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Schwerin

Wie neue Standards in der Chirurgie entstehen

Verletzungen des Brustkorbes zählen zu den häufigsten Folgen von Unfällen. Priv.-Doz. Dr. Stefan Schulz-Drost möchte mit einer Arbeitsgruppe neue Standards zur Behandlung erarbeiten. Das kann auch Patienten mit angeborenen Deformitäten helfen.
Über Trichterbrust, Kielbrust und Frakturen von Sternum und Rippen
Ein geschulter Blick auf Verletzungen und Deformitäten des Brustkorbs. Foto: Patrick Hoppe

Herr Dr. Schulz-Drost, neben der alltäglichen Arbeit legen Sie den Fokus auf Verletzungen und Deformationen des Brustkorbs. Warum?

Der Brustkorb ist ein zentraler Teil des menschlichen Körpers. Als lebenswichtige Funktionen seien hier Atmung und Kreislauf genannt, welche durch die Lungen, das Herz und die großen Gefäße aufrechterhalten werden. Die knöcherne Brustwand mit dem Sternum und den zwölf Rippenpaaren bildet einen wichtigen Schutzmantel der Organe. Gemeinsam mit dem Zwerchfell ist sie für die Atemmechanik zuständig. Ebenso fungiert sie als Halteplattform für unsere Arme und ermöglicht deren Funktion. Deshalb ist die Brustwand auch eine hochinteressante Region für Orthopäden und Unfallchirurgen. Es gibt viele Fragen, von der Indikation zur Operation über die Klassifizierung der Verletzungsmuster, die wir interdisziplinär angehen wollen.

Sie haben dafür eine Arbeitsgruppe gegründet?

Meine klinische Arbeitsgruppe möchte die Versorgung verletzter Patienten optimieren. Dazu bringen wir die Erfahrungen aus unserer Arbeit in nationale und internationale Expertengruppen ein, wie der AO Foundation oder der ChestWallInjury Society (CWIS), denen auch ich angehöre. Mit der AO Thorax Expertengruppe und der Orthopedic Trauma Association in den USA habe ich einen Vorschlag ausgearbeitet, welcher erstmals die verschiedenen Knochen und Regionen der Thoraxwand benennt und Frakturmuster definiert. Wir prüfen, ob dieser Vorschlag praktisch umsetzbar ist und definieren wichtige Standards. Diese sollen als Grundlage für internationale Behandlungsempfehlungen dienen.

Wie ist der aktuelle Stand?

Ich möchte das Projekt gerne heliosweit bekannt machen. Viele Verletzungen von Sternum und Rippen werden in ihrer Komplexität unterschätzt. Einige führen zu nachhaltigen Beschwerden wie chronischen Schmerzen oder bleibenden Deformierungen des Rumpfes. Ich würde mich sehr darüber freuen, für die Kolleginnen und Kollegen aus den andern Häusern als Ansprechpartner mit meinem jungen Team zur Verfügung zu stehen.

Priv.-Doz. Dr. Stefan Schulz-Drost ist Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Traumatologie der Helios Kliniken Schwerin. Dr. Schulz-Drost absolvierte nach seinem Abitur eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und studierte anschließend Humanmedizin in Erlangen. Vor seiner Tätigkeit in Schwerin war der Familienvater als Oberarzt verantwortlich für die BG-Unfallchirurgie im Unfallkrankenhaus Berlin.

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