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Weniger Risiken

Operation am schlagenden Herzen

Operationen am Herzen gehören in der Klinik für Kardiovaskularchirurgie (Herzchirurgie) des HELIOS Klinikums Siegburg zum Alltag. Eine neues Verfahren reduziert die Risiken für die Patienten.
Am Bildschirm identifiziert Dr. Thomas Felderhoff anhand des Herzkatheterfilms vor jeder Operation die Herzkranzgefäße, die einen Bypass benötigen.FOTO: HELIOS Klinikum Siegburg

Rund 450 Behandlungen jährlich sind reine Bypass-Operationen, eine Methode zur Behandlung verengter oder verschlossener Blutgefäße. Um betroffenen Patienten die bestmögliche Behandlung bieten zu können, hat die Klinik ihre Operationstechniken weiter angepasst: Bereits jetzt werden bei einer Vielzahl von Patienten Bypass-Operationen mittels körpereigener Arterien und am schlagenden Herzen ohne den Einsatz einer Herz-/Lungenmaschine durchgeführt.

Einsatz körpereigener Venen und Arterien

Wird das Herz aufgrund verengter oder verschlossener Blutgefäße (Herzkranzgefäße) nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, gerät die Blutversorgung für den gesamten Körper ins Stocken. Eine Bypass-Operation kann hier helfen. Bei dieser werden körpereigene Venen oder Arterien genutzt, um die betroffenen Herzkranzgefäße zu überbrücken und die ausreichende Blutversorgung des Herzmuskels wiederherzustellen.

Dr. Thomas Felderhoff, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiovaskularchirurgie (Herzchirurgie) am HELIOS Klinikum Siegburg sieht die Vorteile in der Verwendung körpereigener Arterien als Bypassgefäße: „Seit mehreren Jahren geht der Trend in der Chirurgie verengter Herzkranzgefäße zur arteriellen Bypassversorgung. Arterien zeichnen sich gegenüber körpereigenen Venen durch eine höhere Offenheitsrate und verbesserte Langzeitergebnisse aus. Wir streben daher bereits seit vielen Jahren wenn möglich die vollständige arterielle Bypassversorgung an.“

Risiko eines Schlaganfalls wird reduziert

Bei der arteriellen Bypassversorgung werden beide Brustwandarterien zum Teil vollständig entnommen und so verbunden, dass sie die Versorgung der Herzkranzgefäße übernehmen können. Die Methode ersetzt – wie bei der Verwendung körpereigener Venen der Fall - die Implantation eines oder mehrerer Bypasses in die aufsteigende Brustschlagader (Aorta). Dies erweist sich gerade bei einer verkalkten Aorta als vorteilhaft, da eine Manipulation des Gefäßes zum Ablösen von Kalkpartikeln führen kann. Die Folge kann ein potentieller Schlaganfall sein.

Bypass-Operationen erfolgen in der Regel unter Einsatz einer Herz-/Lungenmaschine am stillgelegten Herzen. Auch hier kommt es jedoch durch die notwendige Kanülierung sowie Klemmung der Aorta zu einer Manipulation des Gefäßes. „Für uns war es fast eine logische Konsequenz, bei einer arteriellen Bypassversorgung ohne Verbindung zur Aorta auch jegliche weitere Manipulation dieses Gefäßes zu vermeiden und somit auch vermehrt auf die Herz-/Lungenmaschine zu verzichten“, so Dr. Thomas Felderhoff weiter.

Herz schlägt während der OP normal weiter

Vor rund sechs Monaten wurde in Siegburg ein Programm zur Bypasschirugie am schlagenden Herzen initiiert, das sogenannte OPCAB-Verfahren. Bei dieser Operationsmethode kann das Herz während der gesamten Operation normal schlagen und seine Funktion als Motor des Kreislaufs beibehalten. „Zwar wird die Methode in Deutschland nur in etwa 15 Prozent der Fälle angewandt. Unsere Erfahrungen mit dieser Methode sind jedoch ausnehmend gut und unser Ziel ist es, das Verfahren zukünftig einem breiten Patientengut anzubieten.“

Die Operation am schlagenden Herzen wird auch für ältere Patienten und Patienten mit erheblichen Begleiterkrankungen als besonders schonend angesehen. Denn beim Einsatz der Herz-/Lungenmaschine kann es durch den Kontakt des Blutes mit Fremdoberflächen in den Schläuchen zu einer generalisierten Entzündungsreaktion kommen, die zu einer Verschlechterung von Organfunktionen wie Niere, Lunge und Leber führen kann. Dieses Risiko wird hier gebannt.

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