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Inverse Schulterprothese

Neues Operationsverfahren rettet Armbeweglichkeit

Christa Gücker litt seit Jahren unter starken Schmerzen in der Schulter und konnte ihren Arm kaum noch heben. In der HELIOS Klinik Bad Berleburg konnte ihr mit dem Einsetzen einer inversen Schulterprothese geholfen werden.
Endlich keine Schmerzen mehr: Christa Gücker bedankt sich bei Dr. Peter Riess.FOTO: Antje Gröpl

Chefarzt Dr. Peter Riess, Unfallchirurg und Orthopäde an der HELIOS Klinik Bad Berleburg, konnte ihr mit dem Einsetzen einer inversen Schulterprothese helfen. Der Grund für Christa Gückers Schmerzen war, dass der 79-Jährigen mehrere Sehnen und Muskeln im Schultergelenk gerissen waren. Als Folge verrutschte ihr Oberarmknochen und das tut weh.

Weder Medikamente noch kleine Eingriffe halfen

Christa Gücker halfen weder Medikamente noch kleinere operative Eingriffe, so dass die Schmerzen schließlich erneut heftiger wurden. Christa Gückers letzte Hoffnung war die HELIOS Klinik Bad Berleburg: „Ich wurde dort erst gründlich untersucht und am Ende empfahl mir Dr. Riess die Schulterprothese.“ Am Anfang sei sie skeptisch gewesen, so Gücker, doch dann entschied sie sich für die Operation. „Eine Prothese ist für eine Frau in Christa Gückers Alter eine der wenigen Möglichkeiten, die Beweglichkeit des Arms wiederherzustellen“, weiß Dr. Riess.

Ende Oktober wurde ihr die Schulterprothese aus Titan eingesetzt: „Die Prothese ist invers, also entgegengesetzt zum natürlichen Körperbau“, erklärt Dr. Riess. „Das hat mechanische Gründe.“ Der Oberarmkopf sitzt normalerweise in der Schulterpfanne. Dort wird er durch eine Haube aus Muskeln und Sehen, der Rotatorenmanschette, gehalten. Ist die Rotatorenmanschette verschlissen, kann sie den Oberarmkopf nicht mehr in der Gelenkpfanne halten; er rutscht heraus und der Betroffene hat Schmerzen und kann den Arm nicht mehr anheben.

Verfahren vor allem für ätere Patienten geeignet.

Da eine zerstörte Rotatorenmanschette nicht repariert werden kann, muss der Chirurg einen anderen Weg finden, damit die Schulter wieder beweglich wird. Und der sieht so aus: Die Gelenkfläche der Prothese wird an das Schulterblatt angeschraubt und zwar dort, wo normalerweise die Gelenkpfanne sitzt. Auf den verschlissenen Oberarmkopf wird dann die Prothesenpfanne gesetzt, die die Rundung umschließt und so bewegt werden kann. Man kann sich das in etwa vorstellen, wie bei einem Playmobil-Männchen – auch dabei wird der Arm mit einer runden Mulde auf einen Gelenkkopf an der Schulter aufgedrückt. Der Patient merkt bei der Bewegung keinen Unterschied. In Frage kommt das Operationsverfahren vor allem für Patienten, die 70 Jahre oder älter sind.

Für Christa Gücker war es die richtige Entscheidung: „Ich hoffe, dass sich mehr Menschen trauen diese OP machen zu lassen. Sie verschafft Linderung und macht mich wieder selbstständiger. Das finde ich wunderbar.“

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