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Besuch in Berlin-Schönefeld

Hoch hinaus: Vom Zentral-OP in den Flughafentower

Im Rahmen unserer Reihe „Der Blick von außen“ besuchten wir im Mai gemeinsam mit dem Fluglotsen Roman Glöckner von der Deutschen Flugsicherung den Zentral-OP im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Jetzt waren wir im Tower in Berlin-Schönefeld zu Gast.
Behalten immer den Überblick: Bei gutem Wetter reicht die Sicht aus den großen Fenstern des Tower vom Fernsehturm am Alexanderplatz bis zum Tropical Island in Brandenburg.

Unser Besuch beginnt – ähnlich wie im OP – mit dem Gang durch eine Schleuse. Hier sind es nicht die Keime, die draußen bleiben sollen, sondern alle Gegenstände oder Stoffe, die die Sicherheit am Flughafen gefährden könnten. Roman Glöckner nimmt uns zunächst mit auf eine Rundfahrt über das neue Flughafengelände, vorbei an den neuen eleganten Gebäuden, die alle wie im Dornröschenschlaf auf die Eröffnung warten. Nur im neuen Tower herrscht schon reger Betrieb. Schon 2012 sind die Fluglotsen hierher umgezogen und lenken von hier die Geschicke auf dem alten Flughafen Berlin-Schönefeld.

28 Towerlotsen und 15 Vorfeldkontrolleure sorgen hier täglich für die Sicherheit im Flugverkehr. Wenn die Kollegen aus dem Tower in Tegel eines Tages dazukommen, wächst das Team auf rund 70 Mitarbeiter an. Bevor es in das Allerheiligste geht, inspizieren wir die unteren Büroetagen des Kontrollturmes. Pausenräume, eine Küche, Ruheräume und sogar einen gut ausgestatteten Fitnessraum gibt es hier. Sabine Schmieglitz und Herbert Full sind beeindruckt. Auch Supervisor Roman Glöckner weiß seinen Arbeitsplatz zu schätzen. „Es ist aber auch wichtig, dass wir nach der hochkonzentrierten und oft stressigen Arbeit zwischendurch regenerieren können“, macht er deutlich. Dass derzeit alles sehr weitläufig und geräumig wirkt, ist Absicht: Einige Sitzungssäle sind so geplant, dass sie später bei einer Erweiterung des Flughafens für die Vorfeldlotsen umgebaut werden könnten.

Der Flughafentower in Berlin-Schönefeld: 28 Towerlotsen und 15 Vorfeldkontrolleure sorgen hier täglich für die Sicherheit im Flugverkehr.

Drei verschiedene „Lotsentypen“ sorgen für die Sicherheit im Flugverkehr

Towerlotsen sind am Flughafen für alle Starts und Landungen zuständig und kontrollieren den Luftraum bis zu einer Höhe von 2.500 Fuß, das sind zirka 800 Meter. Ist das Flugzeug am Boden gelandet und nähert sich dem Flughafenvorfeld, übernehmen die Vorfeldlotsen oder Vorfeldkontrolleure. Sie lotsen das Flugzeug dann über das Rollfeld in seine Parkposition am Flughafen. Hat das Flugzeug nach dem Start die Flughöhe von 800 Metern überschritten, endet die Zuständigkeit der Towerlotsen wie Roman Glöckner und die sogenannten Radar- oder Centerlotsen übernehmen. Sie sitzen nicht direkt am Flughafen, sondern in einer der vier deutschen Radarzentralen: Im Fall des Berliner Luftraumes sind das die Lotsen im Center Bremen.

Jetzt geht es hoch in den eigentlichen Tower. Die Aussicht ist überwältigend – bei gutem Wetter reicht die Sicht vom Fernsehturm am Alexanderplatz bis zum Tropical Island weit in Brandenburg. „Wir sind hier zusätzlich für den gesamten Sichtflugverkehr über dem Berliner Stadtgebiet zuständig“, erklärt Roman Glöckner. Jeder Privatpilot, jeder Rettungshubschrauber wird von hier aus überwacht.

Auf verschiedenen Monitoren können die Fluglotsen die Bewegungen aller Flugzeuge und Hubschrauber über dem Berliner Stadtgebiet verfolgen.

Sicherheit ist oberstes Gebot

Ähnlich wie Ärzte und Pfleger im Krankenhaus müssen Fluglotsen ihre Fähigkeiten regelmäßig trainieren – zum Beispiel mit Sicherheitsübungen am Simulator. Wo im Tower die Fenster sind, befinden sich dann Projektionsflächen, auf denen verschiedene Szenarien wie ein Triebwerksbrand, ein nicht ausgefahrenes Fahrgestell oder sogar der Fall einer Flugzeugentführung geübt werden. „Diese Übungen sind ganz wichtig“, findet auch Sabine Schmieglitz. „Im Ernstfall ist dann zwar alles noch einmal ganz anders, aber man bekommt doch ein Gefühl für eine solche Situation und kann dann auf das Geübte zurückgreifen.“

Einmal im Jahr gibt es bei den Fluglotsen zudem noch einen Theoriecheck und die sogenannte „Beobachtung am Arbeitsplatz“. Ein Kollege schaut den Fluglotsen dann für zwei Stunden über die Schulter, ob alles wie vorgeschrieben klappt. Nur wenn diese beiden Tests bestanden sind, wird die staatliche Lizenz der Fluglotsen verlängert.

Sabine Schmieglitz und Herbert Full sind nach der Führung beeindruckt. „Das ist schon ein extrem schöner Arbeitsplatz“, findet die OP-Managerin. „Aber es ist schon gut, dass jeder von uns an seinem Platz ist und das tut, was er am besten kann.“

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