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Neubau im Herzzentrum

3D im Hightech-OP

Seit knapp einem halben Jahr findet im brandneuen Hybrid-OP8 im Herzzentrum Leipzig die Medizin der Zukunft statt. In diesem Raum werden durch Kardiologen und Herzchirurgen Transkatheter-Aortenklappen, sogenannte TAVIs, implantiert und Mitra Clips zur Minderung der Mitralklappenschwäche des Herzens gesetzt.
OP-Leiterin Cindy Schröter (l.) und Projektleiter Stefan Ammon freuen sich über den neuen Hybrid-OP. Foto: Stefan Möslein

Neben dem geschulten Ärzte- und Pflegeteam sind hier, erklärt Projektleiter Stefan Ammon, „in hoher Dichte zahlreiche leistungsstarke medizintechnische Geräte installiert, die miteinander im Datenaustausch stehen“. Gesteuert über einen Touchscreen werden dem Operateur auf einem Großdisplay alle für die OP benötigten Informationen dargestellt. Alles wirkt ergonomisch und aufgeräumt, die Wände des OPs strahlen zart beige. Was im Jahr 1994 als Raum für eine Bettenwaschanlage begann, ist heute ein Hybrid-OP modernster Bauart, der „Maßstäbe setzt“, wie Medizintechniker Stefan Ammon die Investition sichtlich stolz beschreibt.

Flexibel für den Patienten

Das Herzstück des Hightech-OPs heißt „Azurion 7 C20 FlexMove“. Die Röntgenkatheter-Anlage von Philips ist, wie der Name sagt, flexibel in ihrer Positionierung im Raum. „Das ermöglicht eine effiziente Raumnutzung. Bei Bedarf könnte der Patient von allen Seiten geröntgt werden, das OP-Team problemlos arbeiten“, so Ammon weiter. Gemeinsam mit Sebastian Rensch, Technikleiter am Standort Leipzig, hat er die in nur 3,5 Monaten durchgeführten Erneuerung des Hybrid OP koordiniert und geleitet. „Die größte Herausforderung war die kurze Zeit“, betont Rensch, „alle Gewerke vom Trockenbau bis zur Installationstechnik mussten Hand in Hand zusammenarbeiten.“ Der Raum wurde unter Weiterbetrieb der benachbarten OPs völlig entkernt, Raumluft- und Betriebstechnik neuinstalliert sowie entsprechend neuester hygienischer Anforderungen ausgestattet. „Ein wahrer Kraftakt war die Montage der bodengestützten Schwerlastdecke für die moderne Röntgenkatheter -Anlage“, so Rensch. 

Die verschiedenen Bildinformationen können in einem Überwachungsraum zusammengeführt werden. Foto: Stefan Möslein

Technik auf hohem Anwender-Niveau

„Wir haben den Raum auf das hohe Know-how und die Bedürfnisse unserer Anwender angepasst“, erklärt Stefan Ammon. Seit Sommer 2017 gab es zahlreiche Vorgespräche mit Ärzten, Pflegebereich und Medizintechnik. Darauf folgte die Planungsphase und von Ende November bis Anfang März schließlich die Umsetzung.
Mit der frei im Raum positionierbaren Röntgenkatheter-Anlage, den vier deckengehangenen Versorgungseinheiten für die Medienversorgung der Geräte mit Strom, medizinischen Gasen und Netzwerk sowie der integrierten Medizintechnik gibt es zahlreiche technische Weiterentwicklungen. Das Besondere: Den Ärzten werden während des Eingriffes alle relevanten Informationen punktgenau auf dem Großdisplay dargestellt. Das betrifft die gleichzeitige Darstellung von 2D- und 3D-Röntgen- und Ultraschallbilder, die hämodynamischen- und Vitaldaten des Patienten ebenso wie die durch Bildfusion verschiedener bildgebender Verfahren erzeugten Bilder und die Darstellung von Herz-Modellen. Stefan Ammon: „Durch das Zusammenführen der verschiedenen Bildinformationen kann der Einsatz der schädlichen Röntgenstrahlung auf ein Minimum reduziert werden. Gleichzeitig verbessert sich die Bildgebung um ein Vielfaches.“

Im Hybrid-OP arbeiten Kardiologen und Herzchirurgen zusammen. Foto: Stefan Möslein

Medizin von morgen

OP8 ist so konzipiert, dass Entwicklungen der Zukunft problemlos eingebunden werden können. „Die Röntgenkatheteranlage mit ihrem frei beweglichen Arm ist offen für neue Verfahren“, lobt Professor Michael Borger, Direktor der Universitätsklinik für Herzchirurgie. „Dieses professionelle Umfeld aus neuester Technik und optimaler Umgebung entspricht unseren Ansprüchen an eine hochwertige Medizin von morgen.“ Ein weiterer positiver Effekt: Durch die Optimierung des OPs und der OP-Abläufe kann die Behandlung verkürzt werden, was den Patienten unter Narkose zugute kommt.

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