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Ab Juni sind E-Tretroller auf Straßen zugelassen

Flitzer mit Risiken

Schnell mal vom Bus zur Arbeit und zurück – genau für solche Strecken sind E-Scooter gemacht. Ab 15. Juni dürfen Elektro-Tretroller in Deutschland auf Radwegen und Straßen rollen. Doch sind die Flitzer wirklich ungefährlich? Norman Wiele, Unfallchirurg in Leisnig, gibt eine Einschätzung.
Ab 15. Juni werden elektronische Tretroller zum Straßenbild in Deutschland dazugehören. So praktisch die schicken Flitzer auch sein mögen, bergen sie doch ein gewisses Unfall- und Verletzungsrisiko. (Bild: pixabay)

Man wird sie in Zukunft häufiger auf Radwegen und Straßen sehen; elektronische Tretroller, so genannte E-Scooter. Experten sehen in ihnen nicht nur das klimafreundliche Potenzial, sondern auch die Chance den Verkehrsstau in Städten zu mindern, denn gerade für kürzere Strecken sind die Roller ideal und können besonders dem ein oder anderen Berufspendler den Alltag erleichtern. Höchstens 20 Stundenkilometer dürfen die E-Scooter schnell sein, brauchen eine Betriebserlaubnis und müssen bestimmte technische Anforderungen erfüllen und Bremsen, Licht und Klingel haben. Ab 14 Jahren darf man einen E-Scooter auf dem Radweg – oder wenn dieser nicht vorhanden ist – auf der Straße rollen lassen. Eine Zulassung ist zwar nicht nötig, aber eine Versicherung ist verpflichtend. Eine Helmpflicht besteht jedoch nicht. Norman Wiele, Leiter der Notaufnahme der Helios Klinik Leisnig, sieht das auch kritisch.

So besser nicht: Zu zweit auf einem E-Scooter zu fahren ist unzulässig und birgt ein noch größeres Risiko für Unfälle und Verletzungen. Der Experte rät außerdem einen E-Tretroller besser nur mit einem Helm zu fahren. (Foto: pixabay)

Birgt das Fahren von elektrischen Tretrollern besondere Gefahren?
Man muss sich bewusst sein, dass die elektrischen Roller kein Spielzeug sind und bis zu 20 Kilometer die Stunde fahren können – das ist schon eine ziemliche Geschwindigkeit! Insofern ist es gut, dass die Roller zum Beispiel nicht auf dem Fußweg oder in Fußgängerzonen genutzt werden dürfen, um Zusammenstöße mit Fußgängern auszuschließen. Aber im Prinzip herrscht für E-Tretroller-Fahrer eine ganz ähnliche Verletzungsgefahr wie für Fahrradfahrer, bei denen wir häufig Kopf- und Arm-Handverletzungen wie Platzwunden und Frakturen feststellen müssen.
Allerdings kann ein Fahrrad allein durch seine Größe und Stabilität manche Zusammenstöße besser kompensieren als ein Tretroller. Außerdem haben die Roller verhältnismäßig kleine Räder, so dass die E-Scooter bei unebenen oder nassen Flächen recht instabil reagieren.

Gibt es bereits Zahlen, die das Verletzungsrisiko durch die Roller belegen?
 In Deutschland kenne ich noch keine aktuellen Untersuchungen. Aber in Amerika haben Mediziner zum Beispiel im Zeitraum eines Jahres 249 Fälle untersucht, die nach einem Unfall mit einem E-Scooter in die Notaufnahme kamen. 228 der Unfallopfer waren als Fahrer verunglückt, d.h. sie stürzten, kollidierten mit einem Gegenstand oder wurden angefahren.

Normane Wiele ist Unfallchirurg und leitet die Notaufnahme der Helios Klinik Leisnig. (Foto: Stefan Möslein)

21 Menschen wurden als Nicht-Fahrer verletzt, sprich sie wurden von einem E-Scooter angefahren, waren über einen abgestellten Roller gestolpert oder ähnliches. Die häufigsten Verletzungen waren dabei Kopfverletzungen mit etwa 40 Prozent, gefolgt von Knochenbrüchen, circa 32 Prozent, Prellungen, Stauchungen oder Platzwunden.
Für wirkliche Rückschlüsse bräuchte man hier genaue Vergleichszahlen mit anderen Verkehrsmitteln wie zum Beispiel Fahrrädern. Aber es zeigt trotzdem, dass das Risiko nicht zu unterschätzen ist.  

Kann man als Nutzer von E-Scootern bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden?
In erster Linie würde ich jedem, der einen E-Tretroller nutzt, dringend raten, einen Helm zu tragen. Das Gleiche gilt natürlich genauso für Radfahrer! Das Risiko für schwere Kopfverletzungen kann so bereits reduziert werden. Sicherlich kann man auch Handgelenksprotektoren ähnlich wie beim Inline-Skaten tragen. Letztlich denke ich aber auch, dass man das Fahren mit den E-Scootern üben sollte. Dazu gehört das richtige Bremsen und vor allem auch das schnelle Abspringen von dem Roller, falls es mal nötig sein sollte. Und wie für jeden Verkehrsteilnehmer gilt, sich auch als E-Rollerfahrer umsichtig und rücksichtsvoll im Verkehr zu bewegen.

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