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Patientin der ersten Stunde

„Den Ärzten der ENDO-Klinik habe ich 40 Jahre meines Lebens zu verdanken.“
Sie hat wieder Spaß am Leben: Patientin Hilde Fliegel. Foto: Sven Brügmann

Hilde Fliegel sitzt in ihrem Sessel. Ihr Oberkörper wippt vor und zurück: „Sehen Sie!“ Mit Schwung drückt sie sich nach vorne, stemmt sich auf die Hand, die den Stock hält, mit der anderen stützt sie sich auf die Stuhlkante und steht auf.“ Die 82-Jährige strahlt. „Jeden Tag klappt es besser“, sagt sie. „Das Gehen fällt mir ebenfalls von Tag zu Tag leichter. Bald brauche ich auch den Stock nicht mehr.“

Erst vor fünf Monaten hat Hilde Fliegel eine Prothese, die das Knie- und Hüftgelenk ersetzt, in der ENDO-Klinik erhalten. Dies ist eine der kompliziertesten Operationen, die es gibt, um das Bein zu erhalten. Die Operation war wieder einmal erfolgreich. Nicht immer konnte Hilde Fliegel nach einer OP so optimistisch in die Zukunft blicken. Hinter der 82-Jährigen liegt ein langer Leidensweg, ihre Seele hat Schaden genommen und das Vertrauen in die Ärzte ist ihr beinahe verloren gegangen. Es war Prof. Hans Wilhelm Buchholz, der ihr damals vor 40 Jahren erst das Vertrauen und dann ein Leben ohne Bewegungseinschränkungen zurückgab. Sonst hätte Hilde Fliegel ihr Leben wohl in einem Rollstuhl verbringen müssen.

Hilde Fliegel erinnert sich genau wie 1973 alles begann. Die junge Frau leidet an einer angeborenen Hüftdysplasie im rechten Hüftgelenk. „Schmerzen, ich hatte immer Schmerzen in der Hüfte. Mit Ende 30 waren die so stark, dass ich es kaum aushalten konnte“, so Hilde Fliegel. Die damals 39-Jährige wird von ihrem Orthopäden an Prof. B. überwiesen. Er ist Chefarzt der Barmbeker Klinik und schlägt einen Eingriff zunächst an der rechten, dann an der linken Hüfte vor, und, so rekapituliert die Patientin den ärztlichen Vortrag, nach ein paar Monaten sollte alles in Ordnung sein.

Das Ergebnis ist verheerend und die starken Hüftschmerzen bleiben und werden sogar noch viel schlimmer. In einem Brief wendet sich die junge Frau an die Patienteninitiative der Barmbeker Klinik. Dort schreibt sie von „schlimmen Schmerzen nach der Operation“ und einer „schweren Wundinfektion mit hohem Fieber“. Der Schnitt, so steht es in der Anklageschrift, sei nicht diagonal sondern quer ausgeführt worden, der Gesäßmuskel nicht zusammengenäht, so dass der Halt bei jedem Schritt fehlte. Das eingesetzte Hüftgelenk sei zu groß, das rechte Bein nun knapp drei Zentimeter länger. Sie hat Tag und Nacht Schmerzen. Bei etlichen Medizinern fragt die geplagte Patientin vergeblich an, kein Arzt ist zu einer Nachoperation bereit. „Ich war so verzweifelt, dass ich oft am Straßenrand stand und vor ein Auto springen wollte“, sagt die gelernte Buchhalterin mit Tränen in den Augen.

Prof. B. war schon im Ruhestand als 1984 herauskam, dass er zahlreiche Patienten schwer geschädigt und zum Teil in den Rollstuhl operiert hatte. Scharenweise mussten damals Patienten wie Hilde Fliegel in der renommierten ENDO-Klinik nachbehandelt werden.

Nach einem Schmerz-Martyrium von 18 Monaten sitzt endlich auch Hilde Fliegel im Sprechzimmer von Prof. Buchholz. „Er blickte nur kurz auf mein Röntgenbild und erklärte mir, dass ich nichts weiter zu sagen bräuchte.“ Kurze Zeit später liegt Hilde Fliegel auf seinem OP-Tisch. Knochenarbeit für die begnadeten Chirurgen. Prof. Buchholz und Dr. Arndt Siegel implantieren ihr eine passgenaue Hüftprothese und korrigieren den Behandlungsfehler. Die Patientin bleibt drei Monate im Krankenhaus, sechs Wochen davon im Spreizgips. „Auf dem Weg nach Hause hätte ich alle Menschen umarmen können, so glücklich war ich“, erinnert sich die 82-Jährige.

Die junge Frau findet nun wieder Spaß am Leben. Nur kurze Zeit später fängt sie in ihrem gelernten Beruf als Buchhalterin in Hamburg an. Sie kann wieder mit ihrer Familie reisen und engagiert sich in ihrem Landfrauenverein.

Erst 1984 wird sie wieder eine Klinik von innen sehen: Hilde Fliegel braucht links ein künstliches Hüftgelenk. Während die Pfanne im Herbst 2008 ausgewechselt werden muss, hält der Schaft bis heute. „Das ist eben echte Wertarbeit, die hier in der ENDO-Klinik geleistet wird“, so Hilde Fliegel. Nach einem Sturz auf die Hüfte hat sich die Hüftprothese rechts gelockert und muss im selben Jahr ausgetauscht werden. Danach geht es zur Reha nach Wintermoor, die die damals 75-Jährige in „sehr schöner Erinnerung behält“.

Zum 40-jährigen Jubiläum der ENDO-Klinik möchte es sich Hilde Fliegel natürlich nicht nehmen lassen, ebenfalls zum runden Jubiläum zu gratulieren. „Ich habe große Qualen durchlitten und beinahe die Hoffnung auf ein Leben ohne Schmerzen aufgegeben. Erst die Ärzte der ENDO-Klinik, die mir geholfen haben, haben mir wieder Hoffnung gegeben“, sagt die gebürtige Schlesierin und lächelt.

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