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Infektionen vorbeugen

Winterzeit ist Hygienezeit

Das ist doch zum Mäusemelken! Kaum sinken die Temepraturen, machen sich Halsschmerzen, Kribbeln in der Nase oder Fieber in uns bemerkbar. Jetzt könnten wir sagen, dass der Winter nun einmal die Jahreszeit von Grippe, Erkältung oder Magen-Darm ist. Oder wir tun etwas dagegen, indem wir stärker auf unsere Hygiene und Immunabwehr
Auf Oberflächen, die von vielen Menschen berührt werden wie zum Beispiel Türklinken, sammeln sich oft viele Keime und haben auch eine hohe Überlebensdauer. Foto: Lutz Weidler

Kälte steckt in Erkältung
Zwischen Kälte und einer Erkältung gibt es kausale Zusammenhänge. Doch Schnupfen oder Husten treten nicht nur auf, weil es draußen kalt ist. Viele Krankheitserreger mögen nämlich warme und klimatisierte Räume, damit sie sich gut über zu trockene Schleimhäute verbreiten können. Umgekehrt wird aber durch Kälte die menschliche Immunabwehr stark belastet. So haben Erkältungsviren oft ein leichteres Spiel. Etwas anders funktionieren Grippeviren. „Forscher fanden heraus, dass sich Grippeviren bei Kälte mit einem Gel umgeben, das sie schützt“, erläutert Dr. Jörg Lauckner, leitender Arzt in der Stabsstelle für Krankenhaushygiene, Infektionsprävention und Rationale Antibiotikatherapie am HELIOS Park-Klinikum Leipzig. „Dringen die Viren in eine Nase ein, schmilzt ihr Schutzmantel und der Virus kann aktiv werden. Er macht uns krank, wenn die Immunabwehr ihn nicht vorher ausschaltet.“

Warme, klimatisierte Räume, viele Menschen auf einen Haufen - in solch einem Ambiente fühlen sich Krankheitserregen besonders wohl. Foto: Lutz Weidler

ErKältung oder Grippe
In der kalten Jahreszeit haben wir es vor allem mit Erkältungskrankheiten zu tun, die durch Viren ausgelöst werden. „Solche sogenannten grippalen Infekte sind aber mit einer richtigen Grippe nicht zu verwechseln. Grippeviren sind wesentlich aggressiver und können bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr schwere Schäden verursachen oder sogar zum Tod führen“, so Dr. Lauckner, der als Regionalhygieniker auch die anderen HELIOS Kliniken in der Region betreut.

Übertragungswege
Denken Sie in der kalten Jahreszeit besonders daran, dass Sie Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen haben. Mit der richtigen Hygiene schützen Sie nicht nur andere, sondern können eigenen Infektionen natürlich vorbeugen. Ihre Hände sind dabei Hauptüberträger. Denn Bakterien und Viren lauern im Alltag vor allem auf Gegenständen, die von vielen benutzt werden wie Klobrillen, Wasserhähne oder Türklinken. Zudem fassen Sie sich mehrmals täglich ins Gesicht und begrüßen sich per Händedruck. Deshalb kann das gründliche Händewaschen eigentlich nicht oft genug betont werden. Das heißt konkret: Seifen Sie Ihre Hände 20 bis 30 Sekunden an allen Stellen gründlich ein – Handinnenflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume und Fingernägel. Anschließend gut Abspülen und am besten mit einem Einweghandtuch gründlich überall abtrocknen.

Viel Bewegung an frischer Luft tut unserem Abwehrsystem gut - und macht obendrein noch Spaß. Foto: Lutz Weidler

Was Sie im Alltag tun können
Achten Sie auch auf die Luftqualität der Räume. Mehrmaliges Stoßlüften verscheucht die Erreger. Niesen oder Husten Sie zur Freude ihrer Mitmenschen am besten in die Armbeuge oder auf den Fußboden. Dort richten Erreger den wenigsten Schaden an. Saunagänge oder Wechselduschen stärken die Immunabwehr ebenso wie eine gesunde Ernährung. Sinnvoll ist auch die Grippeschutz-Impfung für ältere Menschen und bestimmte Risikogruppen – etwa Menschen mit Diabetes oder chronischen Atemwegserkrankungen. Weil Grippeviren wahre Verwandlungskünstler sind, werden Impfstoffe jedes Jahr neu entwickelt, was auch ein wiederholtes Impfen erfordert.

Wie lange Viren ohne Wirt überleben, ist unterschiedlich. Erinnern Sie sich noch daran, dass Noroviren in tiefgekühlten Erdbeeren 2012 bei hunderten Schülern und Lehrern Brech-Durchfall auslösten? „Noroviren sind überaus resistent“, so der Experte. „Bereits eine winzige Tröpfchen-Infektionsdosis bis zu zehn Viren reicht für eine Ansteckung. Dagegen sind die meisten Menschen machtlos.“ Doch einige von uns haben Glück. Sie bleiben grundsätzlich von Noro- und Rotaviren verschont. Warum? Dieses Rätsel hat die Wissenschaft noch nicht gelöst.

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