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Drei Fragen zum Diabetischen Fußsyndrom

Drei Fragen an Dr. Thomas Köhler, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und dortiger Leiter der Abteilung Fußchirurgie in den Helios Kliniken Schwerin, zum Thema Diabetischer Fuß:

Fünfzehn Prozent aller Diabetiker haben Probleme mit der Durchblutung Ihrer Beine und Füße. Dadurch sinkt ihr Schmerzempfinden dort stark ab. Kleine Wunden oder Druckstellen können deshalb zu offenen Wunden führen, die von den Betroffenen anfangs gar nicht bemerkt werden. Dr. Thomas Köhler, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und dortiger Leiter der Abteilung Fußchirurgie, beantwortet uns drei Fragen zum Thema Diabetischer Fuß.

Was versteht man unter einem diabetischen Fuß überhaupt?
Dr. Köhler: Wer unter Diabetes leidet, kann in einigen Fällen auch eine Schädigung der Nerven davontragen. Gerade in den Beinen und an den Füßen kann dies schwerwiegende Folgen haben. Die Betroffenen merken zum Beispiel nicht, wenn sie sich den Zeh anhauen. Schon eine leichte Schürfwunde kann so wochenlang offenbleiben und zu schweren Infektionen führen.

Was sollten Diabetiker also beachten?
Dr. Köhler: Lassen Sie vom Arzt testen, ob Sie zu den Betroffenen zählen könnten. Falls dem so ist, sollten sie regelmäßig Ihre Füße nach Wunden und Druckstellen untersuchen. Haben Sie den Eindruck, diese verbessern sich nicht nach ein paar Tagen, gehen Sie damit zum Arzt. Die Fußpflege ist auch sehr wichtig. Nach dem Duschen nicht vergessen, die Füße abzutrocknen. Tragen Sie Salben nicht zu dick auf, so dass keine feuchten Stellen zwischen den Zehen bleiben.

Wie kommt es, dass bei einigen Diabetikern die Wunden so lange unerkannt bleiben, bis es zu spät ist?
Dr. Köhler: Sie haben sicher schon einmal von Phantomgliedmaßen gehört. Jemand, dem ein Bein amputiert wurde, hat den Eindruck, dieses auch nach der Entfernung noch spüren zu können. In der Wahrnehmung scheint also der Körper nicht nur aus dem zu bestehen, was tatsächlich vorhanden ist, sondern was wir als Körper wahrnehmen (sogenannte Leibesinseln). Bei dem diabetischen Fußsyndrom tritt der umgekehrte Fall in Kraft: Die unteren Extremitäten werden nicht mehr als zum Körper dazugehörig wahrgenommen, die Wunden sind ein „Problem des Arztes und nicht meins.“

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