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Wenn Körper und Seele aus dem Gleichgewicht geraten

Studien belegen, dass psychosomatische Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen zunehmen. Um Betroffenen zu helfen, hat das Helios Klinikum Uelzen eine eigene Station für Kinder- und Jugendpsychosomatik eröffnet.
Foto: PIXABAY © Pen_Ash

Atemnot, Herzrasen, Schwindel, Schlafstörungen, Kopf-, Bauchund Muskelschmerzen: Beschwerden wie diese lassen sich manchmal nicht allein durch körperliche Ursachen erklären. Vielmehr finden innere Anspannung, Belastungen, Konflikte und Gefühle wie Angst, Traurigkeit oder Wut einen körperlichen Ausdruck. Das multiprofessionelle Team der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychosomatik am Helios Klinikum Uelzen ist darauf spezialisiert, das Gleichgewicht von körperlichen und seelischen Faktoren zu beurteilen und den jungen Patienten zu helfen, es wiederherzustellen.

„Wir behandeln Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 17 Jahren, die aufgrund der Art, Schwere und Dauer ihrer psychosomatischen Erkrankung auf eine spezialisierte Behandlung angewiesen sind“, sagt Dr. Swen Geerken, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin. Das therapeutische Setting der Station gibt den Kindern nicht nur eine feste Tagesstruktur, sondern auch fördernde Angebote. Im Rahmen der stationären Behandlung kommen verschiedene Therapieverfahren wie die Einzel-, Eltern- und Familientherapie zum Einsatz. Gemeinsam mit den Ärzten, Fachtherapeuten, Sozialpädagogen und dem Pflegeteam erarbeiten die Kinder und Jugendlichen sogenannte Stufenpläne mit Zielen, die sie Schritt für Schritt erreichen wollen. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist die Klinikschule, die eng mit der jeweiligen Heimatschule der jungen Patienten kooperiert. Die Lehrkräfte erteilen sowohl Einzel- als auch Kleingruppenunterricht für alle Schulformen.

„Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen aus den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg eine wohnortnahe stationäre Behandlung zu ermöglichen“, sagt der Chefarzt. Die häuslichen Belastungsproben an den Wochenenden – „Auf in den Alltag“ – sind fester Bestandteil des Konzeptes. Die Kinder und Jugendlichen sollen so das neu erlernte in ihr häusliches Umfeld übertragen und gemeinsam mit ihren Eltern an wöchentlich vereinbarten Eltern-Kind-Zielen arbeiten. „Wir binden auch die Eltern eng in die Therapie mit ein. Außerdem kooperieren wir mit den niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten, Kinder- und Jugendpsychiatern und Kinder- und Jugendpsychotherapeuten“, sagt Dr. Swen Geerken.

Die häufigsten Ursachen für eine stationäre Behandlung
Kreativtherapeutische Angebote mit erlebnispädagogischen Anteilen wie Kunst-, Ergo- und Bewegungstherapie bilden einen festen Bestandteil des Behandlungskonzeptes. Foto: Sonja Mengering
  • psychische Verhaltensauffälligkeiten bei chronischen körperlichen und das Nervensystem betreffenden Erkrankungen 
  • anhaltende und/oder wiederkehrende körperliche Beschwerden nach Ausschluss organischer Erkrankungen
  • psychisch mitbedingte körperliche Funktionsstörungen (wie Atemnot, Herzrasen, Schwindel und Übelkeit)
  • psychosomatische Reaktionen auf Angsterkrankungen (zum Beispiel Schulangst bei Mobbing, Trennungsängste)
  • Störungen der Ausscheidungskontrolle

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