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Innovative Technologie

Sicherer, besser und digital – Wunddokumentation bei Helios

Am Ende läuft es immer darauf hinaus: Eine Wunde soll heilen. Damit dies ohne Komplikationen abläuft, gibt es einiges zu tun und zu beachten. Mobile Wunddokumentation beschleunigt Arbeitsabläufe und verbessert die Behandlungssicherheit.
So geht Wunddokumentation heute: Im Helios Klinikum Aue sind die iPads zur mobilen Wunddokumentation im Einsatz.

Das iPad entsperren, KIS-App aufrufen und Wundfoto aufnehmen – in drei Schritten zum digitalen Ergebnis. Ein echter Fortschritt, wenn man bedenkt, dass vor nicht allzu langer Zeit noch Stift, Papier und Digitalkameras diesen Dienst verrichtet haben. Die Kameras waren ein Fortschritt, aber insgesamt unpraktisch und aufwändiger zu reinigen. Sie stellten auch ein Datenschutzrisiko dar. Wundfotos wurden lokal auf SD-Karten gespeichert, mussten transferiert werden – dabei immer im Nacken: die Gefahr des Datenverlusts durch den manuellen Import der Bilder.

Die Zeiten sind nun vorbei. In der Pilotklinik in Aue ist das mobile Wundfoto mit iPads seit März dieses Jahres im Einsatz. Ein wichtiger Meilenstein, denn die Wunddokumentation ist wesentlicher Bestandteil des Wundmanagements für chronische Wunden. Die im Krankenhaus-Informationssystem (SAP i.s.h.med) bereitgestellte digitale Lösung ist ein mobiles Hilfsmittel für Wundtherapeuten und Pflegepersonal zur Dokumentation der Versorgung von Wunden – und somit ein wichtiges Instrument für Behandlungssicherheit, Qualitätssicherung und Kontrolle. Die Pilotphase in Aue verlief äußerst erfolgreich. Seit Mai ist die mobile App nun im Regelbetrieb. Immer mehr Stationen der Klinik nutzen die neue Lösung. Ein weiterer Schritt in Richtung automatisierter Prozesse im Krankenhaus.

Pilotphase in Aue: „KIS goes mobile“ 

„Die Vorteile sind offensichtlich: Eine Wunde kann jederzeit unkompliziert neu erfasst werden. Die Entwicklung bestehender Wunden wird zuverlässig und qualitativ einheitlich dokumentiert“, sagt Evelyn Riedel, Zertifizierte Wundmanagerin im Helios Klinikum Aue. „Das Foto wird jedem KIS-Fall direkt zugeordnet und ist aus dem Krankenhaus-Informationssystem sofort abrufbar.“ Drei Monate testeten die Kollegen vom Zentralen Wundmanagement (ZWM) in Aue die neu App auf Herz und Nieren. Auch unter dem Hygienegesichtspunkt der Reinigung. Und dank der Arbeitsanweisung der Hygieneabteilung zur Aufbereitung mobiler Endgeräte weiß im Klinikum Aue auch jeder Anwender, welche Hygienemaßnahmen wie vorzunehmen sind. Nach und nach wurden die Stationen mit den iPads ausgestattet und in der Anwendung von IT und ZWM gemeinsam geschult. 20 dieser digitalen Helfer sind derzeit allein in Aue im Einsatz.

Ein eingespieltes Team in Aue (v.l.n.r.): Frank Hasse (Helios IT), Evelyn Riedel (Zertifizierte Wundmanagerin ZWM®) und Marion Fricke (Teamleiterin Alterstraumatologie).

Gemeinsam innovativer – der Weg zur neuen mobilen Wunddokumentation

Bevor eine neue Technologie in Helios Kliniken Einzug hält, haben die Experten aus Medizin, Pflege und IT gemeinsam viele Tage und Wochen darüber nachgedacht, wie sich die fachlichen Anforderungen aus Fach- und Arbeitsgruppen praxistauglich umsetzen lassen. Wenn viele Kliniken das mobile Hilfsmittel nutzen sollen, ist schnelle Skalierbarkeit gefragt. Eine solche Lösung muss nachhaltig und technisch sicher möglichst Helios-weit anwendbar sein. Eine echte Herausforderung für die Kollegen des ZD IT, die die Entwicklung der mobilen Wunddokumentation aus eigenen Ressourcen gestemmt haben. Dank des produktiven Austauschs mit der Helios Arbeitsgruppe „Chronische Wunde“, konnten die Entwickler der Helios IT schnellstmöglich eine praxistaugliche „customized solution“ vorstellen.

IT-Projekte sind Teamarbeit

Die Vorteile dieses Vorgehens liegen auf der Hand: Die Kollegen aus ärztlichem Dienst, Pflege und IT stehen im ständigen Dialog. Feedback aus der Praxis kann so direkt in die Entwicklung einfließen. „Das Projekt hat uns gezeigt, wie maßgeblich die enge Zusammenarbeit mit den Anwendern in den Pilothäusern und den IT-Kollegen an den Standorten für den Erfolg einer neuen IT-Lösung ist“, sagt Nina Reichwein, IT-Beraterin für mobile Lösungen im ZD IT.

Nikos Stroglidis, IT-Projektmanager Fachgruppen bei Helios, fügt hinzu: „Der regelmäßige Austausch mit unseren Ärzten und Pflegern in der Arbeitsgruppe „Chronische Wunde“ war für die App-Entwicklung genauso wertvoll wie das frühe Testen in der klinischen Praxis. So haben wir schnellstmöglich Feedback für Verbesserungen erhalten.“

Veränderungen begleiten – Voraussetzungen schaffen

Die digitale Vernetzung führt zu spürbar effizienteren Prozessen. Neue Systeme haben aber auch neue Anforderungen im Gepäck. „Die Akzeptanz der neuen mobilen Anwendung ist hier im Klinikum Aue insgesamt sehr hoch“, sagt Evelyn Riedel. Für einige Mitarbeiter sei der Umgang mit der App und den iPads dennoch eine Herausforderung. Hier gilt es alle Kollegen mittels Schulungen zu befähigen. In Aue gibt es dafür einen eigens entwickelten Prozess: Jede Abteilung bekommt eine intensive Einführung in die KIS-App. Dazu begleitet das Zentrale Wundmanagement die Abteilung eine ganze Woche lang bei der praktischen Anwendung. Darüber hinaus werden Fortbildungen zum Thema Wundbeschreibung und Wundauflagen angeboten. Für den fachlichen Austausch gibt es am Helios Klinikum Aue die Wundgruppe.

Blick nach vorn

Ähnlich gute Erfahrungen wie in Aue haben auch andere Standorte mit SAP i.s.h.med gemacht. Neue Features wie die Wundvermessung werden derzeit geprüft. Ein weiterer Schritt, die Arbeit der Wundteams noch tiefgreifender zu unterstützen und flexibler zu gestalten. Mittlerweile ist die mobile Wunddokumentation auch in den Kliniken in Berlin-Buch, Northeim, Bad Saarow, Helmstedt, Siegburg, Hettstedt, Sangerhausen, Eisleben, Niederberg und Erfurt im Einsatz. Die mobile Technologie lässt sich aber nicht nur für das Wundmanagement einsetzen: „Sie ermöglicht auch die Unterstützung der mobilen Visite mit Apps für Konsil-Anforderungen und die Einsicht in Verlaufsberichte, Diagnosen, Prozeduren, Laborbefunde und sonstige Dokumente“, sagt Nina Reichwein.

Sie interessieren sich für diese digitale Lösung auch in Ihrem Haus?

 

Bevor Sie starten können, müssen jedoch folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

 

Hier die Checkliste:

  • Sind die mobilen Endgeräte (iPads) bereits beschafft? 
  • Ist flächendeckendes WLAN im Haus verfügbar, vor allem in den Patientenzimmern?
  • Ist die SAP i.s.h.med Wunddokumentation bereits im Einsatz?

 

Sie können alle Fragen mit „Ja“ beantworten? Dann kontaktieren Sie gerne Ihre lokale IT-Abteilung.

Mobile Wunddokumentation mit iPads
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