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„Zieh-etwas-Rotes-an-Tag“ erinnert Frauen an Vorsorge

Herzgesundheit von Frauen stärken

Herzkrankheiten zählen zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen. Warum das so ist und wie Frauen am besten vorsorgen können, erklärt Prof. Dr. Ilka Ott, Chefärztin der Kardiologie am Helios Klinikum Pforzheim.
Der „Zieh-etwas-Rotes-an-Tag“ wurde 2003 von der American Heart Association sowie dem National Heart, Lung an Blood Institute ins Leben gerufen. Seitdem findet der „Zieh-etwas-Rotes-an-Tag“ („National Wear Red Day“) traditionell am ersten Freitag im Februar statt. Weltweit werden Frauen dazu aufgerufen, Arzttermine zu vereinbaren und ihr Herz untersuchen zu lassen. Foto: ©fotolia/Raisa Kanareva.

Frauen sind für bestimmte Herzkrankheiten anfälliger als Männer. Schlagen Frauenherzen anders?

Aufbau und Wirkungsweise sind grundsätzlich gleich. In anatomischer Hinsicht sind Frauenherzen im Durchschnitt etwas kleiner und haben ein geringeres Volumen. Sie sind zudem weniger elastisch. Bei gesunden Menschen ist das kein Problem, bei bestimmten Krankheiten wie beispielsweise Bluthochdruck oder Herzschwäche spielt das jedoch eine Rolle. Frauen sind zudem anfälliger für hormonelle Schwankungen. Nach der Menopause steigt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Krankheit, weil die weiblichen Hormone das Herz nicht mehr vor Verkalkungen und Ablagerungen schützen.

Für welche Herzkrankheiten ist das Risiko erhöht?

Frauen sterben im Durchschnitt häufiger als Männer an Herzkrankheiten. Insbesondere bei Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Herzklappenkrankheiten liegt die Sterblichkeit deutlich höher.

Woran liegt das?

Viele Frauen bringen ihre Beschwerden nicht mit einer Herzkrankheit in Verbindung, auch weil diese häufig untypisch sind. Ein Beispiel: Normalerweise wird ein Herzinfarkt mit starken Schmerzen im Brustkorb und im linken Arm assoziiert. Dieses Muster tritt bei Frauen jedoch viel seltener auf. Bei ihnen sind die Schmerzen oft schwächer ausgeprägt, ziehen eher in den Rücken als in den Brustkorb oder bleiben sogar ganz aus, während Begleitsymptome wie Übelkeit oder Schwächegefühl häufiger auftreten. Wir nennen das auch „Eva-Infarkt“. Aber auch andere Herzkrankheiten gehen bei Frauen mit untypischen Symptomen einher. Das  führt dazu, dass Frauen seltener zum Arzt gehen und dadurch auch später behandelt werden.

Wie können Frauen ihr Herz stärken?

Frauen sollten im Rahmen der Gesundheitsvorsorge regelmäßig ihr Herz untersuchen lassen, auch wenn sie keine typischen Symptome einer Herzkrankheit aufweisen. Vermeiden Sie zudem Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung oder zu viel Stress. Ihr Herz wird es ihnen danken.

Prof. Dr. Ilka Ott, Chefärztin Kardiologie am Helios Klinikum Pforzheim, unterstützt die Aktion „Go Red For Women“, die das Bewusstsein für die Herzgesundheit von Frauen erhöhen soll. Foto: Elena Koch.

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