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HPV Impfung für Jungen?

In dieser Rubrik beantworten unsere Mediziner regelmäßig Fragen, die unsere Leser bewegen. Dieses Mal ist unser Experte Prof. Dr. Axel Sauerbrey, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin aus dem Helios Klinikum Erfurt.

Magdalena T. aus Weimar fragt:

Unser Kinderarzt hat meinem zwölfjährigen Sohn empfohlen, sich gegen HPV impfen zu lassen. Ich dachte bisher, dass diese Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs verabreicht wird. Wie passt das zusammen? 
 

Liebe Frau T.,

Sie haben sich keineswegs verhört: Tatsächlich wird die HPV-Impfung jetzt auch für Jungen empfohlen.

Von den Humanen Papillomviren, kurz HPV, gibt es mehr als 200 verschiedene Typen. Darunter auch sogenannte „Hochrisiko-Typen“, die dafür sorgen können, dass sich Zellen im Körper verändern. Nach vielen Jahren kann so Krebs entstehen – oft am Gebärmutterhals oder Anus, mitunter aber auch an den Schamlippen, am Penis sowie im Mund- und Rachenraum.

Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts die HPV-Impfung für Mädchen von neun bis einschließlich 14 Jahren. Diese Empfehlung wurde jüngst auch auf Jungen im genannten Alter ausgeweitet.Die Impfung schützt vor einer Ansteckung mit den häufigsten HPV-Typen. Um größtmöglichen Schutz zu erreichen, sollte sie vor dem ersten Sex erfolgen. Grundlage für die erweiterte Empfehlung sind mehrere Studien. Sie weisen darauf hin, dass HPV-Infektionen reduziert werden können, wenn auch Jungen – als mögliche Überträger – geimpft werden.
 
Aus meiner Sicht ist die Ausweitung der Impfempfehlung folgerichtig. Ich rate Ihnen, sich gemeinsam mit Ihrem Sohn für die HPV-Impfung zu entscheiden. Sie gilt als sehr sicher. Für die Kosten kommt Ihre Krankenversicherung auf.
 
Ihr Prof Dr. Axel Sauerbrey
Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Helios Klinikum Erfurt

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