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Helios etabliert zwei neue Sparten

Auf Ebene der erweiterten Geschäftsführung gibt es jetzt die beiden Bereiche 'Ambulante Versorgung' sowie 'Neue Geschäftsfelder und sektorenübergreifende Versorgung'. Wir sprachen mit den verantwortlichen Spartengeschäftsführern Manuel Berger und Dr. Mate Ivancic. 

In der Sparte „Ambulante Versorgung“ sind seit September die Medizinischen Versorgungszentren und die Krankenhaus-Ambulanzen von Helios zusammengefasst. Die Sparte „Neue Geschäftsfelder und sektorenübergreifende Versorgung“ vereint unter anderem die Bereiche Helios Prevention Center (HPC), AMAGS und Wir für Gesundheit (WfG). Welche Ideen haben die zuständigen Geschäftsführer für ihre Bereiche? Wir haben nachgefragt.


Manuel Berger: „Ambulante Versorgung“ (MVZ und KH-Ambulanzen)
Manuel Berger, Sparten-Geschäftsführer Helios 'Ambulante Versorgung', Foto: Thomas Oberländer

Misst Helios der ambulanten Versorgung künftig einen neuen Stellenwert bei?
Ja unbedingt! In den vergangenen Jahren haben wir den ambulanten Bereich eher „mitlaufen“ lassen. Wir sehen jetzt, dass die Medizin immer ambulanter wird und dieser Bereich auch bei Helios sehr schnell wächst. Es kommen viele motivierte Mitarbeiter zu uns, die im ambulanten Akutbereich arbeiten - diese Mitarbeiter wollen und brauchen jetzt mehr als früher unsere Unterstützung.
Und natürlich spielte bei der Entscheidung der Geschäftsführung, eine eigene Sparte für die ambulante Patientenversorgung einzurichten, auch eine Rolle, dass dieser Geschäftsbereich bisher wirtschaftlich nicht auf soliden Füßen stand. Das wollen wir ändern.  
 
Was wird das vorrangige Ziel dieses neuen Geschäftsbereiches sein?
Ich habe nach meinen ersten Gesprächen den Eindruck, dass unsere Mitarbeiter in den MVZs vor Ideen sprühen! Irgendwie ist die Stimmung dort wie zu Beginn meiner Zeit bei Helios - kreativ, ein bisschen chaotisch und ausgesprochen motiviert. Diese Energie möchte ich nutzen, um mehr Patienten von uns zu überzeugen und in dieser Sparte wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen. Denn dann könnten wir auch unabhängig von Kliniken Ärztehäuser und andere ambulante Angebote betreiben. Wenn diese Angebote dann auch noch so sind, dass sie von den niedergelassenen Kollegen als Ergänzung und nicht als Konkurrenz gesehen werden, dann wären wichtige Ziele erreicht! 
 
Inwiefern können wir in der ambulanten Versorgung von Quirònsalud in Spanien lernen?
Die ambulanten Fallzahlen und die Verweildauern von Quirónsalud sind beeindruckend: 11,2 Millionen Menschen haben sich 2017 bei unserer spanischen Schwester ambulant behandeln lassen! Offenbar funktioniert die sektorenübergreifende Zusammenarbeit in Spanien auch angesichts weniger gesetzlicher Hindernisse besser. Was genau wir daraus lernen können, kann ich Ihnen aber noch nicht sagen. Ich fliege aber demnächst nach Madrid und kann dann hoffentlich ein paar Antworten mitbringen! 


Mate Ivancic, Sparte „Neue Geschäftsfelder“
Dr. Mate Ivancic, Sparten-Geschäftsführer Helios 'Neue Geschäftsfelder und sektorenübergreifende Versorgung', Foto: Thomas Oberländer

Welche Vision haben Sie, wenn es um die Verbindung von ambulanter und stationärer Versorgung geht?
Die Medizin hat sich in den letzten Jahren stark verändert: die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung werden immer fließender. Es ist an der Zeit, medizinische Versorgung weder innerhalb geografischer Bundeslandgrenzen noch von Sektorengrenzen wie ambulant oder stationär zu denken.

Zukünftig sollten wir vielmehr an Modellen arbeiten, bei denen wir die Versorgung eines gesamten Landkreises oder einer Region im Blick haben - unabhängig davon, ob der Patient ambulant oder stationär behandelt wird. Dies würde viele Probleme, an denen unser Gesundheitswesen derzeit krankt, zumindest in großen Teilen lösen – etwa Doppeluntersuchungen, Informationsdefizite zwischen den Sektoren, aufwändige MDK-Verfahren. Vergleichbare Modelle finden wir schon bei Quirónsalud in Spanien oder bei Fresenius Medical Care. Hier wird es unsere Aufgabe sein, von ausländischen Modellen zu lernen und daran zu arbeiten, diese in Teilen auch in Deutschland umzusetzen.
 
Auf welche politischen Rahmenbedingungen müssen wir uns hier in Zukunft einstellen?
Die Politik hat aufgrund des Föderalismus und der Selbstverwaltung auf Bundes- und auf Landesebene nur begrenzte Spielräume. Hier werden wir meines Erachtens in Zukunft mehr Regulierung innerhalb der bestehenden Sektoren erleben, die unsere unternehmerische Freiheit einschränkt. Die anstehenden Mindestbesetzungsregelungen in der Pflege oder die Herausnahme der Pflegekosten aus den DRGs sind vermutlich nur der Anfang. Innovationen, die grundlegend andere Ansätze der Versorgung entwickeln, sollten wie in anderen Branchen von den einzelnen Akteuren kommen. Hier sehen wir uns als Wegbereiter und Pionier, neue Wege zu gehen! Das nicht zwingend allein, sondern durchaus in Kooperation mit anderen Akteuren wie Krankenkassen, universitären Einrichtungen oder anderen Klinikträgern.

Welche Weiterentwicklung sehen Sie für HPC, AMAGS und WfG und was werden hier Ihre ersten Schritte sein?
Prävention, Arbeitsmedizin und unser trägerübergreifendes Gesundheitsnetzwerk sind hoch spannende Felder. Meine Aufgabe wird sein, zu prüfen, wie wir diese drei Bereiche erfolgreich weiter entwickeln können, um konkurrenzfähig zu sein - ob allein oder in Kooperation mit anderen Unternehmen, die bereits in diesen Feldern erfolgreich sind. Wichtig ist zum einen eine fundierte Perspektive für Wachstum und zum anderen, dass die Unternehmensbereiche unabhängig von den Kliniken erfolgreich sind. Die Synergien mit unseren Kliniken und MVZs sind zwar wichtig, sollten aber meines Erachtens nur ein Zusatznutzen sein und nicht durch diese „quersubventioniert“ werden.

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