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Handball-WM

Kontaktsport Handball: Typische Verletzungen im Profisport

Handball zählt zu den athletischen Sportarten bei der die Elemente Laufen, Werfen und Springen kombiniert werden. Der häufige und abrupte Richtungswechsel und der Kontakt mit den Gegnern führen oft dazu, dass koordinierte Bewegungsabläufe erschwert werden. Handball gehört mit 15,2 Prozent zu den verletzungsträchtigen Sportarten.
Vom 10. bis 27. Januar 2019 findet die 26. Handball-Weltmeisterschaft der Männer in Dänemark und Deutschland statt.

Aktuell findet die 26. Handball-WM der Männer in Deutschland und Dänemark statt. Volle Hallen und Millionen Zuschauer fiebern mit ihren Teams. Handball ist auch in diesem Jahr wieder absolut beliebt. Seit mehr als 100 Jahren wird hierzulande diese Sportart gespielt.

Dr. med. Uwe-Jens Teßmann, Leiter Unfall- und Handchirurgie erläutert typische Verletzungen im Handballsport:

Schulterverletzungen

Naturgemäß sind die Schultern bei dieser Kontaktsportart besonders gefährdet. Stürze können zu Verletzungen der Bänder am Schultereckgelenk oder Brüchen des Schlüsselbeines oder des Oberarmkopfes führen. Weitere typische Verletzungen entstehen durch den Griff in den Wurfarm, was zu Verrenkungen des Schultergelenks oder zu Sehnenrissen führen. Gerade wegen dieser Gefahr ahnden die Schiedsrichter gerade diese Vergehen besonders hart.

Kreuzbandverletzungen

Das Kniegelenk besitzt zwei starke Kreuzbänder, das vordere und das hintere. Infolge einer Überdehnung des Kniegelenks oder einer Drehbewegung des Knies kann beim Handball das Kreuzband reißen. Die Verletzung kann mit einem anderen Spieler auftreten, beispielsweise bei Täuschungsmanövern, beim Aufkommen oder beim Versuch, den Gegner vom Ball zu trennen.

Häufige Ursachen sind die unkontrollierten Landungen beim Sprungwurf, wenn der Spieler im Flug geschubst wird. Auch diese Fouls werden von den Schiedsrichtern sofort unterbunden und bestraft.

In den meisten Fällen wird bei aktiven Handballspielern Kreuzbandverletzungen operiert. Eine lange Rehabilitation ist danach erforderlich, sodass häufig von mindestens sechs Monaten ausgegangen werden muss, bis der Spieler wieder eingesetzt werden kann.

Bänderverletzungen

Bänderzerrungen oder -risse treten am häufigsten auf der Außen- oder Innenseite des Knöchels sowie seitlich am Kniegelenk auf. Sie treten meist in Verbindung mit einer Verstauchung oder Verdrehung des Knöchels auf.

Dr. med. Teßmann weiß: „Ist ein Gelenkband überdehnt oder gerissen, besteht danach ein erhöhtes Risiko einer erneuten Verletzung, die wiederum zu einer chronischen Instabilität der Bänder führen kann.

Die Genesungsdauer derartiger Verletzungen liegt zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen.“

Zerrungen

„Zerrungen treten meist an Oberschenkel, Unterschenkel und in der Leistengegend auf. Muskelfaserrisse treten oft in Verbindung mit einem schnellen Laufen, plötzlichem Abbremsen oder einem plötzlichen Richtungswechsel auf.

Sie entstehen häufiger, wenn die Muskeln vor dem Wettkampf oder Training nicht genug aufgewärmt wurden. Während Zerrungen in der Regel relativ schnell ausheilen, können Muskelfaserrisse oder Muskelbündelrisse, beispielsweise bei Verletzung der rückseitigen Oberschenkelmuskulatur, mehrere Wochen bis Monate dauern, bis der Spieler wieder einsatzfähig ist.

Um einen Schaden bei einer Verletzung so gering wie möglich zu halten, sollte direkt nach dem Unfall die sogenannte PECH-Regel angewandt werden.

 P - Pause einlegen.
Der betroffene Körperteil sollte unverzüglich ruhiggestellt werden.

E - Eis auflegen. Kälte lindert Schmerzen und verhindert, dass das betroffene Gewebe allzu stark anschwillt. Wichtig: Eis nicht direkt auf die Haut bringen.

C – Compression (Kompression) anlegen. Ein rechtzeitig angelegter Druckverband verhindert, dass sich Blutergüsse und Schwellungen ausbreiten.

- Hochlagern. Der verletzte Körperteil sollte unbedingt hoch gelagert werden - am besten über Herzhöhe. So kommt es zu einer Verbesserung des Blutrückflusses.

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