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Obacht geben

Wie Sie bei Glatteis durch den Pinguin-Gang Stürze vermeiden können.

Aktuell kann es auf Straßen und Wegen schnell zu einer erhöhten Glatteis- und Rutschgefahr kommen. Das bedeutet ein gesteigertes Unfallrisiko für Fußgänger. Wir geben Tipps, wie Sie Stürze und Verletzungen vermeiden können.

Sicher über das Eis mit dem Pinguin-Gang, Fotocredit: Fotolia.com

Die zunehmende Kälte und das damit einhergehende Glatteis stellen insbesondere für ältere Menschen eine Herausforderungen dar.
Prof. Dr. med. Kendoff, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Helios Klinikum Berlin-Buch, gibt Hinweise, wie sie sich vor Stürzen schützen können.

Folgende Regeln können helfen, das Sturzrisiko zu reduzieren und die Sicherheit auf Glatteis zu verbessern:
  • Schuhwerk mit Profil tragen, bei Bedarf können auch sogenannte Spikes genutzt werden.
  • Für mehr Sicherheit wenden Sie den sogenannte Pinguin-Gang an: Beim Gehen liegt der Körperschwerpunkt normalerweise in der Körpermitte. Bei dem Pinguin-Gang wird der Schwerpunkt über dem vorderen, also dem auftretenden Bein ausgerichtet. Der Fuß setzt jeweils mit ganzer Sohle auf. Die Schrittlänge ist kurz und langsam. Für mehr Stabilität neigen Sie sich leicht nach vorn.
  • Das Festhalten am Geländer und das Gehen entlang der Hauswand unterstützen die Sicherheit zusätzlich.
  • Da prinzipiell bei Glatteis ein Wegrutschen des Rollators möglich ist, rüsten Sie Ihren Rollator wenn möglich mit Profilräder aus.
  • Um sich auf den Weg konzentrieren zu können, ist es wichtig Hilfsmittel wie Brille oder Hörgerät zu benutzen.
Prof. Dr. med. Daniel Kendoff,Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Kommt es dennoch zu einem Sturz, ist es besonders wichtig, den Kopf und den Rücken zu schützen. Bei einem Sturz nach vorn sollten die Unterarme vor den Kopf gehalten werden. Bei einem Sturz nach hinten sollte der Kopf auf die Brust genommen werden. „In beiden Fällen ist das leichte Einknicken der Knie sinnvoll“, erklärt Prof. Kendoff.

Wenn sich trotz Vorsichtsmaßnahmen ein schwerer Sturz ereignet hat, können sie sich an den Fachbereich der Orthopädie und Unfallchirurgie im Helios Klinikum Berlin-Buch wenden. Ein Team aus kompetenten Ärzten, Pflegepersonal und Therapeuten hilft dabei, ihre Selbständigkeit wiederzuerlangen. Damit es erst gar nicht zum einem Sturz kommt, kann die Gefahr durch Krafttraining und Benutzung entsprechend notwendiger Hilfsmittel deutlich gesenkt werden.

Ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal im Jahr. Etwa 20 Prozent der Stürze gehen mit einer medizinischen Behandlung einher. Bei 34,4% der Sturzunfälle kommt es zum Knochenbruch. „Besonders Brüche im Hüftbereich nehmen im Alter zu. Die Folgen sind eine verminderte Aktivität, Schmerzen und Angst“, erläutert Dr. Kendoff. „Gerade bei älteren Menschen kommt es zu einem Sturz bei Glatteis. Wenn sie sich unsicher fühlen, sollten sie daher Hilfe in Anspruch nehmen oder am besten wenn möglich lieber zu Hause bleiben.“

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