Regionen
Nachrichten aus Ihrer HELIOS Region.

Blick in die Zukunft

Helios Jahrestagung im Zeichen der „Gesundheitsversorgung von morgen“

Wie jedes Jahr im November trafen sich am vergangenen Wochenende wieder Fach- und Führungskräfte zur Helios Fachgruppen- und Jahrestagung. Vor rund 1.400 Teilnehmern stand die diesjährige Jahrestagung ganz im Zeichen der „Gesundheitsversorgung von morgen“.
Viel los im Berliner Hotel Interconti: Rund 1.400 Teilnehmer diskutierten über "die Gesundheitsversorgung von morgen". (Alle Fotos: Thomas Oberländer)

Schon der Auftakt der Helios Jahrestagung 2017 am 24. November im Hotel Interconti in Berlin gab einen Vorgeschmack auf den Schwerpunkt der Vorträge für die bevorstehenden anderthalb Tage: Mithilfe einer „Virtual Reality-Brille“ (VR-Brille) präsentierten zwei spanische Dienstleister der Klinikgruppe Quirónsalud eine virtuelle Reise durch ein Herz, um die Möglichkeiten der Diagnostik von morgen vorzuführen.

Und so standen die Fragen, welche Anforderungen das Krankenhaus und der Patient der Zukunft im Zeichen der Digitalisierung an unser Personal und unsere Medizin, aber auch an unsere Logistik, unsere Klinikarchitektur oder das Klinikmanagement stellen, im Mittelpunkt jedes einzelnen Vortrages der Jahrestagung 2017.

„Wie gut sind wir auf den Wandel vorbereitet?“
"Die alten Erfolgsrezepte greifen nicht mehr": Francesco De Meo, Vorsitzender der Helios Geschäftsführung, fasst in seiner Eröffnungsrede die tiefgreifenden, raschen Veränderungen zusammen.

„Die Welt um uns herum hat sich verändert, unsere Rolle als Unternehmen im Gesundheitswesen, und wir alle mit ihr. Die alten Erfolgsrezepte greifen nicht mehr“, fasste der Vorsitzende der Helios Geschäftsführung (CEO), Francesco De Meo, bei seiner Eröffnungsrede unter der Überschrift „Gestalten im Wandel“ die tiefgreifenden, raschen Veränderungen zusammen. Behandlungen würden künftig in viel größerem Umfang ambulant oder aus der Ferne begleitet und nachstationär zu Hause erfolgen, Liegedauern im Krankenhaus nähmen weiter ab, umriss De Meo die Entwicklung und stellte anschließend die Frage: „Wie gut sind wir auf diesen Wandel vorbereitet?“

Mehr denn je gelte es, bestehende Grenzen zwischen den Sektoren stationär, ambulant und Reha einzureißen und künftig den Patienten viel klarer als bisher in den Mittelpunkt zu stellen. Sein Appell  an seine Zuhörer: „Sie sind unsere Führungskräfte, wir erwarten Mut und Kraft für diese Veränderung.“

Auch Fresenius CEO Stephan Sturm betonte die Notwendigkeit, sich dem tiefgreifenden Wandel zu stellen, den Digitalisierung, neue technologische Herausforderungen und ein hoch vernetzter Patient mit sich bringen: „Lassen Sie uns den Sprung in die Zukunft wagen, aber ohne die Balance zu verlieren. Die Veränderung ist unausweichlich“, betonte Sturm.

Neuaufstellung der Intensivmedizin
Diagnostik von morgen: Per VR-Brille ins Herz reisen. (Bild klicken zum Vergrößern)

In diesem Kontext umriss Ralf Kuhlen, Helios Geschäftsführer Medizin, anschließend, wie konzentriert sich die 27 Helios Fachgruppen in den beiden vorangegangenen Tagen mit dem Thema Zentrenbildung und Neuaufstellung der Intensivmedizin beschäftigt hatten. „Wir müssen mit unseren Kliniken Cluster bilden, um Mindestmengen einzuhalten und Qualität zu sichern. Wir müssen Intensivbetten dort abbauen, wo sie medizinisch in dieser Zahl nicht sinnvoll sind.“

Allen sei bewusst, dass dies ein anstrengender und zuweilen schmerzvoller Prozess sei, so Kuhlen. „Aber er ist medizinisch erforderlich und alternativlos angesichts der Tatsache, dass sehr bald auch vom Gesetzgeber Mindestmengen in vielen Bereichen durchgesetzt werden. Wir machen also das, was wir ohnehin werden machen müssen“, so Kuhlen.

Eindrucksvoll bestätigt wurde diese Ankündigung schon am nächsten Tag von Prof. Josef Hecken, dem unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der in seinem mitreißenden Vortrag die gesetzliche Festlegung von Mindestmengen zur Sicherung medizinischer Qualität in Krankenhäusern als eine der wichtigsten Maßnahmen ankündigte.

Helios Wissensziel 2018

Zum Helios Wissensziel 2018 wurde zum einen der gesunde Schlaf, zum anderen das Thema Wirtschaftlichkeit ausgerufen: Alle Helios Mitarbeiter werden hierzu im nächsten Jahr verbindlich geschult.

Helios Wissenschaftspreis erstmals vergeben
Ehre, wem Ehre gebührt: Prof. Dr. Petra Thürmann (2.v.r.) erhielt für Ihren Beitrag zur klinischen Forschung bei Helios den Wissenskompass 2017. Anschließend kürte sie die Preisträger des Helios Wissenschaftspreises: (v.l.n.r.) Prof. Alexander Kreuter, Dr. Jitka Veldema und Dr. Patrick Weil. (Bild klicken zum Vergrößern)

Als Auszeichnung für ihren großen und langjährigen Einsatz für die klinische Forschung bei Helios erhielt Frau Prof. Dr. Petra Thürmann, Pharmakologin und Ärztliche Direktorin am Helios Universitätsklinikum Wuppertal, den Wissenskompass 2017. Sie kürte auch die drei Preisträger des in diesem Jahr erstmals ausgerufenen und mit je 3.000 Euro dotierten Helios Wissenschaftspreises.

Frau Dr. Jitka Veldema, Sportwissenschaftlerin an der Helios Klinik Kipfenberg, konnte mit einer im European Journal of Neurology veröffentlichten Studie nachweisen, dass sich bei Schlaganfallpatienten eine einmalige Sitzung Magnetfeldstimulation positiv auf die Handfunktionalität auswirkt.

Ein weiterer Wissenschaftspreis ging an den Prof. Alexander Kreuter, Chefarzt der Dermatologie an der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen. Er fand in einer retrospektiven Studie heraus, dass bei Menschen mit HIV-Infektion Warzen immer histopathologisch untersucht werden sollten, um in dieser Hochrisikogruppe Dysplasien oder Karzinome auszuschließen.

Der dritte Wissenschaftspreis, ein Promotionspreis, ging an Dr. Patrick Weil. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungslabor am Zentrum für Forschung in der klinischen Medizin an der Wuppertaler Kinderklinik. Seine in Witten/Herdecke durchgeführte Studie befasst sich mit der Relevanz von Histonen in menschlichen Hodenkarzinomen. Histone sind Proteine, um die sich im Zellkern unser Erbgut wickelt, die DNA. Wenn sich in bestimmten Hodenzellen ein Tumor entwickelt, spielen Histone eine besondere Rolle für die künftige Therapiefestlegung.

Die Zukunft hat begonnen

Den zweiten Tag der Jahrestagung prägten Vorträge, filmische Ausflüge und anschauliche Szenarien zum Krankenhaus und zur Reha von morgen: Der Bereich Personal präsentierte mit der Arbeitsgruppe Assistenzärzte den künftigen, idealtypischen Behandlungsablauf bei einem vernetzten Patienten mit Gallensteinen und stellte außerdem die Gesundheitsberufe von morgen vor; der Bereich IT markierte die aktuelle Digitalisierungsstufe aller Helios Kliniken im Überblick und zeichnete das Helios Klinikum Krefeld als Klinik mit dem aktuell höchsten Digitalisierungsgrad aus.

Und alle Zukunftsszenarien mit einer vom Smartphone des Patienten gesteuerten Speisenversorgung, der Online-OP-Aufklärung über die robotergesteuerte Reinigung des Patientenzimmers bis hin zur Reha-Behandlung, die über das Mobiltelefon zum Patienten nachhause kommt, zeigten den Zuhörern eindringlich: Fast nichts bleibt beim Alten - die Zukunft hat begonnen!

zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren:

Führungskräfte im Austausch

Das war die Jahrestagung 2016

Mit einer durchweg positiven Bilanz für 2016 eröffneten Dr. Francesco De Meo, Vorsitzender der HELIOS Geschäftsführung, und Stephan Sturm, Vorstandsvorsitzender von Fresenius, am Freitag die HELIOS Jahrestagung. mehr...

Pflegekongress in Berlin

Über 1.100 Teilnehmer beim ersten HELIOS Pflegekongress in Berlin

Beim ersten Pflegekongress von HELIOS tauschten sich am 19. und 20. Mai 2017 in Berlin mehr als 1.100 Führungskräfte aus Pflege und Funktionsdiensten zu aktuellen Fragen und Themen der Pflege aus. mehr...

HELIOS Jahrestagung 2015

„Wenn die Zeit reif ist und die Botschaft stimmt…“

Rund 1300 Führungskräfte aus Medizin, Pflege und Management trafen sich am vergangenen Wochenende zur HELIOS Jahrestagung in Berlin. Ab Donnerstag tagten bereits rund 35 Arbeitsgruppen und 25 Fachgruppen. mehr...

Mit einem Klick auf die Karte gelangen Sie zu allen Beiträgen aus den jeweiligen HELIOS-Regionen.

News for international patients

Neueste Artikel