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Fast Track Surgery

Schnelle Erholung nach einer Operation

Damit Patienten schnell wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können, kommt in Hildesheim das Konzept "Fast Track Surgery" zum Einsatz.
Besprechen die Operation: Prof. Dr. Axel Richter und Florian Hobrack. (Foto: Ronald Schmidt)

Für das Wohl des Patienten arbeiten Chirurgen, Anästhesisten und Pflegekräfte hierbei Hand in Hand. Vor allem Patienten mit Darmerkrankungen profitieren in Hildesheim von der Fast Track Surgery. Einer von ihnen ist Peter Bock. Der 54-jährige Elektromeister aus Salzgitter kam im Februar 2017 mit starken Blutungen in die Notaufnahme. Die Diagnose: Krebs im Enddarm, der operativ entfernt werden muss. Nach zweifacher Chemotherapie und Strahlentherapie stand der Eingriff in Hildesheim an.

Vorbereitung

Vor dem Eingriff wird Peter Bock Blut abgenommen und er wird über Narkose sowie Eingriff aufgeklärt. Computertomographieaufnahmen und eine Endosonografie werden angefertigt. „Wir möchten unsere Patienten in die Behandlung einbinden, sodass sie an ihrer Genesung aktiv mitarbeiten“, so Prof. Dr. Axel Richter, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Arzt und Patient müssen ein Team bilden. Dafür klären wir sie auf, informieren und motivieren sie.“ 

Von der Aufnahme bis zur Operation
Bei der schnellen Genesung bilden Arzt und Patient ein Team. (Foto: Ronald Schmidt)

Einen Tag vor der Operation bezieht Peter Bock sein Zimmer. Statt Darmspülung und Fasten stehen am Abend noch eine kleine Mahlzeit und bis zwei Stunden vor der Operation sogar noch klare Flüssigkeiten auf dem Proramm, um die Funktion des Darms aufrechtzuerhalten. „Aktuelle Studien haben gezeigt, dass sich Darmspülungen, die bislang vor jeder Dickdarmoperation durchgeführt wurden und unangenehm sind, negativ auf die Genesung auswirken, da sie zu einer Elektrolytverschiebung im Körper führen“, erklärt Prof. Richter. „Deshalb verzichten wir heute darauf.“

Außerdem erhält Peter Bock eine Periduralanästhesie (PDA), das heisst eine rückenmarksnahe Anästhesie. So müssen weniger starke Schmerzmittel gegeben werden und es treten weniger Übelkeit oder Erbrechen auf.

Während der Operation

Mit einer schonenden minimalinvasiven Technik entfernen die Chirurgen in einem vierstündigen Eingriff über nur wenige Hautschnitte das Tumorgewebe im Darm. Während der Operation erhält Peter Bock nur so viel Flüssigkeit, wie er benötigt, und ein leichtes Narkosemittel. „Eine gute Operation ist beim Fast Track nur die halbe Miete. Erst durch eine effektive Schmerztherapie kommt der Patient schnell wieder auf die Beine“, so Prof. Richter.

Nach der Operation

„Ich konnte nach meinem Eingriff sofort etwas trinken und habe schon am nächsten Morgen einen Joghurt gegessen“, berichtet Peter Bock. „Ich hatte keine Schmerzen und war überrascht, dass ich so schnell wieder fit war.“ Durch den schnellen Kostaufbau trocknet der Körper nicht aus, der Elektrolythaushalt im Blut wird nicht gestört und der Darm bleibt aktiv. Über den Schmerzkatheter erhält der zweifache Familienvater die ersten drei Tage nach der Operation Schmerzmedikamente, die seinen Organismus kaum belasten. So kann er am Tag nach der Operation mit Hilfe der Pflegekräfte seine ersten Schritte machen. Die frühe Mobilisation aktiviert die Selbstregulierung des Körpers und verhindert Thrombosen, Lungenembolien und -entzündungen.

„Eine Dickdarmoperation galt lange Zeit als mittelgroßer chirurgischer Eingriff, nach dem die Patienten bis zu 15 Tage im Krankenhaus bleiben mussten“, so Prof. Richter. „Fast Track hat die Darmchirurgie revolutioniert. Denn umso weniger man in den natürlichen Lauf des Körpers eingreift, umso schneller erholt er sich“. Nach nur einer Woche kann Peter Bock das Klinikum verlassen.

Patientenschulungen: Selbstmanagement der Patienten fördern

von Dr. Michaela Freund-Widder | Hamburg

„Ziel der Patientenschulungen ist es, das Wissen und die Einstellung der Patienten zu ihrer anstehenden Hüft- oder Knie-Operation zu fördern – und damit das Selbstmanagement“, so Uwe Westhues, Pflegedirektor der HELIOS ENDO-Klinik Hamburg. „Deshalb schicken auch wir unseren Patienten etwa drei Wochen vor der Operation unser Patientenbegleit- und Schulungsheft und laden sie zur Patientenschulung ein. So erfahren sie schon vor dem Klinikaufenthalt anhand eines Patientenpfads und physiotherapeutischer Übungen, wie ihre Behandlung aussehen wird.“

In den einstündigen Gruppenschulungen am Vortag der Operation erklären Pflegende die nächsten Schritte in der Klinik und beantworten Fragen zur Operationsvorbereitung, zur Patientensicherheit, zum Alltagsmanagement und zum Schmerz- und Wundmanagement. Physiotherapeuten erläutern die Erstmobilisation nach der Operation, zeigen Hilfsmittel und unterstützende krankengymnastische Übungen.

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