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Den Wandel aktiv gestalten

Was macht der Roboter in der Klinik?

78 Mitarbeiter der Helios  Kliniken in Sachsen trafen sich zur jährlichen Führungskräfte-Tagung. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Frage: wie lassen sich die Arbeitswelten von heute und Morgen gestalten?  
Dr. Roland Bantle eröffnete die achte Führungskräftetagung.

Mancher Teilnehmer traute gleich am Eingang seinen Augen kaum: Roboter Paul stand neben der Tür des Konferenzzentrums im Helios Klinikum Plauen und begrüßte freundlich die eintreffenden Gäste. Direkter kann der Hinweis auf die sich veränderte Arbeitswelt vermutlich kaum ausfallen. Doch später mehr dazu.

Bereits zum achten Mal versammelten sich Klinikgeschäftsführer, ärztliche Direktoren, Pflegedirektoren aber auch Abteilungs-, Bereichs- und Stationsleiter sowie wichtige Multiplikatoren der Kliniken auf Einladung des Regionalgeschäftsführers Dr. Roland Bantle zur jährlichen Führungskräftetagung. „Mit dieser Veranstaltung möchten wir Ideen und Impulse geben, wie der Wandel in der Gesundheitslandschaft aktiv gestaltet werden kann“, beschreibt Organisatorin Christine Barth die Zielsetzung. „Es ist daher wichtig, dass wir Teilnehmer verschiedener Fachrichtungen zusammenbringen und durch die unterschiedlichen Perspektiven über unseren täglichen Tellerrand hinausschauen.“ Entsprechend forderte auch Dr. Bantle in seiner Begrüßung von allen Teilnehmern einen „offenen und kreativen Austausch zu Lösungen für die Arbeitswelt von Morgen.“ 

„Wir wollen Prozesse digitalisieren – nicht Papier“
Peter Schliessmann beim Impulsvortrag wie man den Wandel gestaltet.

Dass diese Lösungen vor allem digital sein werden, machte nicht nur die Begrüßung durch Roboter Paul am Eingang deutlich. Doch zusammen mit den vielen Chancen, die eine Digitalisierung unserer Arbeitsumgebung bringt, macht sie vielen Menschen auch Angst. Ängste, die in jedem Veränderungsprozess auftauchen, und auf die eingegangen werden muss, wie Organisationsexperte Peter Schliessmann in seinem Impulsvortrag betonte. Während Führungskräfte gedanklich oft Jahre voraus sein müssten, um die Ziele und den Weg dorthin zu definieren, fühlten sich einzelne Mitarbeiter oft nicht mitgenommen. Daraus erwachsende Widerstände müssten beachtet und in ihren Ursachen analysiert werden. Nur dann ließen sich die unterschiedlichen Perspektiven für weitere Verbesserungen nutzen. Dies sei eine Grundvoraussetzung, damit Unternehmen ihre Umgebung, die sich immer schneller verändere, aktiv gestalten könnten, so Schliessmann. Nur ein Grund, warum Regionalgeschäftsführer Bantle die Kommunikation mit den Mitarbeitern der Helios Region Ost weiter ausbauen möchte.

Dass die vielen guten Ideen, die in den Köpfen mancher Helios Mitarbeiter schlummern, ihren Weg in den Arbeitsalltag finden, ist Ziel des „Helios InnoLab“-Teams unter Dr. Barbara Brune.  Hier werden mit Hilfe von  Methoden und Kreativtechniken, mit denen sich Teilnehmer unterschiedlicher Disziplinen in die Rolle der Patienten oder Kollegen versetzen können, innovative Lösungen entwickelt. Einige dieser Techniken kamen in verschiedenen Workshops am Nachmittag gleich zum Einsatz.  

Zu den Innovationen zählt zweifelsohne die elektronischen Patientenakte, deren Weiterentwicklung Nils Alwardt vorstellte. Zwar sei Helios bereits auf einem guten Weg, doch reiche es nicht, lediglich Papierdokumente zu digitalisieren. Notwendig sei eine vollständige Umstellung auf die elektronische Erfassung und Verarbeitung von Informationen. Nur dann könne ein echter Nutzen erzielt werden: Abläufe greifen nahtlos ineinander und Doppelarbeit wird überflüssig. Einen ersten Eindruck davon, wie das aussehen kann, gab das Projekt „Elektronische Patientendokumentation“ am Herzzentrum Leipzig.

Kein Ersatz für den zwischenmenschlichen Kontakt
Organisatorin Christine Barth mit Roboter Paul und seinem Erschaffer Dr. Ulrich Reiser.

Doch zurück zu Paul dem Roboter. Er ist das Spitzenmodell einer bereits 20jährigen Entwicklung und kommt testweise in Kaufhäusern sowie – im Rahmen eines Projekts – im Helios Park Klinikum in Leipzig zum Einsatz. Dort erlernt er Tätigkeiten, die man vielleicht mit denen eines Butlers vergleichen könnte: er zeigt Gästen den Weg, reicht Getränke, erfasst im Gespräch Wünsche und ruft – wenn nötig – Personal herbei. Fähigkeiten also, die durchaus interessant sind, um beispielsweise Pflegekräften ihren Arbeitsalltag zu erleichtern und ihnen zu ermöglichen, sich auf ihre Hauptaufgaben zu konzentrieren. „Schon heute haben Krankenhäuser massive Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden“, erläutert Dr. Roland Bantle. „In den nächsten Jahren werden darüber hinaus nach und nach die geburtenstarken Jahrgänge in den verdienten Ruhestand gehen. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir die sich abzeichnenden Lücken füllen können.“ Eine Argumentation, der auch Pauls Erfinder, Dr. Ulrich Reiser, folgt. Auf die Frage, wie menschlich Paul aussehen dürfe, habe sich das Entwicklerteam bewusst gegen ein allzu menschliches Antlitz entschieden. Schließlich könne und solle Paul den Kontakt von Mensch zu Mensch nicht ersetzen.

Umsetzung in die Praxis
Zwischen den Vorträgen gab es Zeit zum Austausch.


Am Nachmittag wurde dann an konkreten Projekten für die einzelnen Helios Kliniken in Sachsen gearbeitet. So stand für Plauen, Pirna und Leisnig die Frage im Raum, wie Prozesse weiter optimiert werden können, um die Patientenzufriedenheit bei der Aufnahme zu verbessern oder es zu ermöglichen, dass Patienten nach erfolgreicher Behandlung wieder schneller nach Hause entlassen werden können. Für die Häuser in Aue, Freital und Leipzig (Herzzentrum und Park-Klinikum) wurden Ideen diskutiert, mit denen Arbeitsabläufe weiter digitalisiert und gemeinsame Schnittstellen ausgebaut werden können, um so Ärzte und Pfleger in ihrem Alltag zu entlasten. Für die Klinik in Schkeuditz warfen die Teilnehmer des Workshops einen genauen Blick auf aktuelle und zukünftige Tätigkeitsanforderungen des medizinischen Personals. „Es ist unser Anspruch, neue Möglichkeiten auf technischer Ebene aber auch im Hinblick auf die tägliche Zusammenarbeit ständig auf ihre Umsetzbarkeit im Klinikalltag hin zu überprüfen“, kommentiert Dr. Roland Bantle. Wir hinterfragen unsere Abläufe und suchen nach der besten Lösung für unsere Patienten und Mitarbeiter. Das Ziel von Helios in der Region Ost lautet: ‚beste Medizin bei größtmöglicher Effizienz‘. Denn davon haben am Ende alle was.“

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