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Zeitreise

Demenz-Patienten reisen mit VR-Technologie in die Vergangenheit

Bei der Therapie von Demenz-Patienten spielt die Erinnerungsarbeit eine zentrale Rolle. Neben alten Fotos und Musik können Patienten des Helios Cäcilien-Hospital Hüls nun mithilfe einer Virtual-Reality-Technologie (VR) in die Vergangenheit reisen.
Eine Seniorin gelangt durch eine VR-Brille ins Krefeld der 1950er Jahre.

Das Projekt der Agentur Weltenweber lässt „Krefeld im Wirtschaftswunder“ wieder auferstehen. Durch eine VR-Brille können Senioren die Kreuzung Rheinstraße/Ostwall (Unter der Uhr), einen der bekanntesten Orte Krefelds, in den 1950er und 1960er Jahren in 3D erleben. Mit Hilfe von historischen Fotografien aus dem Stadtarchiv und persönliche Aufnahmen, die zahlreiche Krefelder beigesteuert haben, konnte die Straßenszene am Computer nach und nach wirklichkeitsgetreu umgesetzt werden. Im Laufe von mehreren Monaten ist  so eine virtuelle 360-Grad-Version der Kreuzung entstanden, die es Patienten ermöglicht, mit einer speziellen Brille in die Vergangenheit zu reisen. An Demenz Erkrankte erhalten durch die realitätsnahe Darstellung Anregungen beim Erinnern und Berichten aus ‚ihrer‘ Zeit.

„Virtuelle Welten zu erstellen ist unsere Leidenschaft. Wenn wir damit etwas Gutes tun können, ist es natürlich umso besser“, so Lukas Kuhlendahl, Mitbegründer und Projektmanager bei Weltenweber. Seine Projektpartnerin Beate Sucrow erklärt: „Als Game-Designer legen wir den Fokus weniger auf unterhaltende Formate, sondern auf die Entwicklung von Projekten mit gesellschaftlichem Mehrwert. Durch meinen familiären Hintergrund war das Thema Demenz aktuell und so entstand die Idee, etwas zu erschaffen, um diesen Menschen eine Brücke zu bauen.“ 

Erinnerungsarbeit mit modernen Mitteln
Wie wichtig die Erinnerungsarbeit mit Demenzpatienten ist, unterstreicht auch Dr. Caspers, Chefarzt der Klinik für Akutgeriatrie und Frührehabilitation: „Bei den meisten unserer Patienten ist vor allem das Kurzzeit- und das Arbeitsgedächtnis betroffen. Das Langzeitgedächtnis kann leichter stimuliert werden, gerade durch visuelle Reize. Deshalb arbeiten wir seit langem mit alten Fotoalben, Musik aus der Jugendzeit und historischen Filmen.“ Sich mit vertrauten Dingen zu umgeben, in Erinnerungen zu schwelgen, gibt Sicherheit. Demente Patienten werden ruhiger. Das gemeinsame Erinnern mit einer Bezugsperson der Station schafft Vertrauen für die weitere Therapie und kann eine Brücke in die Gegenwart bauen. Mit der VR-Brille hat die Geriatrie der Hülser Klinik nun ein weiteres, modernes Mittel zur Erinnerungsarbeit zur Hand. „Wir beginnen behutsam mit der Einführung dieser modernen Technologie – es eignet sich weniger für ängstliche Patienten, kann aber sicherlich dem ein oder anderen eine Freude bereiten“, erläutert Hannah Scheide, Stationsleitung der Memory-Station in Hüls.

Der Verein Gaming-Aid e.V. unterstützt das Projekt mit der dazu notwendigen VR-Hardware.

Foto: Weltenweber

 

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