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Tag der Pflege

Meine Hochachtung gilt allen Pflegenden

Carmen Bier ist seit Februar Klinikgeschäftsführerin im Helios Klinikum Bad Saarow. Trotz der neuen Anforderungen, die Geschäfte des großen Klinikums zu führen, findet die 29-Jährige regelmäßig Zeit, in den Stationsbereichen zu hospitieren und mit anzupacken.
Carmen Bier, Klinikgeschäftsführerin im Helios Klinikum Bad Saarow; Fotocredit: Helios Kliniken / Thomas Oberländer

Frau Bier, was verbindet Sie mit der Krankenpflege?
Pflegethemen sind für mich allgegenwärtig, denn zwei meiner für mich wichtigsten Menschen sind in der Pflege tätig. Zum einen meine Tante, die nur zehn Jahre älter ist als ich. Für sie ist der Beruf auch wirklich eine Berufung und dafür habe ich sie immer sehr bewundert. Zum anderen meine Mutter, die mit 40 Jahren nochmal eine dreijährige Umschulung zur Krankenschwester gemacht hat. Ich war damals 17, fand ihren Schritt mutig und ihren Ehrgeiz großartig. Es ist ihr nicht leichtgefallen, noch einmal die Schulbank zu drücken und von ganz vorne anzufangen. Sie hat es aber nie bereut, diesen Weg gegangen zu sein und ist inzwischen eine tolle Krankenschwester, die in Vollzeit drei Schichten arbeitet. Somit kann man sich vorstellen, dass wir in der Familie viel über die Pflege sprechen.

Und nun sind Sie Klinikgeschäftsführerin. Da gibt es doch bestimmt auch mal gegensätzliche Meinungen, oder?
Manchmal schon. Meine Mutter und meine Tante wohnen und arbeiten in Norddeutschland. Wenn wir uns sehen oder hören, erzählen sie natürlich auch von anstrengenden Diensten, von Personal- und Zeitmangel. Probleme der Pflege, wie wir sie alle deutschlandweit kennen. Des Öfteren heißt es aber auch, dass die Stimmen der Pflegenden nicht gehört werden, dass es die Klinikleitung überhaupt nicht interessiere, wie es der Pflege geht: So weit will ich es nicht kommen lassen! Deshalb versuche ich, so oft wie möglich die Stationsbereiche unseres Klinikums zu besuchen, um einen Einblick zu bekommen. Ich will die Probleme der Mitarbeiter kennen und diese gemeinsam mit ihnen lösen. Es ist mir sehr wichtig, präsent zu sein. Die Pflegenden haben es mehr als verdient, beachtet und wertgeschätzt zu werden.

Sind häufiger in Dienstkleidung und auf Station anzutreffen: Pflegedirektorin Dominique Nippe (links) und Klinikgeschäftsführerin Carmen Bier

Stichwort Pflegemangel: Wie wollen Sie es schaffen, Pflegepersonal zu rekrutieren?
Das ist in der heutigen Zeit tatsächlich nicht einfach. Wir sind froh, die Akademie der Gesundheit am Klinikstandort zu haben und somit größter Kooperationspartner in der praktischen Ausbildung zu sein. Gemeinsam mit der Pflegedirektorin organisieren wir beispielsweise sogenannte Schülerstationen. Das heißt: Die Schüler, die kurz vor dem Abschluss ihres Examens stehen, übernehmen eine Station in Eigenregie, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Natürlich stehen ihnen dabei die Stationsteams mit Rat und Tat zur Seite. Die jungen Leute freuen sich, Eigenverantwortung übernehmen zu dürfen und machen einen tollen Job. Und wir freuen uns natürlich riesig, wenn sich die frischgebackenen Absolventen für unser Klinikum entscheiden.

Welche Anreize schaffen Sie, dass Pflegepersonal sich in Ihrem Klinikum wohlfühlt?
Motivation und Qualifikation sind wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Unseren Pflegekräften bieten wir vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und auch eine attraktive Vergütung. Wir versuchen im Wettbewerb um den Fachkräftemangel eben dadurch zu bestehen, dass wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber weiter verbessern. Dazu gehören: eine 24-Stunden Kita, verschiedene Arbeitszeitmodelle, eine private Zusatzversicherung im Fall eines stationären Krankenhausaufenthaltes, kostenlose Sportangebote sowie die Unterstützung bei der häuslichen Pflege von Familienangehörigen. Um Pflege-Nachwuchs zu rekrutieren, ist das Thema Ausbildung für uns noch weiter in den Fokus gerückt. Hier kommt uns die Nähe zur Akademie der Gesundheit am Campus Bad Saarow sehr zu Gute. Unter anderem vermitteln unsere Pflegefachkräfte im Unterricht Themengebiete aus ihren eigenen Fachrichtungen und stellen so den Transfer zwischen Theorie und Praxis für die Auszubildenden her. Außerdem werben wir seit wenigen Wochen mit der bundesweiten Pflegekampagne „Der wichtigste Job der Welt“ für Helios als Arbeitgeber.

Nun ist ja am 12. Mai der internationale Tag der Pflege. Spielt das für Sie eine Rolle?
Na ja, für mich ist eigentlich jeder Tag ein Tag der Pflege. Trotzdem möchten wir natürlich als Klinikleitung dieses Datum zum Anlass nehmen, um uns herzlich bei allen Pflegenden zu bedanken. Denn sie sind es, die sich mit großer fachlicher Kompetenz und viel Herzblut rund um die Uhr um unsere Patienten kümmern, die Tag und Nacht ein offenes Ohr haben und auch Sorgen- und Seelentröster sind. Unsere Pflegenden leisten wirklich einen tollen Job!

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