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Prof. Dr. Andreas Meier-Hellmann neuer Geschäftsführer Medizin

Seit Mai 2018 ist Prof. Dr. Andreas Meier-Hellmann neuer Geschäftsführer Medizin bei Helios Deutschland.
Der 58-Jährige ist seit 2002 bei Helios und in Erfurt zu Hause. Wir sprachen mit ihm über seine neue Aufgabe.

Prof. Dr. Meier-Hellmann ist seit 2002 Chefarzt im Kollegialsystem der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie im Helios Klinikum Erfurt. 2007 wurde Prof. Meier-Hellmann in den Medizinischen Beirat berufen, seit 2015 ist er dessen Sprecher. Er gehört mehreren nationalen und internationalen medizinischen Fachgesellschaften und Gremien an.

Prof. Dr. Andreas Meier-Hellmann - neuer Geschäftsführer Medizin


Mit Ihrer neuen Position haben Sie – wie man sagt – Ihren Arztkittel endgültig an den Nagel gehängt. War das schwer?
Nein, eigentlich nicht. Man kann sich ohnehin fragen, wieviel „Arzt“ im klassischen Sinne ich zuletzt überhaupt war. Die Leitung einer Anästhesie bei einem Maximalversorger ist eher vergleichbar mit der Leitung eines mittelständischen Unternehmens. Und nach 25 Jahren in der Intensivmedizin gab es für mich kaum noch medizinische Herausforderungen – da nehme ich lieber andere an. Ich freue mich eher darauf, mich einer meiner bisherigen Rollen ganz widmen zu können.

Welche Themen sind Ihnen wichtig in der neuen Position?
Meine beiden zentralen Themen sind schnelle Genesung und Zentrenbildung – damit schließe ich unmittelbar an die Arbeit meines Vorgängers Professor Ralf Kuhlen an. Wir müssen unsere Kollegen noch mehr davon überzeugen, dass es Patienten mit Konzepten zur schnellen Genesung und mit kürzerer Liegedauer besser geht. Und beim Thema Zentrenbildung müssen wir Fahrt aufnehmen. Auch hier geht es darum, gut zu vermitteln, welche Vorteile das hat.

Viele Mediziner treibt auch das Thema Digitalisierung und Big Data um und die Befürchtung, dass sich ihre Rolle verändert …
Da sollten wir ohne Angst rangehen. Während meiner eigenen Berufsjahre hat sich das Berufsbild sehr verändert. Hin zu einer evidenzbasierten Medizin. Das war eine wesentlich größere Veränderung. Als ich anfing, hat kein Mensch mit Studien argumentiert oder Behandlungsqualität gemessen. Medizin galt eher als Kunst.
Inzwischen arbeiten wir mit Leitlinien, mit SOPs und anderen Protokollen, die ständig an neue Erkenntnisse angepasst werden. Es gibt eine große Bereitschaft, sich mit Qualitätsmessung zu beschäftigen. Große Daten unterstützen diesen Weg, den wir längst gehen, und können einen zusätzlichen Beitrag für noch mehr Qualität leisten. Man braucht weiterhin Ärzte und deren medizinisches Wissen. Denn wir bauen ja nicht Autos mit Standardmotoren, sondern behandeln Patienten mit sehr individuellen Krankheitsgeschichten.

Freuen Sie sich auf Berlin als Stadt?
Ich habe ursprünglich lange in Berlin gelebt, bleibe jetzt aber in Erfurt. Das liegt wirklich sehr zentral.


Werden Sie gelegentlich mit dem Motorrad nach Berlin fahren?
Nein (lacht). Das Motorrad bleibt privaten Touren vorbehalten. Auf Touren genießen meine Frau und ich vor allem die Freiheit und auch mal planlos zu sein – in eine kleine Nebenstraße abzubiegen und zu schauen, was kommt. Das macht man irgendwie mit dem Auto nie.

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