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Kaffee-Mythen: Was ist wirklich dran?

Chefarzt aus dem Helios Klinikum Meiningen klärt auf, was beim Kaffee-Konsum beachtet werden sollte.
Lange Zeit galt Kaffee als Flüssigkeitsräuber – dieses Gerücht ist mittlerweile widerlegt.

Als Wachmacher, Ritual oder zum Genuss - für viele gehört die tägliche Tasse Kaffee einfach dazu. Rund 160 Liter des koffeinhaltigen Heißgetränks verbraucht jeder Deutsche im Schnitt jährlich. Lange Zeit galt das beliebte Getränk als ungesund. Mehr noch, es hieß, Kaffeetrinken verkürze das Leben. Inzwischen gilt diese These als überholt. Doch was ist dran an den verschiedenen Mythen rund um die kleine braune Bohne? Priv.-Doz. Dr. Michael Hocke, Ärztlicher Direktor und Chefarzt im Helios Klinikum Meiningen, klärt auf.

MYTHOS NUMMER 1: KAFFEE RAUBT DEM KÖRPER FLÜSSIGKEIT

Stimmt nicht. Das im Kaffee enthaltene Koffein hat einen geringen harntreibenden Effekt. Bei einem moderaten Genuss von vier Tassen pro Tag gleicht das der Köper wieder aus – allerdings nur, wenn ansonsten auch genug getrunken wird. In der täglichen Flüssigkeitsbilanz kann Kaffee also getrost mitgezählt werden.

MYTHOS NUMMER 2: KAFFEE MACHT SÜCHTIG

Stimmt nicht. Auch wenn Kaffee für viele aus dem Alltag nicht wegzudenken ist, ein echtes Suchtmittel ist Koffein nicht. Denn dann würde es wie andere Drogen im Gehirn das Belohnungssystem ansprechen und die Nervenzellen würden infolgedessen vermehrt den Botenstoff Dopamin ausschütten. Dieser sorgt für das Hochgefühl. All das passiert beim Genuss von Koffein nicht. Dennoch gibt es Studien, die zeigen, dass einige Menschen beim Verzicht auf Kaffee vorrübergehende entzugsähnliche Symptome beschreiben. Hierzu zählen beispielsweise Kopfschmerzen oder Müdigkeit.

MYTHOS NUMMER 3: KAFFEE FÖRDERT SODBRENNEN

Stimmt teilweise. Kaffee wirkt auf Magen und Darm. Während er bei einigen die Verdauung anregt, schlägt er anderen auf den Magen. Dies hängt mit den Bitterstoffen im Kaffee zusammen. Sie greifen die Magenschleimhaut an und können bei empfindlichen Menschen zu Magenschmerzen führen. Die Kaffeeart, Röstung und Zubereitung machen Kaffee mehr oder weniger gut bekömmlich. Espresso etwa gilt als recht gut verträglich.

MYTHOS NUMMER 4: KAFFEE HILFT BEI DER FETTVERBRENNUNG

Stimmt teilweise. Das Koffein im Kaffee befördert Fettsäuren aus dem Depotfett in den Blutkreislauf. Bei diesem Prozess verbrennt der Körper noch kein Fett, er spaltet es lediglich auf. Erst durch Sport beginnen die Pfunde zu purzeln. Der Kaffee kann beim Abnehmen also unterstützen, reicht allein jedoch nicht aus.

MYTHOS NUMMER 5: KAFFEE MACHT NERVÖS

Stimmt. Das Koffein regt den Sympathikus, also einen Teil unseres vegetativen Nervensystems, an. Aktivieren wir durch den Kaffeegenuss den Sympathikus, versetzen wir unseren Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft. Es werden mehr Stresshormone gebildet und ausgeschüttet. Vor allem in hohen Dosen kann Kaffee gereizt oder nervös machen. Ab wann dies geschieht, variiert jedoch von Mensch zu Mensch.

MYTHOS NUMMER 6: KAFFEE FÖRDERT OSTEOPOROSE

Stimmt nicht. Koffein greift die Knochen nicht an. Zu schaffen macht den Knochen eine Kombination aus Phosphat, Zucker und Koffein. Diese Zusammensetzung findet sich besonders in Cola oder einigen Energydrinks.

MYTHOS NUMMER 7: KAFFEE WIRKT GEGEN KOPFSCHMERZEN

Koffein gilt als mildes Schmerzmittel. Leichte bis mittelschwere Spannungskopfschmerzen können mit einer Tasse Kaffee oder Espresso gelindert werden. Über das Blut gelangt das Koffein ins Gehirn, erweitert dort verengte Gefäße und sorgt so für eine bessere Durchblutung. Und dies kann zur Linderung von Kopfschmerzen beitragen.

Priv.-Doz. Dr. Michael Hocke klärt über Mythen rund um das beliebte Heißgetränk auf.

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