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Bereits in der Notaufnahme brauchen wir mehr geriatrisches Wissen

Durch den demografischen Wandel steigt die Zahl geriatrischer Patienten. Helios hat mit seinen vielen geriatrischen Fachabteilungen, dem Zugang zu universitärer Forschung sowie umfangreichen Daten und Erfahrungen gute Voraussetzungen, die Debatten mitzugestalten – medizinisch, politisch und wirtschaftlich.
"Die große Stärke der Geriatrie liegt im geriatrischen Assessment", sagt Dr. Thomas Zeile, Chefarzt der Klinik für Akutgeriatrie und Frührehabilitation in der Helios Johannes Klinik Duisburg und Leiter der Helios Fachgruppe Geriatrie

Die Behandlung alter Menschen erfordert mehr als das Wissen um häufige Krankheiten im Alter. Erkrankungen bei Betagten äußern sich und verlaufen anders als bei jüngeren Menschen. Das erfordert eben auch Spezialisten – die Geriater. Wir können in nahezu jeder zweiten Akutklinik bei Helios eine geriatrische Abteilung vorhalten. Darauf können wir stolz sein.

Die Stärke der Geriatrie liegt im geriatrischen Assessment, mit dem wir die typische Multidimensionalität von Krankheit erfassen und gezielt gegensteuern können. Dies unterscheidet uns von einer internistischen Abteilung. Besser: Es erweitert unsere Möglichkeiten enorm. Heute, wo medizinisch sehr viel machbar ist, ist es umso wichtiger, auf einer guten Datengrundlage entscheiden zu können, ob ein Patient eine komplexe Prozedur noch verträgt, weil er biologisch und kognitiv jünger ist als kalendarisch, oder ob man ihn besser davor bewahrt, weil das Risiko ernster Komplikationen zu hoch ist. Hier stehen wir vielen Kliniken bereits mit Rat und Tat zur Seite. Zu diesem Themenkomplex hat in den letzten Jahren viel Forschung stattgefunden und hier kann die Geriatrie viel leisten.

In den letzten Jahren sehen wir in unseren Kliniken einen rasanten Anstieg des Bedarfes in der Notfallbehandlung alter und hochbetagter Menschen. Dieser Anstieg ist Folge der demografischen Entwicklung. Um diesen Bedarf zu decken, muss geriatrische Fachkompetenz künftig noch stärker in unseren Notaufnahmen verankert werden, wie es an einigen Standorten bereits der Fall ist.

Geriatrisches Fachwissen muss sich in der heutigen, schnelllebigen Zeit mit dem wirtschaftlichen Diktat der Abrechnung von diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG) und erheblichem Druck seitens der Krankenkassen von Beginn des Klinikaufenthaltes an zum Wohle des Patienten in gemeinsame Behandlungskonzepte einbringen.

Ein gutes Beispiel ist die Alterstraumatologie, wo Unfallchirurgen und Geriater Patienten bereits gemeinsam bis zur Entlassung behandeln. Dies wird sich künftig noch mehr auf andere Fachgebiete ausweiten müssen.

Mit unseren zahlreichen Kliniken verfügen wir bei Helios über viele Daten und Kenntnisse über unsere alten Patienten. Diese Daten sollten künftig besser zur Klärung verschiedener Fragestellungen im Rahmen von Studien eingesetzt werden. Hilfreich kann dabei sein, dass wir am Standort Schwelm in Verbindung mit der Universität Witten-Herdecke über einen renommierten Lehrstuhl für Geriatrie verfügen und mit dem Chefarzt und Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner auch den kommenden Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie in unseren Reihen haben.

Die Forschung der kommenden Jahre wird noch mehr Aufschluss im Bereich von geriatrischen Syndromen und Erkrankungen wie Sarkopenie, Malnutrition und Frailty bringen, aber auch immer mehr ambulanten Konzepten die Türen öffnen. Die geriatrische Versorgung alter Menschen in ihrer Gemeinde ist Ziel vieler Projekte und kann bereits vor einer akuten Erkrankung ansetzen und Notfälle vermeiden helfen.

Bei Helios erforschen wir gerade Möglichkeiten einer ambulanten Sturzvermeidung und Intervention im Rahmen eines europäischen Großprojektes. Und auch bei uns wird das Thema Digitalisierung immer wichtiger. Immer mehr Ältere sind auch handy- und computeraffin geworden. Das kann man gut nutzen.

Politisch ist die Auseinandersetzung mit den Hausärzten in den Gremien ein herausforderndes Feld der Gegenwart und Zukunft. Hier müssen wir uns gegen ungerechtfertigte Ansprüche zur Wehr setzen. Und wir müssen im Unternehmen die Reha stärken, die deutlich zu selten erfolgt. Es bleibt also auch in den nächsten Jahren wie immer spannend.

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