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Aus- und Weiterbildung

Assistenzarztprogramme bei Helios

Bei Helios engagieren sich Ärzte und Fachleute intensiv für die Weiterbildung von Assistenzärzten. Wir stellen Beispiele vor, wie Ärzte und Kliniken bei Helios diese wichtige Aufgabe angehen.

Die Landesärztekammern geben zwar vor, wie oft ein Assistenzarzt bestimmte Behandlungen und Prozeduren ausüben muss und welche sonstigen Qualifizierungen notwendig sind, um als Facharzt zugelassen zu werden. Wie die Kliniken die Ausbildung konkret gestalten, ist ihnen aber weitgehend selbst überlassen.

Fachgruppencurricula in der Facharztausbildung
Dr. Matthias Popp, Helios Weißeritztal-Kliniken

Mehrere Helios Fachgruppen haben sich auf gemeinsame Curricula geeinigt. Damit geben sie den jungen Ärzten einen Überblick darüber, welche Kenntnisse sie in welchem Jahr ihrer Assistenzarztzeit erwerben und an welchen Fortbildungen sie teilnehmen werden. Dies gibt Sicherheit und zeigt, dass die Ausbildung der Assistenzärzte ernst genommen wird.

Beispiel Intensivtherapie:
Chefarzt Dr. Matthias Popp, Helios WeißeritztalKliniken: „Das Curriculum im Bereich Intensivtherapie berücksichtigt das Wissen aktueller Therapieleitlinien und interne Fachgruppenbeschlüsse bei Helios. Das Curriculum enthält praktische Bestandteile wie Bronchoskopie- und Ultraschallmodule. Zusätzlich denken wir interdisziplinär: Nicht nur in den Helios Weißeritztal-Kliniken arbeiten Assistenzärzte verschiedener Fachrichtungen wie Anästhesie, Innere Medizin und Chirurgie eng zusammen. Wir schulen sie deshalb generell gemeinsam. Oft tauschen sich die Kollegen auch untereinander aus. Wenn wir Therapieansätze in der Theorie oder der klinischen Praxis vorstellen, entstehen oft Diskussionen in der Gruppe und mit den Referenten über verschiedene Vorgehensweisen und Erfahrungen.

Prof. Dr. Percy Lehmann, Helios Universitätsklinikum Wuppertal – Universität Witten/Herdecke

Beispiel Dermatologie:
Die Zahl der Assistenzärzte in der Dermatologie ist deutlich geringer als in anderen Disziplinen. Deshalb wird in ihrer Fortbildung stärker auf externe Anbieter zurückgegriffen. Dennoch baut die Fachgruppe auf ein Curriculum und planbare Strukturen. Prof. Dr. Percy Lehmann, Zentrum für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie, Helios Universitätsklinikum Wuppertal – Universität Witten/Herdecke: „In kleineren Disziplinen wie der Dermatologie muss sicherlich der Besuch von Fortbildungen und die Besetzung der Dienste austariert werden. Das lässt sich aber mit guter Organisation, also funktionierenden Strukturen, bewältigen.

Wie in anderen Kliniken beinhaltet die Ausbildung der Assistenzärzte in der Dermatologie des Helios Universitätsklinikums Wuppertal Rotationen innerhalb der Abteilung und regelmäßige interne Fortbildungen. Darüber hinaus nehmen die Assistenzärzte an externen Fortbildungen teil, etwa an den überregional bedeutsamen Kongressen der Fachgesellschaften, am Derma-Update oder kurz vor der Facharztprüfung am Dermatologierepetitorium. Ein regelmäßig aktualisierter Fortbildungsplan der Abteilung stellt sicher, dass alle Assistenten entsprechend ihres Ausbildungsstandes an für sie geeigneten Fortbildungen teilnehmen können. Die Teilnahmegebühren werden über Leistungsorientierte Mittel (LOM)finanziert.“

Crashkurs Notaufnahme
Dr. Guido Kemmeries, Helios Klinikum Krefeld Foto: Sandra Greins

Für viele Assistenzärzte ist eine Rotation in die Notaufnahme eine besondere Herausforderung und teilweise auch mit Ängsten verbunden. Der „Crashkurs Notaufnahme“, den sie unmittelbar vor oder zu Beginn ihrer Zeit in der Notaufnahme absolvieren, gibt jungen Kollegen das notwendige Rüstzeug dafür.

Dr. Guido Kemmeries, Chefarzt des Instituts für Notfallmedizin im Helios Klinikum Krefeld: „Notaufnahmen sind zentrale Anlaufpunkte für Patienten mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen und Verletzungen. Die richtige Diagnose und Erstversorgung erfordert viel Aufmerksamkeit und schnelles, sicheres Handeln. Schwerpunkte im Crashkurs bilden unter anderem die „Red Flags“, das Erkennen von Alarmsymptomen in der Notfallmedizin, sowie praktische Übungen wie Notfallsonographie, Atemwegsmanagement und Reanimationstraining. Unser Ziel ist es, den medizinischen Nachwuchs, eingebettet in ein erfahrenes Team, gezielt auf diese verantwortungsvolle Aufgabe vorzubereiten und eine gleichbleibend hohe Versorgungsqualität rund um die Uhr sicherzustellen.“

„Start-up“-Formate in der Weiterbildung
Atemwegstechnik – die Teilnehmer üben mit Prof. Dr. Robert Hanß verschiedene Techniken bei schwieriger Intubation am Modell. Foto: Anja Paar

„Start-up Anästhesie“ ist ein deutschlandweit einzigartiges Fortbildungsangebot für junge Ärzte mit klar definierten, einheitlichen Inhalten und Lernzielen. In dreitägigen Kursen erhalten die Teilnehmer einen fundierten Einblick in die Anästhesie mit praktischen Übungen, Rollenspielen und Zeit für direkten kollegialen Austausch. Nach diesem Vorbild aus der Allgemein- und Viszeralchirurgie wurden inzwischen bei Helios auch Start-upFormate in anderen Fachrichtungen etabliert.

Prof. Dr. Robert Hanß, Initiator und Organisator des Projektes „Start-Up Anästhesie“ sowie Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie im Helios Klinikum Bad Saarow: „Unser Ziel ist es, das vorhandene Wissen der jungen Ärzte zu vertiefen und ihnen das Rüstzeug für einen sicheren Einstieg in die Anästhesiologie zu vermitteln. Wir begegnen hochmotivierten Berufseinsteigern, die unter einem enormen Druck stehen. Frisch von der Uni, bringen sie ein großes theoretisches Wissen mit, haben aber oft Mühe, es im klinischen Alltag einzusetzen. Darüber hinaus stehen sie den Herausforderungen der Anästhesietechnik gegenüber.

Unser Curriculum bietet einen geschützten Raum, in dem alle Fragen erlaubt sind. Die Teilnehmer sind für diese entspannten Lernbedingungen, die auch viele praktische Übungen beinhalten, ausgesprochen dankbar. Mit unserem Angebot schaffen wir eine einheitliche Wissensbasis. Zudem ist das Start-up der erste Schritt in einer strukturierten Facharztausbildung, denn für die Bewerber ist die Ausbildungsqualität ein entscheidendes Kriterium.“

Simulationstrainings in der Assistenzarztausbildung
Teamarbeit simulieren. Foto: Christian Fischer

Wenn Dr. Beate Lenk Assistenzärzte im Erfurter Simulationszentrum begrüßt, blickt sie in der Regel in aufgeschlossene Gesichter. „Die jungen Leute kennen Simulatoren vom Studium. Darum gehen sie mit der Situation zunächst recht entspannt um“, weiß die Leiterin des Helios Bildungszentrums Erfurt. Zunächst. Denn während in Lehrzeiten Theorie vermittelt wurde, steht im Simulationszentrum mehr als Praxis auf dem Plan: Hier erfahren die jungen Ärzte, wie sie im Team funktionieren, wie sie auf Patienten oder Kollegen in Stresssituationen wirken. Hier müssen sie sich trauen, in simulierten Notfallsituationen auch mal quer zu denken und zu handeln.

„Das Simulationstraining ist im Prinzip die Brücke zwischen dem Erlangen des theoretischen Wissens und seiner Anwendung am Patienten“, benennt Dr. Lenk den großen Vorteil für die mehr als 400 Assistenzärzte in Erfurt. Mehr als 200 Trainings sind in der Seminardatenbank des Maximalversorgers hinterlegt, Zusatztermine auf Wunsch möglich. Und das bei wachsender Bandbreite an Angeboten: Denn neben brenzligen Situationen im Notfallzentrum und auf der Intensivstation können inzwischen auch Fälle in der Geburtshilfe sowie in Fachrichtungen wie Innere Medizin, Geriatrie und Neurologie simuliert werden. Trainiert werden dabei zum Beispiel Beatmung, Atemwegssicherung oder Kreislauftherapie.

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