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Tag der Pflege

Geschäftsführung tauscht Laptop gegen Kasack

Einen Rollentausch der besonderen Art gab es zum diesjährigen internationalen Tag der Pflege. Die Geschäftsführung des Helios Park-Klinikums und Herzzentrums Leipzig hospitierte auf verschiedenen Stationen und packte mit an. Der Führungsriege geht es dabei um die Wertschätzung für den Pflegedienst und ein Arbeiten auf Augenhöhe.
Perspektivwechsel: Der kaufmännische Leiter am Helios Klinikstandort Leipzig Julian Zimmer und Pflegekraft Tina Krobara prüfen die Vitalwerte von Herzpatient Michael Höll. (Foto: Christian Hüller)

Wenn am Sonntagmorgen um 5 Uhr der Wecker klingelt, heißt es Fertigmachen zur Frühschicht am Helios Klinikstandort Leipzig. Was für 1.400 Mitarbeiter im Pflege- und Funktionsdienst Routine ist, wollte auch Julian Zimmer am „Tag der Pflege“ nachempfinden. Der kaufmännische Leiter der beiden Kliniken tauschte Laptop gegen Kasack, um auf der herzchirurgischen Bettenstation A3 des Herzzentrums in der Pflege mitzuarbeiten. Zimmers Tandempartner an diesem Tag: Tina Krobara, Schichtleiterin und erfahrene Gesundheits- und Krankenpflegerin. „Schwester Tina hat mich bestens aufgenommen. Ich konnte Betten frisch beziehen, habe Vitalwerte gemessen und durfte Patienten bei der Körperpflege helfen“, beschreibt Julian Zimmer seine ersten Eindrücke.

Ordentlich angepackt

Nach der Übergabe von der Nacht- an die Frühschicht läuft im dreiköpfigen Pflegeteam von Tina Krobara ein Routineplan ab. „Wir kümmern uns um alle Belange unserer gut 30 Patienten, die sich von einer Bypass-Operation erholen, ein Herzunterstützungssystem implantiert bekommen haben oder auf ein Spenderherz warten“, beschreibt Schwester Tina die verantwortungsvolle Aufgabe.

Am Wochenende arbeitet sie mit dem ärztlichen Hausdienst zusammen, bespricht Patienten während der Visite, organisiert und prüft die Medikamentengabe. Mit Julian Zimmer kontrolliert sie beispielsweise bei Kunstherz-Patient Michael Höll Blutdruck, Temperatur, Sauerstoffsättigung und Puls. „Es ist eindrucksvoll, wie die Pflegekräfte bei all ihren Tätigkeiten die Ruhe und den Überblick behalten. Hier herrscht ein enges Vertrauensverhältnis zu den Patienten“, so Julian Zimmer. Als Hospitant habe er seine Aufgabe gut gemacht, bestätigt Tina Krobara. „Er hat viele Fragen gestellt und ordentlich mit angepackt.“

Pflegedirektor Clemens Regenbrecht lernt im Helios Park-Klinikum die praktische Arbeit der Palliativeinheit kennen. (Foto: Christian Hüller)

Verantwortung für 58 Menschen

Viel zu tun gibt es zeitgleich auf der Bettenstation 3H des Helios Park-Klinikums. Hier ist heute Pflegedirektor Clemens Regenbrecht Schichtleiterin Katrin Kürschner zur Seite gestellt. Die 3H ist mit 58 Betten die größte Station des Klinikums. Das fünfköpfige Team, das heute im Dienst ist, kümmert sich um Patienten der Inneren Medizin. Über die ungewohnte Unterstützung ist die Schichtleiterin Kürschner erfreut: „Ich bin ehrlich, das bin ich nicht gewohnt, dass sich ein Pflegedirektor so viel Zeit für uns nimmt. Das ist eine schöne Aktion. Herr Regenbrecht zeigt sich sehr interessiert an unserer Arbeit und den Abläufen“, freut sich Katrin Kürschner.

Clemens Regenbrecht, der seit zwei Monaten auch für die Pflegekräfte des Park-Klinikums verantwortlich ist, schätzt den Austausch sehr: „Ich komme mir ein bisschen vor wie ein Schüler im 3. Lehrjahr. Das ist eine tolle Erfahrung. Ich konnte heute insbesondere viel über die Arbeit in unserer Palliativeinheit lernen und möchte einen solchen Perspektivwechsel gern wiederholen.“ Ihm gehe es auch darum, die praktische Umsetzung von Arbeitsabläufen und Standards zu erleben. Bei der „Basis“ kommt sein Bekenntnis gut an: „Wenn wir wissen, wo der Schuh drückt, können wir viel besser unterstützen. Deshalb ist es mir wichtig zu erfahren, wie es unseren Pflegekräften geht.“

Klinikgeschäftsführerin Diana Lohmann (m.) bespricht gemeinsam mit Psychiatrieschwester Antje Müller den Stationsablauf. (Foto: Christian Hüller)

Mit Herzblut für die Patienten

Eine intensive Erfahrung hat auch Klinikgeschäftsführerin Diana Lohmann gemacht. Von Stationsleiterin Anja Müller lässt sie sich in der geschlossenen Psychiatriestation 7X anleiten. „Hier ist jeder Tag anders“, bekennt die erfahrene Krankenschwester mit Blick auf ihre Patienten. Deren Krankheitsbilder lauten Schizophrenie, Borderline oder Demenz. „Das Arbeiten auf dieser Station ist eine psychische Herausforderung“, bekennt Diana Lohmann. „Ich habe großen Respekt vor der Arbeit dieses Teams.“

Lob gibt es auch für die Klinikgeschäftsführerin. Stationsleiterin Müller: „Dass sie hier mit uns zusammenarbeitet freut mich. Sie hat sich sehr gut angestellt und hatte gar keine Berührungsängste.“ Insgesamt 24 Patienten betreuen die 3 Pflegekräfte und die Hospitantin an diesem Sonntag. Neben der medizinischen Begleitung und Überwachung geht es auch viel um die Zuwendung. „Nicht jeder Patient ist freiwillig hier, sodass es ein besonderes Fingerspitzengefühl im Umgang mit ihnen braucht“, sagt Schwester Anja, um gleich anzufügen, „ich bin eine Herzblutpsychiatrieschwester“. Mit dem Schichtwechsel endet für das Management und Pflegekräfte der spannende Perspektivwechsel, der nach den Worten der Geschäftsführung gern wiederholt werden soll.

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