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Wie würdest Du es finden, wenn...

Interview mit Ullrich Pawlik

Ullrich Pawlik erklärt im Interview, warum Datenschutz so wichtig ist und was es mit den „Wie würdest Du es finden, wenn…“-Postkarten auf sich hat.
Wie würden Sie es finden, wenn es keinen Datenschutz mehr gäbe?

Pawlik (lacht): Schrecklich! Stellen Sie sich vor, sämtliche Unternehmen, Privatpersonen und Betrüger hätten Zugriff auf Ihre Daten. Ist das nicht beängstigend?

Allerdings. Warum haben Sie die aktuelle Postkarten-Kampagne initiiert?

Wir erhoffen uns eine Sensibilisierung, dass der Datenschutz in der Region gestärkt wird. Die Datenschützer vor Ort sollen zudem mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Unsicherheiten mit dem Thema gibt es fast bei jedem. Durch ein besseres Verständnis unterstützen wir die Mitarbeiter dabei, sich korrekt zu verhalten. Denn je nachdem wie fahrlässig ein Verstoß ist, drohen dem einzelnen Konsequenzen.

Und warum haben Sie sich ausgerechnet für diese Art der Ansprache entschieden?

Datenschutz ist für viele ein trockenes Thema. Deshalb haben wir uns überlegt, wie wir echtes Interesse dafür wecken können. Uns ging es in erster Linie darum zu erklären, dass potenziell jeder zum Geschädigten werden kann. Wenn sich alle an die Regeln halten, halten wir die Wahrscheinlichkeit geringer. Die meisten Beispiele haben wir übrigens nicht erfunden.

Was macht eigentlich ein Datenschützer den ganzen Tag?

Die Beauftragten in den Kliniken erfüllen neben dem Datenschutz weitere Aufgaben. Sie beraten die Abteilungen und die Geschäftsführung. Sie kümmern sich darum, dass die Kliniken im Falle eines Falles belegen können, dass alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet wurden.

Wenn ein Datenschützer wenig zu tun hat, kann das an zwei Gründen liegen. Entweder alles läuft perfekt oder das Problembewusstsein in der Belegschaft fehlt. Da wir alle nur Menschen sind und jeder Fehler macht, wissen wir: Je mehr Datenschutzvorfälle gemeldet werden, desto besser funktioniert der Datenschutz.

Wann sollte ein Mitarbeiter auf den Datenschutz-Beauftragten zugehen?
Ullrich Pawlik ist Datenschutzbeauftragter der Helios Region Süd. In dieser Rolle berät er die Mitarbeiter und die Datenschutzbeauftragten der Kliniken.

Grundsätzlich sollten sich die Mitarbeiter an den zuständigen Datenschützer wenden, wenn etwas unklar ist. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. In jedem Fall sollte der Beauftragte benachrichtigt werden, wenn es zu einem Datenschutzvorfall kommt. Der Datenschützer bewertet, ob eine Datenschutzverletzung vorliegt. Fällt das Urteil positiv aus, meldet er den Vorfall an die zuständige Behörde und koordiniert das weitere Vorgehen. Genauso wichtig ist es, dass die Datenschützer in den Kliniken informiert werden, wenn neue Verarbeitungsverfahren eingeführt werden sollen.

Wann spricht man von einem Datenschutzvorfall?

Von einem Datenschutzvorfall spricht man, wenn personenbezogene Daten ohne ausdrückliche Zustimmung des Betroffenen zur Kenntnis von unbefugten Dritten gelangen (könnten). Datenschutzvorfälle können sehr unterschiedlich in Erscheinung treten. Stellen Sie sich vor, eine Hebamme fotografiert alle Neugeborenen und veröffentlicht die Fotos ohne Zustimmung der Eltern auf Ihrer Instagram-Seite. Oder eine Kiste mit Patientenakten geht auf dem Postweg verloren. Derjenige, der den Datenschutzvorfall entdeckt, ist verpflichtet, sowohl seinen Vorgesetzten als auch den Datenschützer umgehend zu informieren.

Was ist das Besondere beim Thema Datenschutz im Krankenhaus?

In Krankenhäusern haben wir es mit verschiedenen sensiblen Daten zu tun. Dass Patientendaten besonders schützenswert sind, leuchtet den meisten ein. Aber auch Mitarbeiterdaten müssen geschützt werden, vor allem dann, wenn Mitarbeiter zu Patienten werden.

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