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Abenteuer Alter

Besondere Menschen, besondere Schicksale

Lernen Sie ältere Mitarbeiter und Patienten von Helios kennen, die mit ihren Geschichten, ihrem besonderen Mut und ihren Abenteuern unsere Kollegen vor Ort rührten und begeisterten.
„Es geht mehr, als man glaubt“
Für Maria Kern gehört Sport einfach dazu – auch nach dem Herzinfarkt. (Foto: Kristin Wollbrandt)

Kristin Wollbrandt | Pirna

Maria Kern (79) fühlte sich fit und gesund, nahm an Europa- und Weltmeisterschaften für Senioren in verschiedenen Wurfdisziplinen teil. Doch im April 2016 bemerkte sie plötzlich starke Brustschmerzen. „Ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmt“, sagt sie. Die Diagnose: Herzinfarkt und kardiogener Schock. Sie wurde im Herzkatheterlabor des Helios Klinikums Pirna notoperiert. Danach war zunächst alles anders. „Ich bin von 100 Prozent Leistung auf nahezu null Prozent gefallen.“

Bewegung, ausgewogene Ernährung, keine Zigaretten und wenig Alkohol – „dadurch wird statistisch das Risiko für einen Herzinfarkt reduziert“, sagt Prof. Dr. Steffen Schön, Chefarzt der Kardiologie in Pirna. Maria Kern hielt sich an diese gesunde Lebensweise, gehörte aber trotzdem wegen ihres hohen Blutdrucks und schlechten Cholesterinwerten zur Risikogruppe.

Nach dem Infarkt probierte sie unter ärztlicher Obhut, was noch geht. „Und es geht mehr, als man glaubt“, sagt die ehemalige Sportlehrerin. „Anfangs waren zwei Treppenstufen gefühlt der Mount Everest“. Nach und nach konnte sie ihre Belastung aber wieder steigern. Zunächst im Haushalt und bei der Gartenarbeit. Ihre Grenzen nahm sie dabei bewusst wahr: „Wenn ich gemerkt habe, dass ein Schweißausbruch kommt, habe ich eine Pause gemacht.“ Schließlich wagte sie sich auch wieder an den Sport. Mit Erfolg: Fast genau ein Jahr nach dem Infarkt nahm sie in Niesky in der Oberlausitz am Werferdreikampf teil – und siegte in ihrer Altersklasse.

Dennoch ist Siegen nicht alles. „Nach dem Infarkt konnte ich nicht mal zwei Kartoffeln schälen. Heute kann ich wieder ohne große Mühe 14 Rouladen für meinen Mann, meine Kinder und Enkel kochen. Das ist für mich Lebensqualität.“
 

Mit 71 durch die Alpen biken
50 Jahre unfallfrei: „Mich hält meine Leidenschaft jung“, sagt die 71-jährige Evelyn Hildebrandt.

Dr. Michaela Freund-Widder | Hamburg

Während viele 70-Jährige wohl am liebsten auf dem heimischen Sofa sitzen oder im eigenen Garten werkeln, fühlt sich Evelyn Hildebrandt auf einem „Mopedsattel“ am wohlsten. Mit 71 Jahren schwingt sich die Mitarbeiterin der Helios ENDO-Klinik Hamburg noch immer auf ein Motorrad und scheucht das Gefährt über die geschwungenen Landstraßen in ganz Europa. Erst kürzlich hat sie eine Tour mit Freunden durch die Alpen gemacht.

„Es ist einfach herrlich, so frei und ungezwungen auf zwei Rädern durch die wunderbare Landschaft zu cruisen. Mit allen Sinnen die Umgebung wahrzunehmen, den Duft der Wiesen zu erleben, den Fahrtwind zu spüren und die Kurven zu beherrschen ist ein echtes Glücksgefühl“, sagt die Bikerin.

Ihren Motorradführerschein hat Evelyn Hildebrandt vor 50 Jahren gemacht. 1967 war sie 21 Jahre alt und fuhr mit ihrer Clique regelmäßig auf ihrer Yamaha 350 durch Deutschland.

„Ich bin eigentlich über das Skifahren zum Motorradfahren gekommen und bin schon als Skifahrerin ziemlich exzessiv die Buckelpisten runtergedonnert“, so Evelyn Hildebrandt. „Mich reizt bei beiden Sportarten aber nicht nur die Schnelligkeit, sondern ich wollte immer meine Technik und besonders meine Kurvenlinien verbessern.“

Als „Motorradoma“ unter den Bikern fühlt sich Evelyn Hildebrandt nicht. Ganz im Gegenteil: „Mich hält meine Leidenschaft jung“, so die Mutter von drei Söhnen, die übrigens noch nie einen Unfall gebaut hat. Ihr nächstes Ziel: „Ich möchte noch einmal wie vor 40 Jahren eine Tour durch die wunderschöne Landschaft der Ardèche im wilden Südosten Frankreichs machen, am liebsten auf einer Yamaha 650.“
 

Eiserne Hochzeit im Krankenbett
Der 90-jährige Hochzeitsjubilar Helmut und seine Ehefrau Ruth Schmidt (87) lagen Seite an Seite im Krankenbett des Klinikums. Eigentlich wollten die Eheleute ihre Eiserne Hochzeit feiern. (Foto: Sandra Oehmer)

Sandra Oehmer | Gotha

Geteiltes Leid ist halbes Leid, könnte man meinen, wenn man Familie Schmidt glücklich Händchen haltend im Krankenbett liegen sieht. Der 90-jährige Helmut und seine 87-jährige Ehefrau Ruth aus dem thüringischen Städtchen Ohrdruf wollten eigentlich gemeinsam ihre Eiserne Hochzeit begehen. Ein Missgeschick machte beiden einen Strich durch die Feier: Helmut Schmidt stürzte am Jubiläumstag zuhause und wurde mit einer Schenkelhalsfraktur in das Helios Klinikum Gotha gebracht.

Ein kleiner Trost: eine große Feier und viel Trubel waren ohnehin nicht geplant. Als am nächsten Tag die Schwestern fragten, ob sie ihm noch jemanden in sein Zimmer legen dürfen, freut er sich auf Gesellschaft. Der 90-Jährige konnte es kaum glauben, als die Zimmertür aufging und seine Frau im Krankenbett hereingeschoben wurde. Auch sie war zuhause gestürzt und wurde ebenso wie er mit einer Schenkelhalsfraktur eingeliefert. „Du wolltest wohl, dass ich nicht so alleine bin“, kommentierte er mit Humor.

Beide nehmen es mit Fassung und freuen sich, dass nichts Schlimmeres passiert ist und sie gut versorgt sind. Schließlich haben Sie in den 65 Jahren Ehe schon viel erlebt und konnten sich in guten und schlechten Zeiten aufeinander verlassen. Das Rezept für eine lange Ehe verrät der Helmut Schmidt auch: „Wissen Sie, den Frauen muss man immer Recht geben und ab und an auf Durchzug schalten, dann klappt das.“

Beide haben inzwischen ihre Operationen gut überstanden und konnten gemeinsam in die Rehabilitation gehen.
 

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