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Simulationszentrum

Geburtshilfeteam trainiert den Notfall

Wenn es ernst wird, zählt jeder Handgriff. Um für den Notfall bestmöglich gerüstet zu sein, trainiert das Schkeuditzer Team der Geburtshilfe im Simulationszentrum der Helios Klinik Erfurt.
Simulation erfolgreich absolviert – Baby und Mutter wären wohlauf.

„Manchmal kommt es vor, dass komplizierte Lagen oder schlechte kindliche Herztöne während der Geburt kritisch für das Baby werden können. Dann ist schnelle Hilfe gefragt“, sagt Kristin Rammel, Leitende Hebamme in der Helios Klinik Schkeuditz. Ein eingespieltes Team ist in solchen Notsituationen unbezahlbar. Um bestmöglich gerüstet zu sein, absolvierten die Kollegen der Geburtshilfe ein Simulationstraining. Die Teams, jeweils zwei Hebammen und zwei Gynäkologen, konnten so unter nahezu realistischen Bedingungen das interdisziplinäre Zusammenspiel im Notfall proben.

Kristin Rammel berichtet:

„Wichtig ist vor allem eine gute Kommunikation im Team. Wir haben immer wieder geprüft, ob alle die Anweisungen richtig verstanden haben und die nächsten Handlungsschritte ausgesprochen. Auf Abkürzungen haben wir dabei verzichtet, um Verständnisfehler zu minimieren. Das andere Teammitglied hat entsprechend wiederholt: ‚Habe ich richtig verstanden, dass jetzt das Medikament in dieser Menge verabreicht wird?‘."

Warum das Training so wichtig ist

Das Training ist wichtig, weil sich Teams verändern. Nicht immer kann man auf ein langjährig eingespieltes Team zurückgreifen. Da sie sich auch aus Mitgliedern mit verschiedenen Sprachhintergründen zusammensetzen, ist ein eindeutiges Verständnis unerlässlich. „Es ist ebenfalls wichtig, die passenden Worte für die Frau zu finden, die gerade ihr Kind bekommt. Mit ihr sollte klar und eindeutig in verständlicher Form gesprochen werden, ohne bei ihr Angst und Unsicherheit zu erzeugen“, so Rammel.

Wie läuft ein solches Training ab?

Simuliert werden Situationen, in denen man beispielsweise eine echte Medikamentenabgabe vornimmt. Man spricht mit der Puppe, kann ihren Puls messen, sie vaginal untersuchen und eine Geburt simulieren. Eine Kamera filmt, und das Trainerteam kann die Situation durch herbeigeführte Komplikationen zusätzlich verschärfen. Die anderen Trainingsteilnehmer sind live dabei: Sie beobachten per Videoübertragung die Simulation vom Nachbarraum aus. Im Anschluss wird ausgewertet. Die Teilnehmer können rückmelden, wie sie sich gefühlt haben, wo sie unsicher waren. Das Trainerteam wertet das Vorgehen bei der Lösung der Notsituation aus, das Beobachterteam die Performance. So erkennen die Kollegen die eigenen Stärken und Schwächen und bekommen Tipps, was sie künftig besser machen können.

Pflicht oder Kür?

„Das Üben von Notfällen ist Pflicht“, sagt Kristin Rammel. So ist keine Frage, dass auch Teams anderer Klinikstandorte das Simulationszentrum in Erfurt nutzen können.

Vor Ort in der Helios Klinik Schkeuditz werden im Notfall zusätzlich Anästhesisten und der Kinderarzt zu den Gynäkologen und Hebammen hinzugezogen. Um immer auf dem aktuellsten Stand zu sein und die Abläufe parat zu haben, gibt es auch im eigenen Haus regelmäßige Trainings wie beispielsweise das Reanimationstraining für Neugeborene.

Summa summarum

Kristin Rammel resümiert: „Das Training ist ein Muss, weil es gleichzeitig das Team stärkt. Alle Beteiligten lernen die Regeln, nach denen zu handeln ist. Und es verdeutlicht, wie essentiell die richtige Kommunikation ist.“ Als Bereichsleiterin ist es besonders interessant zu erkennen, wer wo am besten wie eingesetzt werden kann. „Nicht jeder ist für alles geeignet. Das ist ganz normal. Andere geeignete Mitarbeiter könnten aber sonst übersehen werden. Durch das Training werden sie identifiziert. So ist eine effektive Aufgabenverteilung möglich.“ Mit Simulationstrainings werden die Kolleginnen und Kollegen sicherer und können zielgenauer handeln, wenn eine Notsituation eintreten sollte.

Mit drei Kreißsälen und über 600 Geburten im Jahr hat sich in der Helios Klinik Schkeuditz eine moderne und individuelle, auf die Frau abgestimmte, Geburtshilfe etabliert. Die drei Kreißsäle mit Feng-Shui-Elementen sind für verschiedene Gebärpositionen geeignet. Ausschlaggebend für die Wahl der Geburtsmethode und -position ist in erster Linie der Wunsch der werdenden Mutter. Unsere Hebammen und Ärzte respektieren selbstverständlich diesen Wunsch, sofern keine medizinische Notwendigkeit für eine Veränderung besteht.

Weitere Informationen unter www.helios-gesundheit.de/schkeuditz/geburtshilfe

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