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Traditionelle Chinesische Medizin

Nadelstiche für die Gesundheit

Was in der chinesischen Medizin schon seit Jahrhunderten angewandt wird, erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit: Akupunktur. Feine Nadeln regen die Lebensenergie, das Qi, im Körper an. Auch am Helios Hanseklinikum Stralsund zeigen sich sehr gute Erfolge mit der Technik.
Dr. Rilong Huang (Mitte) lehrte den Mitarbeitern des Hanseklinikums die Akupunkturtechnik. Foto: Helios Hanseklinikum Stralsund

Wer in der Schulmedizin an Nadeln denkt, hat wahrscheinlich einen Piks beim Blutabnehmen oder Impfen im Kopf. Im Reich der Mitte haben Nadeln eine viel weitreichendere Bedeutung. Sie sind Symbol und Instrument der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wirken anregend statt schmerzhaft. Wie Humanmedizin in Deutschland ist TCM in China ein eigenes, höchst angesehenes Studienfach.

Fünf Säulen

Die TCM besteht aus fünf Säulen: Akupunktur, Diätetik, Arzneimitteltherapie, Qi Gong/Tai Qi und Massagetechniken. Die Behandlungsansätze unterscheiden sich in der Krankheitstheorie grundlegend von denen der westlichen Medizin. Das Qi gilt in der TCM als Lebensenergie, welche über Meridiane (Leitbahnen) durch den Körper fliest. Die Gesundheit des Menschen ist somit von einem harmonischen/ausgewogenen Qi abhängig. Wird der Energiefluss gestört, so kann es nach Annahme der TCM zu Disharmonien, Blockaden und damit Erkrankungen kommen. Die Akupunktur regt über Stimulation mit Hilfe feiner Nadeln die auf den Meridianen liegenden Akupunkturpunkte an und reguliert so den Energiefluss des Körpers.

Ohrakupunktur in der Schmerztherapie. Foto: Helios Hanseklinikum Stralsund

Im Helios Hanseklinikum Stralsund setzen die Mitarbeiter schon seit einigen Jahren Akupunktur erfolgreich bei Patienten mit psychischen Leiden und/oder chronischen Schmerzen ein. Sie dient auch zur Behandlung von Angst- und Anspannungszuständen, Suchterkrankungen, affektiven Störungen wie zum Beispiel Depression und einer Reihe von weiteren psychosomatischen Störungen. „Akupunkturtechniken beeinflussen die Schmerzwahrnehmung günstig, was wiederum den Einsatz von Schmerzmedikamenten beachtlich verringern kann“, erklärt Dr. Martin Reinhold, Leiter der Schmerztherapie am Hanseklinikum. „In der Schmerztherapie wenden wir Akupunktur nach dem Nada-Protokoll unter Verwendung von Ohrakupunktur an. Das Angebot von verschiedenen chinesischen Behandlungsmethoden wie der Akupressur, Akupunktur, Tai Chi, Qi Gong und Schröpfen wird stetig weiter ausgebaut.“ Denn das Angebot macht sich bezahlt, wie der Mediziner verdeutlicht: „Die verschiedenen Verfahren sind bei den Patienten mit guten bis sehr guten Behandlungsergebnissen verbunden und werden sehr gut im Gesamtbehandlungskonzept der Schmerztherapie angenommen.“

Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut

Doch um den therapeutischen Effekt zu erzielen, braucht es fundierte Kenntnisse. Daher war Dr. Rilong Huang, renommierter Dozent an der Anhui University of TCM im chinesischen Hefei, vor zwei Jahren im Klinikum zu Gast. Dr. Huang gab über zehn Tage hinweg Einblicke in die Grundinhalte der TCM, der Geschichte der Akupunktur und Behandlungsmethoden. Zehn Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen (Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte) nahmen an dem Seminar teil. Um das in China praktizierte Gesamtkonzept der TCM und die Arbeitsweise genauer kennenzulernen, reiste ein Teil der Kollegen 2018 sogar nach Hefei in der Volksrepublik China (PRC). Während des Besuches konnten die zuvor gewonnen Kenntnisse vertieft und in der Anwendung bei den in der Klinik behandelten Patienten nochmals begleitend geübt werden.

Der Einsatz von Akupunktur am Klinikum ist auf die Zusammenarbeit mit dem Stralsunder Konfuzius-Institut zurückzuführen. Der ehemalige Rektor der Stralsunder Hochschule, Prof. Falk Höhn, hat dieses seit 2016 aufgebaut und fördert seitdem mit großem Engagement den gegenseitigen Wissenstransfer mit Hefei (PRC) hinsichtlich TCM und westlicher Medizin.

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