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Transplantationsmedizin

Mit einem neuen Herz auf Medaillenjagd

Ein verpflanztes Organ muss kein Hindernis für sportliche Höchstleistungen sein.
Europameisterschaften der Organtransplantierten und Dialysepatienten in Finnland: Für Deutschland starteten die Radrennfahrer des HLTX e.V. FOTO: Jauri Jaakkola

Leipzig. Sportliche Höchstleistungen mit einem transplantierten Organ – geht das? Und wie das geht! Bei den Europäischen Meisterschaften der Organtransplantierten und Dialysepatienten Mitte Juli in Finnland räumten die Sportler des Leipziger Vereins für Herz- und Lungentransplantation (HLTX e.V.) ordentlich
ab. Ein Mal Gold, vier Mal Silber, zwei Mal Bronze in den Disziplinen Cross Country, Radrennen, 100-Meter-Lauf und Hochsprung – das ist die beeindruckende Bilanz der engagierten Sportler. Zu den Deutschen Meisterschaften der Organtransplantierten und Dialysepatienten im Mai 2016 fuhren die HLTX Sportler sogar mit insgesamt 16 Medaillen nach Hause.

Die Sportaktiven des Leipziger Vereins leben alle seit mehreren Jahren mit einem neuen Herz oder einer neuen Lunge. Der Sport hat ihnen dabei geholfen, nach der oft langen und zermürbenden Wartezeit und den Anstrengungen der OP, den Weg zurück in ein neues Leben zu finden. Außerdem ist es für sie die Möglichkeit, aktiv etwas zu tun, um auch langfristig gesund zu bleiben.

„Der Sport zeigt mir, was das neue Herz leisten kann. Ein regelmäßiges Training ist dafür schon notwendig. Es bringt eine gesunde Fitness und hilft, die Medikamente besser zu verarbeiten“, erzählt der 58-jährige Thomas Bergmann, der im April 2009 transplantiert wurde.

Aber nicht jeder Organtransplantierte ist so engagiert. „Bei vielen herrscht große Unsicherheit, was sie sich mit einem neuen Herz oder einer neuen Lunge zutrauen können oder ob sie sich schonen müssen“, weiß Elke Scholz-Zeh, Koordinatorin für Transplantations-Patienten am Herzzentrum Leipzig. „Dem ist überhaupt nicht so. Es müssen keine sportlichen Höchstleistungen sein; aber regelmäßige Bewegung durch sanften Ausdauersport wie Walken, Schwimmen oder Radfahren kräftigen das Herz, minimieren Nebenwirkungen der Medikamente und verbessern die Langzeitprognose“, so Scholz-Zeh weiter.

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