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Welt-Multiple-Sklerose-Tag

„Unheilbar optimistisch“ trotz MS

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische, fortschreitende und immer noch unheilbare Erkrankung des Nervensystems. Der diesjährige Welt-MS-Tag, am 30. Mai, steht unter dem Motto „Unheilbar optimistisch“ und soll Betroffenen Mut machen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. 
Sabine Schiller hat einen neuen Weg gefunden und engagiert sich seit vier Jahren für MS-Kranke

Wie es gelingt, unheilbar optimistisch zu sein und die Kraft aufzubringen, sich für andere einzusetzen, zeigt die Geschichte von Sabine Schiller. Zuversichtlich und kämpferisch: So wirkt die 47-Jährige, obwohl sich ihr Leben seit der Diagnose MS grundlegend geändert hat. 
 
„Alles fing mit Sehstörungen an“
Zehn Jahre sind es her, als Sabine Schiller ihre Diagnose MS bekam. „Zum Arzt bin ich wegen plötzlicher Sehstörungen gegangen. Zahlen und Buchstaben erschienen mir plötzlich doppelt, was mich stark verunsicherte“,  berichtet die einstige Qualitätsmanagerin. Schon drei Jahre später kann sie ihren Job nicht mehr ausüben, leidet linksseitig unter Spastiken, hat Gleichgewichtsprobleme und Probleme beim Laufen und Sprechen.

„Ich gebe nicht auf!
Sabine Schiller lässt sich nicht unterkriegen und ihr Wunsch nach Austausch unter Gleichgesinnten wächst. Mit der Unterstützung des Landesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Brandenburg gründet sie 2014 die Selbsthilfegruppe „Flotte Bienen“. „Inzwischen zählen wir schon 40 Mitglieder und mussten die Gruppe bereits teilen – in die Flotten Bienen 1 und 2“, sagt sie stolz. „Mein jetziger Weg ist eben anders als früher und hat auch durchaus schöne Seiten. Entschleunigung und Achtsamkeit sind meine zwei Zauberwörter“, betont sie. Und dank ihrer Initiative und ihres Engagements wird im Januar 2015 das MS-Erzählcafé am Helios Klinikum Bad Saarow etabliert.

Arbeiten eng zusammen: Mitglieder der Storkower Selbsthilfegruppe „Flotte Bienen“ mit Leiterin Sabine Schiller (links) und Priv.-Doz. Dr. med. Konstantin Prass, Chefarzt der Klinik für Neurologie im HELIOS Klinikum Bad Saarow (rechts)

Mit dem Erzählcafé einen neuen Weg finden
„Wir wollen nicht an unserer MS-Erkrankung verzweifeln, sondern positiv mit ihr umgehen und einen neuen Weg finden. Mit dem Erzählcafé haben wir eine ungezwungene Form der Kontaktaufnahme ins Leben gerufen“, sagt Sabine Schiller. An jedem vierten Mittwoch im Monat können sich hier Interessierte und auch deren Angehörige mit anderen Betroffenen und Mitgliedern der Selbsthilfegruppe in einer entspannten Runde zusammenfinden, um sich bei einer Tasse Kaffee auszutauschen.
„Dabei ist die Zusammenarbeit mit dem Klinikum großartig. In regelmäßigen Abständen organisieren wir gemeinsam mit den Experten des Klinikums Vorträge“, fügt sie hinzu.

„Wir unterstützen die Selbsthilfegruppe gerne, denn sie kann einen enormen Beitrag in der Krankheitsbewältigung leisten. Leider ist Multiple Sklerose bisher noch nicht heilbar, jedoch stehen uns mittlerweile mehrere Optionen zur Behandlung zur Verfügung. Unser Ziel ist, die Krankheitsaktivität zu stoppen oder zumindest das Fortschreiten zu verlangsamen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Konstantin Prass, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Helios Klinikum Bad Saarow.

MS Erzählcafé


An jedem vierten Mittwoch im Monat

um 15.30 Uhr

im Besprechungsraum der Neurologie (Haus K, 1. OG)

Kurze Informationen zur MS
  • Man nennt die Multiple Sklerose auch die „Krankheit mit den tausend Gesichtern“. Kaum eine Erkrankung ist so vielschichtig wie die MS. Sie beginnt meist im frühen Erwachsenenalter, zeigt sich in einer Vielzahl von Symptomen bei jedem Betroffenen anders und verläuft meist in Schüben.
  • Die Ursache der MS ist noch nicht geklärt. Während einzelne Faktoren alleine vermutlich nicht die Erkrankung auslösen, scheinen mehrere Bedingungen zusammentreffen zu müssen, um die MS zu verursachen. Leider ist das genaue Zusammenspiel dieser Faktoren bislang nicht hinreichend bekannt.
  • Schätzungen zufolge leben weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen mit MS, davon in Deutschland mehr als 200.000. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Die Erkrankung wird in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt.

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