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Prävention bei Familien mit hohem Krebserkrankungsrisiko

ConGene Weiterbildung: Arzt-Pflege-Tandems gesucht

Hochrisikopatienten für Krebserkrankungen aufgrund der Eigen- und Familiengeschichte erkennen und unterstützen: Dies sollen künftig bei HELIOS Teams aus Ärzten und Pflegern übernehmen. Es sind noch Weiterbildungsplätze frei.
Die persönliche und familiäre Krankengschichte von Patienten und ihren Angehörigen wird durch die ConGene Teams erfasst und ausgewertet. Sie bildet die Grundlage für weitere Untersuchungen.

Im Rahmen des ConGene Projekts sollen künftig Tandems aus Ärzten und Pflegekräften an einigen HELIOS Kliniken dafür sorgen, dass Patienten mit erhöhtem Risiko für erbliche Krebs-Erkrankungen und ihre Angehörigen identifiziert werden. So können sie beraten und in ein intensiviertes Früherkennungsprogramm überführt werden.  Ein erstes Tandem arbeitet bereits am HELIOS Klinikum in Wuppertal. Jetzt werden weitere Ärzte im Tandem mit Pflegemitarbeitern in einer Weiterbildung dafür fit gemacht.

Studien und auch die ersten Erfahrungen in Wuppertal zeigen, dass diese Form der risikojustierten Patientenbetreuung großes Potential hat. „Allein beim kolorektalen Karzinom könnten wir innerhalb HELIOS in einem Jahr etwa 300 bis 500 an Krebs erkrankte Hochrisikopatienten identifizieren, die auch für weitere Karzinome ein erhöhtes Risiko haben und die von einer intensivierten Überwachung und eventuell auch prophylaktischen Operation profitieren würden“, so Prof. Dr. Gabriela Möslein, Direktorin Zentrum für Hereditäre Tumorerkrankungen am Chirurgischen Zentrum, die das Projekt in Wuppertal ins Leben gerufen hat. Hinzu kommen Angehörige: „Jeder identifizierte Patient führt durchschnittlich zu drei betroffenen Familienangehörigen, die oft ebenfalls Hochrisikopatienten sind und nichts davon ahnen“.

Oftmals kann man entwarnen, manchmal bestätigt sich die Sorge eines erhöhten familiären Risikos

Die Identifikation und Beratung funktioniert am besten im Tandem. Das Team aus einem als fachgenetischer Berater ausgebildeten Arzt und einer „Genetic Nurse“ identifiziert Hochrisikopatienten anhand der persönlichen und der familiären Krankengschichte. Wenn bestimmte Kriterien zutreffen, kann eine Genuntersuchung im Blut  Gewissheit bringen.  Viele Angehörige entscheiden sich dafür, die Chance zu nutzen und sich testen zu lassen – das Ergebnis ist dann eindeutig: man hat die Veranlagung entweder geerbt oder nicht geerbt.  „Im Gespräch mit den Patienten ermittele ich die Häufigkeit von Krebserkrankungen in der Familie und helfe bei der Bewertung des familiären Risikos“, beschreibt ConGene Genetic Nurse Jennifer Germann ihre Aufgabe. „Oftmals kann man entwarnen und beruhigen, aber manchmal muss man die Sorge eines erhöhten familiären Risikos bestätigen. Dann geht es darum, gut zu informieren und die Chancen, die sich daraus für eine Prävention ergeben, zu vermitteln. Ich bin für die Patienten erster Ansprechpartner und Lotse in dieser Zeit“.

Diese Form der risikojustierten Medizin mit hohem Präventionspotential  soll nun auch in anderen HELIOS-Kliniken möglich gemacht werden. Für das erste Jahr wurden Fortbildungsmöglichkeiten für 15 solcher Tandems geschaffen. Ärzte und medizinische Fachangestellte können sich zu dem Kurs der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik über die Seminardatenbank anmelden. Ärzte erhalten die Qualifikation für die fachgenetische Beratung und medizinische Fachangestellte erhalten ein Zertifikat, das in Anlehnung an die britische „GRAP“ (genetic risk assessment practitioners) zu der entsprechenden Expertise führt.  Die medizinischen Fachangestellten besuchen einen eigens hierfür entwickelten 3-tägigen Weiterbildungskurs, der auf Englisch (ggf. mit Übersetzung) gehalten und mit einem Zertifikat abgeschlossen wird.

Für die fachgenetische Weiterbildung, die sich in diesem Jahr an Ärzte der Gastroenterologie, Viszeralchirurgie und Onkologie richtet, sind noch Plätze frei. Für  medizinische Fachkräfte, die sich zu einem ConGene Berater ausbilden lassen möchten, sind noch Plätze in einem separaten Kurs im Oktober verfügbar. Es sollen sich jeweils Tandems aus einer Klinik anmelden. Im kommenden Jahr soll der Kurs erneut angeboten werden. Dann auch für andere medizinische Disziplinen, in denen erbliche Krebserkrankungen häufig vorkommen, wie Gynäkologie oder Pädiatrie.

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