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Mundhöhlenkrebs

Gute Heilungschancen bei Früherkennung

In Deutschland erkranken jährlich etwa 10.000 Menschen an Mundhöhlenkrebs. Privatdozent Dr. Dr. Denys Loeffelbein, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am HELIOS Klinikum München West, beantwortet die wichtigsten Fragen.
Früh erkannt sind Tumore in der Mundhöhle gut behandelbar, weiß Priv.-Doz. Dr. Dr. Denys Loeffelbein. (Foto: MFACE | KieferGesichtsZentrum München)

Was ist Mundhöhlenkrebs?

Unter Mundhöhlenkrebs (Mundhöhlenkarzinom) versteht man bösartige Neubildungen in der Mundhöhle oder im Rachenraum. Das Tumorgewebe besteht in den meisten Fällen aus Plattenepithel-Zellen. Deshalb sprechen Experten oft auch von einem sogenannten Plattenepithelkarzinom.  

 
Welche Symptome gibt es?

Im frühen Stadium verursacht ein Mundhöhlenkarzinom keine Beschwerden. Erst ab einer gewissen Tumorgröße sind Funktionsstörungen oder Blutungen ein zusätzliches Symptom. Weißliche und rötliche Schleimhautveränderungen im Mund- und Rachenraum können beispielsweise eine Vorstufe eines Tumors sein. Auch Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden, die sich nicht verbessern, können ein Anzeichen von einem frühen Tumorstadium sein. Deshalb ist es wichtig, Veränderungen im Bereich der Mundhöhle oder nicht abklingende Beschwerden von einem Spezialisten untersuchen zu lassen.

 
Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Um die Diagnose Mundhöhlenkrebs zu stellen, wird eine Gewebeprobe des betroffenen Bereiches entnommen und mikroskopisch untersucht. Zusätzlich werden bildgebende Verfahren wie Sonographie oder CT- und MRT-Untersuchungen eingesetzt, um die Größe des Tumors und einen möglichen Befall der Lymphknoten festzustellen.

Wie sieht die Behandlung aus?

Im HELIOS Klinikum München West wird die Therapie in einem interdisziplinären Tumorboard, das unter anderem aus Ärzten der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, HNO, Strahlentherapie und Onkologie besteht, abgestimmt. In den meisten Fällen wird ein Mundhöhlenkarzinom zunächst chirurgisch behandelt. Je nach Tumorstadium kommt zusätzlich eine Strahlentherapie oder Chemotherapie zum Einsatz. Je nach Größe des Karzinoms entnehmen Ärzte die Lymphknoten, oft auch vorbeugend, um mögliche Metastasen zu behandeln. Bei der Entfernung eines großen Tumors, beispielsweise in der Zunge, ist es manchmal notwendig, das betroffene Organ wiederherzustellen. Dafür gibt es moderne mikrochirurgische Operationsmethoden, wie die Eigengewebetransplantation aus Haut, Muskel und/oder Knochen, mit der eigenes Gewebe für eine Wiederherstellung der Funktion benutzt wird.

 
Wie sind die Heilungschancen?

Wird der Tumor frühzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen gut und liegen bei 80 bis 90 Prozent. Sollten sich bereits Metastasen im Körper gebildet haben, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen dauerhaften Heilung auf unter 50 Prozent. Deshalb ist Früherkennung sehr wichtig. Insbesondere Zahnärzte sollten bei Veränderungen in der Mundhöhle aufmerksam sein und rechtzeitig einen Spezialisten hinzuziehen.

 
Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Nach einer erfolgreichen Behandlung sollen Betroffene für mindestens fünf Jahre engmaschig nachkontrolliert werden. Im ersten halben Jahr ist es sinnvoll, alle sechs Wochen zu einem Nachsorgetermin zu kommen. Später können die Kontrolltermine auf alle drei Monate und schließlich auf alle sechs bis zwölf Monate ausgeweitet werden. Ein sorgfältiger Nachsorgeplan ist wichtig, um eine zuverlässige und ausreichende Überwachung der Krebserkrankung zu gewährleisten.

 
Welche Risikofaktoren gibt es?

Als Risikofaktoren für die Entwicklung eines Mundhöhlenkarzinoms gelten chronischer Alkohol- und Tabakkonsum. Aber auch die sogenannten HPV-Erreger (Humanen Papillomviren), die im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs stehen, sind ein Risikofaktor der Karzinome im Mund-Rachenraum.

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