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Was macht eigentlich...eine Praxisanleiterin?

„Immer wieder aufs Neue spannend“

„Frau Wagner hat grade ein Feedbackgespräch“: Wer Monika Wagner sprechen möchte, braucht Geduld. Denn als sogenannte „Praxisanleiterin“ nimmt sie sich in der Helios Klinik Rottweil intensiv Zeit für die Pflege-Azubis und sorgt so für den Transfer zwischen Theorie und Praxis.

Monika Wagner war selbst einmal Pflegeschülerin am Rottweiler Krankenhaus. Von 1979 bis 1982 hat sie hier ihre Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und ist der Klinik seither treu geblieben. In ihrer Zeit als Stationsleitung in den 90ern merkt die engagierte Pflegekraft, wie viel Freude ihr der Kontakt zu den Auszubildenden und den damaligen „Zivis“ bereitet. Und so trifft sie den Entschluss, mit einer Ausbildung zur Praxisanleiterin einen Schwerpunkt in diesem Bereich zu setzen. 

Mehr als graue Theorie: Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege müssen laut Landespflegegesetz 150 Stunden Praxis absolvieren. Bei Helios sind’s mehr: 210 Stunden, so die Handlungsempfehlung, werden künftige Pflegekräfte für die Praxis angeleitet. Foto: Andrea Schmider

Seitdem sorgt Monika Wagner dafür, dass angehende Pflegekräfte die notwendige praktische Unterstützung und Anleitung auf Station bekommen – zusammen mit 21 weiteren Kolleginnen, die ebenfalls als Praxisanleiterinnen ausgebildet sind. Ihren eigentlichen Beruf hat Schwester Monika dabei nie aufgegeben: „Mir ist es sehr wichtig, dass ich weiterhin auf Station arbeite, so habe ich immer den nötigen Bezug zur Praxis“ sagt sie. 

Den Großteil ihrer Arbeitszeit aber widmet sie dem beruflichen Nachwuchs. Sie begleitet die Schüler, plant und koordiniert die Anleitungen, hält Rücksprache mit den Lehrkräften der Pflegeschule und fühlt sich sehr wohl als permanente Ansprechpartnerin für die angehenden Pflegekräfte. Dabei muss sie sich entsprechende Freiräume schaffen, um effektive Anleitungen zu ermöglichen. Wenn sie darüber spricht, welche positiven Aspekte die Anleiterrolle mit sich bringt, ist sie voll Freude: „Jeder Schüler ist einzigartig, das macht jede Anleitung unverwechselbar und immer wieder von neuem spannend!“

Als Praxisanleiterin hat Monika Wagner (rechts) immer ein offenes Ohr für die Auszubildenden der Helios Klinik Rottweil. Foto: Andrea Schmider.

Und die Themen selbst? Die sind so vielfältig wie der Pflegeberuf. „Von der Körperpflege über die selbständige Wahrnehmung der Patientenbedürfnisse bis zum sterilen Verbandswechsel ist wirklich alles dabei“ erklärt Monika Wagner. Nicht selten geht sie morgens um 6 Uhr über die Station, schaut sich die Patienten an und plant, welche Themen sie anleiten kann. „Für mich gehört zur praktischen Anleitung unbedingt,  dass ich mit dem Schüler zusammen die Arztbriefe und Unterlagen des jeweiligen Patienten durchgehe und so ein „Gesamtbild“ erfasse, aus dem dann pflegerische Erkenntnisse gewonnen werden.“

Und auch die Patienten profitieren von der Praxisanleitung – positive, oft dankbare Rückmeldungen sprechen für sich. „Wenn ich den Schüler direkt beim Patienten anleite, nehmen wir uns natürlich sehr viel Zeit für die Pflege, ich erkläre jeden einzelnen Schritt. Die Patienten fühlen sich bestens angenommen und betreut.“ So gewinnen alle Seiten: Schüler, Patient und Monika Wagner. Letztere nicht zuletzt deshalb , weil sie selbst durch die Vorbereitung zur Anleitung eben auch immer weiter dazulernt.

Praxisanleitung

Das Landespflegegesetz sieht während der dreijährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger 150 Stunden Praxisanleitung vor. Bei Helios sind’s mehr: 210 Stunden, so die Handlungsempfehlung, werden künftige Pflegekräfte für die Praxis angeleitet.

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