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Technik rund um den Patienten

Patienten begegnen moderner Medizintechnik und vielen anderen technischen Lösungen in den unterschiedlichsten Stadien ihres Genesungsprozesses - von der Aufnahme, über Diagnostik und Operation bis hin zur Entlassung. Einige Beispiele aus unseren Kliniken.


Patientenaufnahme 2.0: Schnell und ohne Papier

Die digitale Patientenakte ist da! Sie wird kurz „DigiPat“ genannt, im Helios Klinikum Berlin-Buch und weiteren Helios Kliniken im Verlauf des Jahres 2018 nach und nach auf allen Stationen eingeführt. Gesundheits- und Krankenpflegerin Rosemarie Ulrich, stellvertretende Stationsleitung der Kardiologie in Berlin-Buch, hat die Einführung in den vergangenen Wochen begleitet.

Am Tablet-Computer können Pflegekräfte und Ärzte auf die neue digitale Patientenakte zugreifen. Foto: Thomas Oberländer

Sie sagt: „Ich nutze WhatsApp und Skype mit meiner Tochter, die in Neuseeland Meeresbiologin ist. Natürlich will ich auch die neue digitale Welt auf meiner Station verstehen und anwenden können!“ Die erste Woche war für alle eine Umstellung. „Übung hilft und wir spüren eine Erleichterung. Wir suchen keine Akten mehr, können parallel daran arbeiten. Anordnungen sind immer eindeutig lesbar und das Zusammenstellen der Medikamente geht einfacher“, so Rosemarie Ulrich. Abrufbar ist die digitale Patientenakte über Tablets, mobile Stationswagen und über stationäre Computer. Gesundheitsdaten der Patienten können einfach und schnell durch die Pflegekräfte direkt am Bett oder bei Untersuchungen erfasst und aktualisiert werden. Text: Anja Himmelsbach



Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) im Herzkatheterlabor. Foto: Christian Lord Otto

Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist eine besondere Form der Herzkatheteruntersuchung, mit der Herzrhythmusstörungen detailliert analysiert und behandelt werden können. Im Helios Klinikum Siegburg wird sie in Herzkatheterlaboren mit modernster technischer Ausstattung durchgeführt. Eine Röntgenanlage mit minimierter Strahlenbelastung sowie neueste 3-D-Verfahren zur Visualisierung des Herzens erzeugen Bilder, die während der Behandlung zeitgleich in einen hochauflösenden Monitor integriert werden können.


OP-Leiterin Cindy Schröder und Medizintechniker Stefan Ammon im neu ausgestatteten Hybridoperationssaal des Herzzentrums Leipzig. Foto: Stefan Möslein

Neuer Hybridoperationssaal am Herzzentrum Leipzig

Seit März werden im völlig neu gestalteten Hybridoperationssaal (OP) im Herzzentrum Leipzig Transkatheter-Aortenklappen implantiert und Mitra Clips im Herz gesetzt. „Hybrid“ bedeutet dabei, dass der Raum zugleich als OP und Herzkatheterlabor fungiert. „Wir haben viele leistungsstarke Geräte auf engstem Raum, die miteinander kommunizieren“, erklärt Projektleiter Stefan Ammon. „Der OP ist ergonomisch auf die Anwender angepasst und absolut Hightech“, so der Medizintechniker. „Mit der frei im Raum beweglichen Röntgenkatheteranlage setzen wir einen neuen Standard“, ist Ammon überzeugt. Das Besondere: Die Ärzte erhalten auf einem Großdisplay alle Informationen durch Bildfusion und die parallele Darstellung von Röntgen-, Ultraschall- und 3-D-CTMRT-Bildern. Stefan Ammon: „Durch die verbesserte Bildgebung lässt sich der Einsatz der schädlichen Röntgenstrahlung auf ein Minimum reduzieren.“


Statt der bisherigen „Dosette“ (links) erhalten Patienten in Krefeld künftig individuelle Tütchen, verpackt vom Automaten anhand der Verschreibungen laut digitaler Patientenakte. Foto: Sandra Greins

Automatisierung in der Apotheke: Patientensicherheit und Arbeitsentlastung in der Pflege

Der zeitliche Aufwand für das pflegerische Vorbereiten von Medikamenten ist hoch. Wie Erhebungen zeigen, gibt es immer wieder Fehler wie falsche oder fehlende Medikamente – trotz etablierter Kontrollmechanismen wie dem Vier-Augen-Prinzip. Durch eine patientenbezogene  maschinelle „Verblisterung“ ist deutlich mehr Sicherheit möglich. Dabei werden die Medikamente durch einen Automaten individuell für jeden Patienten verpackt.
So erhalten diese – zum Beispiel im Helios Klinikum Krefeld – künftig keine Dosette mit Medikamenten für „Morgens/Mittags/Abends/Nachts“ mehr, sondern einzelverpackte Tütchen für jeden Einnahmezeitpunkt. Voraussetzung dafür sind die elektronisch hinterlegten ärztlichen Verordnungen aus der digitalen Patientenakte. Diese werden automatisch in Packaufträge für einen Dispensierautomaten (Unit-Dose) verarbeitet. Die meisten festen oralen Arzneiformen wie Tabletten und Kapseln können mit dem Unit-Dose-System verpackt werden. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von rund 50 Blistern pro Minute verpackt die Maschine etwa 10.000 Arzneimittel pro Tag. Auf die produzierten Tütchen werden der Patientenname, Art- und Stärke des Arzneimittels, Einnahmezeitpunkt und, wenn notwendig, weitere Informationen gedruckt.

Im Anschluss durchlaufen die produzierten Tütchen ein optisches Kontrollgerät, das die Anzahl, Größe und Farbe der Tabletten noch einmal überprüft und die Bilder elektronisch speichert. „So kann eine praktisch fehlerfreie Medikation sichergestellt werden“, erläutert Cyril Grether, Projektleiter für die Umsetzung in der Krefelder Apotheke. Gleichzeitig wird die Pflege spürbar entlastet: „Die Verordnungsdaten müssen von den Stationen nicht mehr aktiv geschickt werden. Das klassische Zusammenstellen der Medikation entfällt auf Station zum großen Teil.“ Für Spätaufnahmen, Akut- und Bedarfsmedikationen sowie alle anderen nicht verblisterbaren Arzneimittel halten die Stationen auch weiterhin Arzneimittel vor, die auf klassischem Wege bestellt werden können. Text: Marina Dorsch


Adipositas-App als Coach schon vor der Operation


Bei Helios werden derzeit mehrere Apps entwickelt, die Patienten im Anschluss an oder vor Operationen begleiten. Ein Beispiel: Derzeit entsteht eine App in Kooperation mit Smart Helios und eHealth Berlin-Buch. Sie wird künftig Patienten, die sich einem adipositaschirurgischen Eingriff unterziehen, als eine Art „Coach“ angeboten. Prof. Dr. Jürgen Ordemann, Leiter des Zentrums für Adipositas und Metabolische Medizin im Helios Klinikum Berlin-Buch: „Die Patienten erhalten Therapieinformationen sowie Lern- und Ratgeberthemen. Die App dient außerdem als Feedbackinstrument für Gewichtsverlauf, Blutdruck und Blutzucker.“ Text: Jacinta Homans



Disponent und Logbuch-Key-User Christoph Neumann behält am PC den Überblick über den internen und externen Patiententransport. Foto: Mathias Bonatz

Software organisiert den Fahrdienst nach Hause

Immobile Patienten benötigen einen Fahrdienst, um nach der Entlassung nach Hause zu kommen.
Bisher waren oft mehrere Telefonate nötig, um dafür einen passenden Dienstleister zu organisieren. Eine digitale Schnittstelle der hauseigenen Transportsteuerungssoftware „Logbuch“ leitet nun im Helios Hanseklinikum Stralsund automatisch den Fahrauftrag an einen Fahrdienst weiter. Durch die Schnittstelle bleibt die Logistikleitstelle über Abholung, Fahrzeit und Ankunft des Patienten am Zielort auf dem Laufenden. Damit entfallen langwierige Abstimmungen, die Transparenz steigt und die Wartezeiten sinken.

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