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Rückenschmerzen

Warum das Kreuz schmerzt

Krankheiten, die dem Rücken Probleme bereiten und was dagegen helfen kann.
Dr. Jens Gulow ist Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie am HELIOS Park-Klinikum Leipzig. Er erklärt einer Patientin, wie Rückenleiden entstehen. FOTO: Lutz Weidler

Es gibt verschiedene Rückenerkrankungen. Häufig sind verschlissene Bandscheiben Auslöser solcher. Aber auch poröse Knochen, eine krumme oder erstarrte Wirbelsäule bedingen Schmerzen und schränken die Lebensqualität ein.

Veformte Wirbelsäule – Skoliose

Eine gesunde Wirbelsäule hält den Körper im Lot, wobei der Kopf in einer geraden Linie über dem Po sitzt. Anders ist es bei einer Skoliose. „Dann krümmt und dreht sich die Wirbelsäule dreidimensional nach vorn, nach hinten und zur Seite“, erklärt Dr. Jens Gulow, Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie am HELIOS Park-Klinikum Leipzig. „Die Krümmung kann zum Beispiel bei einer Lähmung, im Rahmen einer Muskelschwäche oder nach einer Tumor-Bestrahlung eintreten. Doch meist können Experten die Ursache einer Skoliose wissenschaftlich noch nicht vollständig erklären.“

Diese so genannten idiopathischen Skoliosen treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen innerhalb der Wachstumsschübe auf. Eltern rät der Mediziner, unbedingt die Vorsorge-Untersuchungen wahrzunehmen. Treten Asymmetrien auf, beurteilt ein Arzt, ob eine Physiotherapie ausreicht oder ob ein Korsett oder gar eine Operation sinnvoll sind. „Ein Korsett muss bis zum Ende des Längenwachstums täglich getragen werden, so dass sich die Wirbelsäule nicht weiter krümmt“, so Dr. Gulow.

Verengungen – Spinalkanalstenose

Im Inneren der Wirbelsäule liegt der Spinalkanal, eine Röhre, die sich durch das symmetrische Geflecht von einzelnen Wirbelkörpern, Bandscheiben und Bändern bildet. „Dort ist Platz für das empfindliche Rückenmark, aus dem Nerven austreten, die Arme, Brust und Beine versorgen“, beschreibt Dr. Gulow das ausgefeilte System.

Eine Spinalkanalstenose ist also eine Engstelle in dieser Röhre, meist im Bereich der Lendenwirbelsäule. Schuld sind häufig Alter und Verschleiß von Bandscheiben oder auch von Wirbeln. „Geben die Bandscheiben nach, erhöht sich der Druck auf die Wirbel. Das vermittelt dem Körper Instabilität, die er ausgleichen will, indem er knöcherne Wülste anbaut. Reichen diese Richtung Spinalkanal wird es eng und irgendwann schmerzhaft“, so der Mediziner.

Klassischerweise tun den meisten Patienten die Beine beim Laufen weh – Sitzen, Liegen oder sogar Radfahren dagegen sind Haltungen, die im Spinalkanal etwas Platz und daher kurzzeitig Linderung schaffen. Ärzte behandeln Spinalkanalstenosen anfangs meist mit Medikamenten oder Physiotherapie. Letztlich bessert aber zu starke Beschwerden nur eine Dekompressionsoperation. Mit ihrer Hilfe wird der Druck vom Spinalkanal genommen, indem das angewachsene Knochenmaterial entfernt und die Wirbelsäule oft auch mit Schrauben stabilisiert wird.

Schwindende Knochen – Osteoporose

Im Normalfall baut der Körper gleichgewichtig Knochensubstanz auf und ab. Bei einer Osteoporose hingegen wird ungewöhnlich viel Knochensubstanz abgebaut, wobei der Knochen poröser und zerbrechlicher wird. Auf Grund des Östrogenmangels nach der Menopause leiden vor allem Frauen über 50 daran. Viele spüren jedoch lange Zeit keine Symptome, was trügerisch ist. Wenn Frakturen auftauchen, sind Schmerzen die Folge und der Knochenschwund ist bereits fortgeschritten.

„Schon bei kleinen Alltagsbewegungen oder beim Husten können dann Knochen brechen“, erklärt der Facharzt. „Diese brechen jedoch nicht klassisch, sondern sacken eher in sich zusammen. Ältere Menschen werden dadurch kleiner.“ Helfen können in erster Linie Vitamin D, Kalzium oder Medikamente, die den Knochenabbau bremsen und den Knochenaufbau fördern.

Starres Rückgrat – Morbus Bechterew

Bei der chronisch entzündlich-rheumatischen Erkrankung bekamen Menschen früher einen krummen, starren Rücken, liefen tief gebeugt und konnten den Horizont nicht sehen. „Diese Fälle sind zum Glück selten geworden“, so Dr. Gulow. Leider wird die Krankheit im Anfangsstadium immer noch oft fehlgedeutet. Gerade bei jüngeren Menschen könnten Schmerzen, die nachts oder in den frühen Morgenstunden im Kreuz-Gesäß-Bereich auftreten, ein Hinweise auf einen Morbus-Bechterew sein.

Auf Grund der Entzündung im Knochen überwuchert neu gebildetes Knochenmaterial die Bandscheiben und Zwischenwirbelgelenke. Dadurch entsteht der typische Rundrücken. Früh erkannt, werden antientzündliche Medikamente verabreicht. Die und eine gute physiotherapeutische Behandlung erhalten die Beweglichkeit der Wirbelsäule über lange Zeit sehr gut.

Experten zur Behandlung von Rückenerkrankungen finden Sie in den HELIOS Kliniken Leipzig, Leisnig und Schkeuditz.


Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe "Rücken" des HELIOS Gesundheitsmagazins "LexiMed - Wissen ist gesund".


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