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Helmstedt

Chronische Wunden gehören in Expertenhände

Rolf Sube ist Mitte 20 als Ärzte infolge einer Tiefenvenenthrombose Diabetes vom Typ 1 diagnostizieren. Doch ein Diabetes kommt selten allein und Geschwüre an den Beinen entstehen. Der 83-Jährige sucht die Wundambulanz der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt auf.
Für eine Wunde am Knöchel kommt Rolf Sube regelmäßig zu Christine Just in die Wundambulanz der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt. Foto: Isabell Adam

Heilt eine Wunde nicht normal ab und tritt nach acht Wochen keine Besserung auf, sprechen Mediziner von einer chronischen Wunde. „Betroffene sollten dann frühzeitig einen Spezialisten aufsuchen, um Ursachen abzuklären und rechtzeitig eine Therapie zu beginnen“, sagt Olivier Böhm, Chefarzt der Klinik für endovaskuläre und vaskuläre Gefäßchirurgie.

In der Helmstedter Wundambulanz kümmert sich Christine Just um Rolf Sube. „Ich beginne jede Therapie mit einem ausführlichen Aufnahmegespräch, in dem ich alle wundrelevanten Punkte mit dem Patienten bespreche“, erklärt die Wundexpertin. Anschließend erfolgt eine intensive und detaillierte Inspektion. Christine Just: „Bei Herrn Sube habe ich schließlich Wundbeläge entfernt, die für eine Heilung hinderlich wären.“

Bei einem Diabetes ist die Heilung sehr langwierig, insbesondere wenn es sich um eine größere Wunde handelt. Rolf Sube soll deswegen eine Hauttransplantation bekommen. Dies setzt einen Wundgrund mit guter Durchblutung voraus. Doch bei dem 83-Jährigen besteht eine Durchblutungsstörung, die den Heilungsprozess deutlich behindern würde. Olivier Böhm setzt also zunächst in einem Kathetereingriff eine Gefäßstütze ein, die das verstopfte Gefäß offen hält und so für eine gute Durchblutung sorgt. Anschließend erfolgte die Hauttransplantation.

„Diabetiker leiden häufig an einer Nervenschädigung. Auch Herr Sube hat in den Füßen kein Schmerzempfinden mehr. Wunden entstehen somit oft unbemerkt“, weiß der Gefäßchirurg. „Es reicht ein Steinchen im Schuh, eine zu starke Belastung oder bloßes Anstoßen und die Haut geht wieder auf“, erzählt Rolf Sube. „Dann gehe ich wieder in die Wundambulanz, dort bin ich in guten Händen.“

35 Wundexperten

nach ICW (Initiative Chronische Wunde) – und solche, die sich noch in Ausbildung befinden – sind in der Helios Region Nord für unsere Patienten im Einsatz. An allen Standorten sorgen sie für die sachgerechte Behandlung chronischer und Problemwunden. Wundexperten nach ICW absolvieren eine 72-stündige Zusatzqualifikation, die zur fachgerechten Versorgung chronischer Wunden sowie zur Umsetzung präventiver Maßnahmen befähigt. Die Zusatzqualifikation muss jährlich über die Teilnahme an Fortbildungen aktualisiert werden.

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