Regionen
Nachrichten aus Ihrer HELIOS Region.

gewissenhafte Ernährung

Superfood - Was steckt hinter den angeblichen Schlankmachern?

Chia, Goji, Açai und co. sind sogenanntes „Superfood“. Ihre Inhaltstoffe sollen angeblich Heilmittel gegen verschiedenste Krankheiten sein und gelten  weltweit als Schlankmacher. Aber was steckt tatsächlich hinter den exotischen Wundermitteln?

Der Superfood-Boom ist das aktuellste Thema in der Lebensmittelindustrie. Die verschiedenen Beeren und Samen sollen gesundheitsfördernd sein und den Körper verjüngen. Doch ist das Superfood tatsächlich so gesund, wie es in jedem Supermarkt und jeder Zeitschrift angepriesen wird? Irina Paul, Ernährungsberaterin des Helios Klinikum Pforzheim gibt Antwort.

Chia Samen
Foto: ©katrinshine/ fotolia

Chia Samen sind reich an Omega-3-Fettsäuren und Kalium. Aufgrund ihrer ballaststoffreichen Zusammensetzung sind die Samen verdauungsfördernd. „Achten Sie jedoch darauf, beim Verzehr ausreichend Wasser zu trinken, sonst kann es zu Verstopfung kommen“, warnt Paul. „Die Menge von 15 Gramm pro Tag sollte nicht überschritten werden. Vorsicht auch bei Blutverdünnern: Hier sind Wechselwirkungen möglich. Als Alternative empfehle ich geschrotete Leinsamen, fettreichen Seefisch oder pflanzliche Öle. Einen hohen Kaliumgehalt haben z.B. Bananen.“

Goji-Beeren
Foto: ©nadisja/ fotolia

Heutzutage werden die süßen Früchte gerne in Joghurts gemischt oder als Marmelade verzehrt. Goji-Beeren sollen die Haut verjüngen und positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben. Wissenschaftlich belegt ist das jedoch nicht. „Tatsächlich sind Goji-Beeren mit fast 350 kcal pro 100g sehr kalorienreich und rufen ebenfalls Wechselwirkungen mit blutverdünnenden Medikamenten hervor. Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, kann sie im heimischen Garten anbauen. Eine frischere, kalorienärmere Alternative sind zum Beispiel Himbeeren“, empfiehlt Paul

Açai-Beeren
Foto: ©Alexander Ruiz/ fotolia

Die Frucht kann als Saft, Pulver oder in Kapseln erworben werden. Ihr wird nachgesagt, dass sie sowohl als Anti-Aging-Wundermittel als auch als Schlankmacher verwendet werden kann. Die Studienlage dazu ist jedoch unklar. Der dunkelrote Pflanzenfarbstoff enthält einen hohen Anthocyan-Gehalt, der eine antioxidative Wirkung auf den Körper hat. „Heimische Früchte enthalten jedoch deutlich mehr Antioxidantien und sind für die Aufnahme zudem besser geeignet. Açai-Beeren weisen zusätzlich oftmals erhöhte Gehalte an Mineralölkohlenwasserstoffen auf. Diese können in Organen gespeichert werden und durch Anreicherung Schäden in Leber und Lymphknoten verursachen. Kinder, Vegetarier und Menschen mit Eisenmangel sollten zudem Vorsicht walten lassen: Açai-Beeren enthalten hohe Mengen des Spurenelements Mangan, das sich in hoher Konzentration negativ auf die Eisenaufnahme auswirken kann“, so Paul.

Fazit

Der Verzehr von sogenanntem „Superfood“ ist auf Dauer nicht schädlich. Doch soll es die Nahrung nur ab und zu ergänzen und nicht gänzlich ersetzen. Wichtig ist die Mischung der Früchte und Samen mit anderen Lebensmitteln. „Superfood ist eine Art Modeerscheinung in der Lebensmittelwelt“, so Paul. „Es ist für eine gesunde, ausgewogene Ernährung nicht zwingend notwendig, da heimische Lebensmittel meist die gleiche Nährstoffzusammensetzung teilen und somit denselben positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Außerdem ist der Konsum von heimischen Lebensmitteln kosten- und umweltgünstiger.“

Teaser Foto: ©nadisja/ fotolia

zurück zur Übersicht