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Internationaler Tag des Schlafes

Schlafen Sie gut?!

Jeder 3. Samstag im März ist international dem Schlaf gewidmet – immerhin verbringen wir ein Drittel unseres Lebens schlafend. Sicher auch ein Grund, warum sich um den Schlaf verschiedene Mythen ranken. Schlafexperte Thomas Michel, Oberarzt an der Helios Klinik Leisnig und Leiter des Schlaflabors, räumt mit einigen von ihnen auf.
Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend. Dabei ist der Schlaf so individuell wie die Menschen selber. Trotzdem ranken sich verschiedene Mythen und auch Irrtümer um den Schlaf. Foto: Pixabay

Mythos 1: Ein Glas Wein am Abend verhilft zu einem besseren Schlaf.

Studien haben gezeigt; wer am Abend Alkohol trinkt, kann zwar schneller und besser einschlafen, gleichzeitig beeinflusst Alkohol die Qualität des Schlafes negativ. Gerade in der zweiten Schlafhälfte wachen Menschen, die am Abend Alkohol getrunken haben, öfter auf und können schlechter wieder einschlafen. Insofern ist von dem Glas Wein als Schlummertrunk abzuraten. Wer Einschlafprobleme hat, sollte besser auf eine gute Schlafhygiene achten. (siehe Infokasten) 

In der Nacht hin und wieder aufzuwachen ist völlig normal. Nicht normal ist es, wenn man nicht wieder einschlafen kann - und das über einen längeren Zeitraum hinweg jede Nacht. Experten sprechen dann von einer Durchschlafstörung, die man mit einem Arzt besprechen sollte. Foto: Lutz Weidler

Mythos 2: Acht Stunden Schlaf müssen sein, um sich erholt zu fühlen.

Die nötige Schlafdauer eines Menschen ist ganz individuell. Dem einen genügen fünf Stunden Schlaf, ein anderer fühlt sich nur mit sieben oder acht Stunden wohl. Alles was zwischen viereinhalb und achteinhalb Stunden Schlaf liegt, ist normal. Der Körper holt sich den Schlaf, den er für die Erholung braucht. Studien haben allerdings ergeben, dass, wer über einen längeren Zeitraum zu kurz schläft, auch eine verkürzte Lebenszeit hat.

Mythos 3: Nur wenn man durchschläft, schläft man auch gut.

In der Regel wachen wir öfter in der Nacht auf, als wir denken. Rund fünf Mal pro Stunde erwacht unser Körper für Sekunden, so dass wir uns am nächsten Morgen gar nicht mehr daran erinnern. Erst wenn die Wachphasen länger sind, nehmen wir sie bewusst wahr und können uns am nächsten Tag auch daran erinnern. Wer über mehrere Wochen nachts aufwacht und nicht wieder einschlafen kann, so dass er sich am Tag beeinträchtigt und abgeschlagen fühlt, sollte allerdings einen Arzt konsultieren und der Ursache auf den Grund gehen. Unter Umständen hilft dann auch ein Besuch in einem Schlaflabor.

Wer unter dauerhaften Schlafproblemen leidet, ist in einem Schlaflabor gut aufgehoben. Hier kann analysiert werden, woher die Probleme kommen. Oberarzt Thomas Michel erklärt einem Patienten im Leisniger Schlaflabor, wie er eine Schlafmaske anwenden muss, die ihm zu einem besseren Schlaf verhelfen soll. Foto: Lutz Weidler

Mythos 4: Der Schlaf vor Mitternacht ist am gesündesten.

Richtig ist, dass in den ersten zwei Dritteln der Nacht die Grundsicherung unseres Schlafbedürfnisses erfolgt. Das ist aber unabhängig von Uhrzeit „Mitternacht“, denn es gibt ja auch verschiedene Schlaftypen. „Eulen“ sind zum Beispiel Menschen, die eher spät ins Bett gehen und früh länger schlafen, während die „Lerchen“ zeitiger aufstehen, am Abend aber auch zeitiger ins Bett gehen. Insgesamt sind aber alle Schlafphasen für einen erholsamen und gesunden Schlaf wichtig. So durchleben wir anfänglich mehr Tiefschlafphasen und im weiteren Verlauf längere REM Phasen.  

Mythos 5: Im Schlaf ruhen Körper und Geist.

Wir reden zwar von einer Nachtruhe, tatsächlich ist es aber so, dass unser Organismus in der Nacht aktiv ist, wenn auch anders als am Tag. Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck und Skelettmuskeltonus sinken zwar, aber es gibt Bereiche, die eine erhöhte Aktivität aufweisen. Zum Beispiel ist unser Muskeltonus der Schließmuskeln höher, was wiederum bei kleinen Kindern noch nicht so ausgeprägt ist. Darüber hinaus arbeitet das Immunsystem effektiv an der Abwehr von Krankheitserregern und dämmt Entzündungen ein, so senkt sich zum Beispiel Fieber häufig im Schlaf. Auch unser Gehirn ruht nicht im Schlaf, sondern ist aktiv damit beschäftigt die Informationen des Tages zu verarbeiten, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und zu entscheiden, was ins Langzeitgedächtnis aufgenommen wird und was nicht. Im Schlaf regeneriert sich der Körper also vom vergangenen Tag und bereitet sich gleichzeitig wieder auf die Anforderungen des kommenden Tages vor. Übrigens: Fast ein Drittel unseres täglichen Energiebedarfs verbrauchen wir im Schlaf.

So finden Sie gut in den Schlaf:
  • Das Bett ist zum Schlafen da: Fernsehen, Laptop oder Smartphone sollten aus dem Bett fern gehalten werden.
  • Verzichten Sie vor dem Schlafengehen auf Alkohol, schwer verdauliches Essen und Nikotin. Trinken Sie lieber einen beruhigenden Tee. Melisse zum Beispiel hat eine beruhigende Wirkung.
  • Gehen Sie möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie auch zur gleichen Zeit auf.
  • Achten Sie auf eine gute Belüftung Ihres Schlafzimmers. Das muss nicht heißen, dass permanent die Fenster angekippt sind, ordentliches Stoßlüften am Morgen und am Abend genügt oft schon.
  • Stehen Sie häufig unter Anspannung und Stress, die Ihnen den Schlaf rauben, dann können Entspannungstechniken helfen in einen gesunden Schlaf zurückzufinden.

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