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Dachau erweitert diagnostisches Angebot

Eine lohnende Kooperation

Unter der Leitung von Prof. Peter Bartenstein, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin der LMU München, erhalten Krebspatienten seit September nun Zugang zu neuen Diagnoseverfahren und Therapien.



Die Nuklearmedizin ergänzt seit September die diagnostischen Möglichkeiten am HELIOS Amper-Klinikum Dachau. Patienten können ab sofort, im Rahmen einer Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin der LMU München unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Bartenstein, direkt im Dachauer Klinikum untersucht werden. Damit erweitert das Klinikum das Portfolio seines zertifizierten Cancer Centers. Denn unter dem Dach des Cancer Centers Dachau steht der Krebspatient in allen Phasen seiner Erkrankung – von der Diagnose, über die Therapie bis zur Nachsorge – im Mittelpunkt.

Vor allem in der Diagnostik und Therapie der Krebspatienten sieht Prof. Horst-Günter Rau, Ärztlicher Direktor und Leiter des Cancer Centers Dachau großes Potenzial. Denn: „Die moderne Krebstherapie ist ohne die Verfahren der Nuklearmedizin kaum denkbar“, begrüßt Rau die zukünftige Zusammenarbeit. Zur Diagnosestellung werden Patienten des Klinikum ab sofort direkt in den Klinik-Räumlichkeiten der neuen Nuklearmedizin untersucht und müssen nicht mehr außer Haus geschickt werden. Zudem erhalten Krebspatienten durch die Kooperation Zugang zu ausgedehnten diagnostischen Verfahren und Therapiemöglichkeiten in der Klinik für Nuklearmedizin am Campus Großhadern.  

Das klassische Verfahren der Nuklearmedizin ist die Szintigrafie. Die Aufnahmen, die dabei entstehen, geben Informationen über gesunde und krankhafte Körperfunktionen anders als Röntgenbilder, die die Struktur von Knochen oder Organen darstellen. Dazu bekommt der Patient vor seiner Untersuchung radioaktiv markierte Substanzen in die Vene gespritzt, sogenannte Radiopharmaka. Je nach chemischer und biologischer Beschaffenheit lagern sich die Stoffe in bestimmten Organen oder Geweben an. Zur Krebsdiagnose verwenden die Ärzte beispielsweise ein Radiopharmakon, das sich in Tumorzellen stärker anreichert als in gesunden Zellen. "So können wir die Krebserkrankung und besonders auch die Ausdehnung von Tumoren im Körper feststellen“, erklärt Prof. Rau. Bei Krebspatienten sehen die Ärzte anhand eines Skelett-Szintigramms beispielsweise, ob auch die Knochen vom Krebs befallen sind. "Mit Hilfe der Nuklearmedizin werden sämtliche Knochen mit nur einer Untersuchung erfasst", erklärt Prof. Bartenstein. Bevorzugt eingesetzt wird dieses Verfahren, um den Knochenbefall bei Brust- oder Prostatakrebs zu prüfen.

„Von der nuklearmedizinischen Untersuchung selbst merkt ein Patient in der Regel nur die Punktion seiner Vene, die vergleichbar mit einer Blutentnahme ist“, so Bartenstein. Bedenken wegen der Strahlenbelastung kann der erfahrene Nuklearmediziner entkräften. Die eingesetzten radioaktiven Substanzen haben eine sehr kurze Halbwertszeit und werden rasch wieder über die Niere ausgeschieden. Die Strahlenbelastung sei in den meisten Fällen sogar geringer als bei einer CT-Untersuchung.

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