Regionen
Nachrichten aus Ihrer HELIOS Region.

Holen aus dem Frei

Planbarkeit und Fairness sind Mitarbeitern wichtig

Seit November 2016 arbeiten verschiedene Projektgruppen bei Helios an dem Ziel, das „Holen aus dem Frei“ zu reduzieren. Wir haben hier Projekte aus Kliniken und ihre Ergebnisse vorgestellt. Karin Gräppi, Geschäftsführerin Personal und Corinna Glenz, Regionalgeschäftsführerin Mitte ziehen ein Zwischenfazit und beschreiben, was
Karin Gräppi, Helios Geschäftsführerin Personal und Corinna Glenz, Regionalgeschäftsführerin Mitte. Foto: Thomas Oberländer

Frau Gräppi – vor einem knappen Jahr haben Sie im Standpunkt in der Helios aktuell dem „Holen aus dem Frei“ den Kampf angesagt – wie beobachten Sie die Fortschritte seitdem?

Karin Gräppi: Es sind inzwischen viele Projekte angelaufen. Es ist gut, dass dabei auch ganz neue Ideen ausprobiert werden. Was mich besonders freut, ist, dass viele dieser Projekte mit den lokalen Betriebsräten angegangen und umgesetzt wurden. Wir haben aber auch neue Aspekte des Themas kennengelernt: In unserer Innolab-Auftaktwoche gab es eine Gruppe zum Thema, die Kollegen befragt hat. Das Ergebnis hat mich überrascht. Anders als wir dachten, geht es den Kollegen gar nicht zwingend um das Abschaffen des Holens aus dem Frei. Stattdessen waren die beiden wichtigsten Wünsche: Planbarkeit und Gerechtigkeit – also das Holen aus dem Frei fair auf viele Schultern zu verteilen. Derzeit entwickelt diese Gruppe ein Tool, das diese Anforderungen angeht. Wir sind gespannt, wie es umgesetzt wird.

Frau Glenz – wie sind Ihre Erfahrungen – sind erste Fortschritte schon sichtbar?

Corinna Glenz:
Das ist ganz unterschiedlich. In einigen Kliniken sind wir sehr weit – zum Beispiel in Erlenbach. Dort haben die Kollegen einen festen Dienstplan integriert, in dem das Holen aus dem Frei durch gleichmäßig verteilte Flexidienste reduziert wird. Und das planbar. Die Pflegenden wissen heute schon, wann sie einen Flexidienst im Dezember haben. Auf jeden Fall merkt man – auch wenn man mit Pflegedirektoren aus anderen Kliniken und Regionen spricht, dass sich wirklich viele auf den Weg gemacht haben.

Nicht überall gibt es bereits Projekte und Fortschritte – wo sehen sie Haupthürden?

Corinna Glenz:
In den Kliniken, in denen wir Besetzungsprobleme haben, da haben es auch Projekte zur Vermeidung des Holens aus dem Frei schwer. Was wir in unsere Überlegungen daher zunehmend einbinden, ist die Nachwuchsförderung.

Karin Gräppi: Wir haben dieses Jahr die Anzahl der Pflegeschüler heliosweit um 500 erhöht. Denn ganz klar - je besser wir in puncto Reduzierung von Ausfallzeiten und unbesetzten Stellen stehen, desto eher sind Lösungen im Holen aus dem Frei möglich.

Sie haben sich zahlreiche Beispiele angesehen – hat sich ein optimaler Weg herauskristallisiert, der für Helios funktioniert?

Karin Gräppi:
Es wäre für uns alle schön, wenn es ein Modell gäbe, dass überall passt. Aber das gibt es nicht. Jede Klinik ist anders.
Ich finde es wichtig, dass die Kollegen vor Ort sich Gedanken machen zu den für die jeweilige Klinik passende Lösung. Was natürlich nicht ausschließt, dass man auch von anderen lernen oder Modelle übernehmen kann.

Corinna Glenz: Wege, die in einer Klinik funktionieren, passen woanders gar nicht. In manchen Kliniken werden in belegungsschwachen Monaten oder am Wochenende Stationen geschlossen. Natürlich ist das nicht die perfekte Lösung, wenn ich Patienten am Wochenende auf einer anderen Station unterbringe. Aber wenn man das gut kommuniziert – warum nicht? Es kann funktionieren. Genauso, wie neu über Stationsgrößen nachzudenken oder Rufbereitschaften einzuführen. Es muss für die Mitarbeiter vor Ort passen.

Was sind die nächsten Schritte in den Projektgruppen?

Corinna Glenz:
Innerhalb der Fachgruppe Pflege gibt es inzwischen eine Arbeitsgemeinschaft aus Klinikgeschäftsführern und Pflegedirektoren, die das Thema betreut. Ziel ist es, das Holen aus dem Frei über Kliniken hinweg, vergleichbar zu machen. Es wurde eine Kennzahl entwickelt, die bestimmte Dienstplanänderungen in Beziehung zur Anzahl der Pflegekräfte setzt. Wenn wir auf einer gemeinsamen Grundlage zählen, können wir Vergleiche zwischen den Häusern anstellen und sehen, ob unsere Maßnahmen erfolgreich sind. Das wollen wir jetzt sechs Monate erfassen und uns dann auf dieser Basis konkrete Ziele setzen.

Helios Mitarbeiter finden die bisherigen Artikel und weitere Materialien zum Thema unter: myhelios.helios-gesundheit.de/HolenausdemFrei/

zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren:

Workshop an der Helios Klinik Leezen

Holen aus dem Frei soll weiter reduziert werden

In einem Workshop fanden Vertreter der Pflegedienstleitung, des Betriebsrates und der Klinikgeschäftsführung zum Thema „Holen aus dem Frei“ zusammen. mehr...

Verlässlicher Dienstplan

Weniger „Holen aus dem Frei“ seit Einführung der Care Units

Sogenannte Care Units können Ausfälle von Mitarbeitern kompensieren, dabei den Austausch und den Zusammenhalt fördern. mehr...

Standpunkt

Holen aus dem Frei – muss das sein?

Wenn es eng wird im Dienstplan, sind die Kolleginnen und Kollegen des Pflegedienstes immer wieder bereit, ungeplant einzuspringen. Bei HELIOS wollen wir dieses „Holen aus dem Frei“ angehen und Lösungen finden. mehr...