielt Leiden lindern:

  • Medikamente zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung (Tabletten oder Salben)
  • Wärme- oder Kältetherapie, Bandagen oder Orthesen, Einlagen oder orthopädische Schuhe
  • Physiotherapie und Muskeltraining
  • Elektrotherapie und Ultraschalltherapie
  • Arthroskopie: Gelenkspiegelung (gezielte Operation an Knorpeln und Bändern)
  • Endoprothetik: Künstliches Kniegelenk
Fangen Sie heute an – beugen Sie Knieschmerzen vor!

Falls die Schmerzen am Knie nicht krankhaft bedingt sind, lassen sie sich durch Veränderungen in der Lebensführung lindern:

  • Oberschenkelmuskeln stärken, sie federn die Belastung des Knies ab.
  • Vernünftiges Schuhwerk nutzen, hohe Absätze nur selten tragen.
  • Starkes Beugen und Verdrehen über den rechten Winkel hinaus vermeiden.
  • Nicht zu lange und häufig auf hartem Untergrund laufen, hocken oder knien, lieber öfter die Position wechseln.
  • Kniefreundliche Sportarten wie Rückenschwimmen und Wassergymnastik, Radfahren und Walking wählen. Bei kniebelastenden Sportarten (Skifahren, Bergsteigen, Reiten, Fußball etc.) gilt: Mit Kräftigung und Dehnung vorbereiten, um die Knie zu entlasten

Informieren Sie sich über unsere Orthopädie. Vereinbaren Sie gern einen Termin bei uns.

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