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Wenn die Hitze kommt

Die Prognosen für den Sommer reichen von Sauwetter bis zu noch größerer Hitze als im vergangenen Jahr. Richtig vorhersagen kann man das Wetter laut Experten sowieso nur für drei Tage. Sicher ist allerdings, dass es immer wieder extreme Ausschläge bei den Temperaturen geben wird. 

Kinderärztin Dr. Anna Pieper aus dem MVZ in den Helios Kliniken Schwerin erklärt, worauf Eltern während einer Hitzewelle achten müssen.

Gerade kleine Kinder haben noch kein Gefühl dafür, wann sie etwas trinken sollten. „Wenn der Durst kommt, ist es meistens schon sehr akut“, erklärt Dr. Pieper. Deshalb sollte ein regelmäßiger Rhythmus gefunden werden. „Säuglinge sollten allerdings nach Bedarf gestillt werden. Erst ab der Fütterung des dritten Breies ist eine Zufütterung weiterer Flüssigkeit notwendig. Im ersten Lebensjahr benötigen sie normalerweise rund einen halben Liter Flüssigkeit, das steigert sich bis zu einem Liter mit zehn Jahren. Bei großer Hitze sollten sie mindestens nochmal die Hälfte mehr trinken.“ Anzeichen von Flüssigkeitsmangel sind Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Abgeschlagenheit.

Wasser, Tee oder stark verdünnte Saftschorlen (ein Teil Saft zu drei Teilen Wasser) sind für Kleinkinder optimal, um die Verluste wieder aufzufüllen. „Auch wenn es bei der Hitze scheinbar gut tut, sollten die Getränke nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen. Das kann zu Bauchkrämpfen führen“, so die Kinderärztin.

Wenn die Kinder keinen großen Hunger haben, ist das erst einmal kein Anzeichen für eine Erkrankung oder Unwohlsein. Mit der Hitze fährt der Körper auch seine Aktivitäten herunter und benötigt weniger Energie. „Rohkost, Obst, Brote oder ein Joghurt – hier muss man Kleinkindern schon ein wenig vertrauen, was sie gerade benötigen und essen wollen.“ Hält die Appetitlosigkeit länger oder auch bei kühleren Temperaturen an, sollten die Ursachen abgeklärt werden.

Die Haut von Kindern ist noch besonders empfindlich. „Eincremen mit ausreichendem Sonnenschutz ist schon eine gute Maßnahme. Zusätzlich gibt es Kleidung mit speziellem UV-Schutz“, rät die Kinderärztin. Auch am Strand sollte möglichst lange, luftige Kleidung getragen werden. Aber: „Dem Kind darf es in der Kleidung nicht zu warm werden. Das kann auch bedeuten, lieber einen kühleren Ort als den Strand aufzusuchen.“ 

Patienten mit Vorerkrankungen wie Herzschwächen haben oft ebenfalls mit den hohen Temperaturen zu kämpfen. Prof. Alexander Staudt, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie in den Helios Kliniken Schwerin, gibt seinen Patientinnen und Patienten immer wieder Tipps, wie sich ein Tag in der Sonne aushalten lässt.

Für Herzpatienten gilt laut Prof. Staudt in der warmen Jahreszeit: „Wer Medikamente nimmt, spricht am besten mit seinem Kardiologen oder Hausarzt. In einigen Fällen ist eine Anpassung der Dosierung nötig.“ Blutdrucksenkende Mittel wirken manchmal stärker, was zu Kreislaufproblemen führen kann. Bei einigen Herzerkrankungen ist auch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr problematisch. Bei Patienten mit Herzschwäche ist die Balance zwischen durch die Hitze notwendiger vermehrter Flüssigkeitszufuhr und der Einlagerung von Wasser ein Problem. Hier hilft nur eine engmaschige Gewichtskontrolle.


Damit die zweite Kühlfunktion des Körpers – das Schwitzen – funktioniert, muss das Blut im Körper schneller durch die Hautgefäße gepumpt werden. Eine weitere Belastung für das Herz. „Deshalb ist es ratsam, sich so lange wie möglich in kühlen Räumlichkeiten aufzuhalten.“ Aktivitäten sollten, wenn möglich, in den frühen Morgenstunden geplant werden.


Bei großer Hitze sollte sportliche Betätigung, gerade für untrainierte oder vorbelastete Personen, reduziert werden. Dazu zählen auch Schwimmen oder Toben im See oder Meer. „Wer von kühlem Wasser umgeben ist, vergisst oft, dass der Körper gerade Höchstleistungen bringt. Das Atmen fällt bei sehr warmer Luft schwerer, außerdem ist gerade der Kopf gefährdet, wenn es um einen Sonnenstich geht.“ Prof Staudt rät: „Verausgaben Sie sich nicht und schwimmen Sie, vor allem alleine, nicht zu weit raus!“ Wer Schmerzen in der Brust verspürt, sollte sofort auf sich aufmerksam machen. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

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