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Helfende Hunde

Bodygard auf vier Pfoten

Helferhunde gibt es viele: Egal, ob sie nun Blinde führen oder für den Zoll Drogen aufspüren. Doch Maja hat einen besonderen Job.
Ein eingespieltes Team: Stefan Fuchs mit seinem Diabetikerwarnhund „Maja“. Foto: Julia Dietrich

Diabetikerwarnhund prangt am Geschirr von Labrador Maja. Sie ist speziell als Assistenzhund ausgebildet, erschnüffelt, wenn ihr Herrchen unterzuckert. Stefan Fuchs erkrankte im Alter von acht Jahren an Diabetes Typ 1. „Bis dies festgestellt war, erlebten wir eine Odyssee“, erinnert sich seine Mutter Sylke Fuchs. „Stefan lag 14 Tage wegen einer Virusinfektion flach. Danach verlor er immer mehr an Gewicht, hatte extremen Durst und musste ständig auf Toilette. Die Kinderärztin tippte auf eine Blasenentzündung, ging dem aber tiefer nach und stellte einen extrem erhöhten Blutzuckerwert von 32 fest [Anmerkung der Redaktion: Der Normalwert liegt nüchtern unter 5,6 Millimol pro Liter]. Sie schickte uns sofort ins Helios Vogtland-Klinikum.“

Stefan Fuchs, der kleine Bruder Martin, Hündin Maja und Dr. Simone Pötzsch Foto: Julia Dietrich

Seit acht Jahren kommt Familie Fuchs nun regelmäßig in die Kinderdiabetes-Sprechstunde von Chefärztin Simone Pötzsch. „Stefan hatte große Angst zu unterzuckern. Zudem äußerte er immer wieder den Wunsch nach einem Haustier. Deshalb kam die Familie auf die Idee mit dem Diabeteswarnhund.“ Leichter gesagt als getan. Derart speziell ausgebildete Tiere kosten viel Geld, die Krankenkasse übernimmt dies im Regelfall nicht. Familie Fuchs suchte nach Sponsoren. Und wurde fündig. Seit 2015 gehört Maja zur Familie. Der jetzt 18-jährige Stefan und die Warnhündin sind ein eingespieltes Team. Sie erkennt, wenn Stefans Blutzuckerspiegel sinkt: „Maja bellt, springt aufgeregt umher und bringt mir sofort die Tasche mit dem Messgerät und Traubenzucker.“ Bodyguard und Lebensretter in einem. 

Um das zu lernen, musste Maja in eine Hundeschule gehen. „Nicht jede Rasse ist für eine Diabetikerwarnhund-Ausbildung geeignet“, weiß die Kinderdiabetologin: „Der Hund muss in der Lage sein, eine Riechausbildung zu absolvieren. In dieser zeitaufwendigen Ausbildung lernt er zu erschnüffeln, wann ein Unterzucker beginnt. Labradore sind zudem perfekte Familienhunde. Maja ist nur Sensor für ihr Herrchen, bei anderen Diabetikern schlägt sie nicht an.“ 

Stefan absolviert gerade sein Abitur, was er danach macht, weiß er noch nicht genau. „Die technische Richtung interessiert mich.“ Das wichtigste für ihn: dass Maja an seiner Seite bleibt.

Früherkennung: In den Helios Kliniken Plauen, Freital und Pirna kann man Babys auf das Risiko später einen Typ 1-Diabetes zu entwickeln, untersucht werden. Das Klinikum nimmt an der Freder1k-Studie teil. Eltern können nach der Geburt entscheiden, ob ihr Neugeborenes getestet werden soll. Hierfür reichen zwei Tropfen Blut. Die Teilnahme an der Studie ist kostenfrei. Bisherige Zahlen belegen, etwa drei Prozent aller Neugeborenen haben Diabetes-Risiko-Gene.

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