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Gesunder Schulstart

Alles rund um Ranzen, Pausenbrot, Schreibtisch und Co.

Die Sommerferien neigen sich dem Ende, viele Familien feiern die Einschulung ihrer Sprösslinge und für die Schulkinder beginnt wieder der „Ernst des Lebens“. Nachfolgend geben Ärzte des Helios Klinikums Gifhorn Tipps für einen gesunden Schulanfang.
Schonend für die kindliche Wirbelsäule und gut sichtbar im Straßenverkehr sind wichtige Kriterien für den ersten Schulranzen. Foto: Helios

Der erste Schulranzen ist der ganze Stolz der Erstklässler. Wichtig ist aber vor allem, dass er die kindliche Wirbelsäule schont und im Straßenverkehr gut sichtbar ist. Worauf zu achten ist, erläutert Prof. Dr. Dietmar Urbach, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie: „Die Knochenstruktur junger Schulkinder ist weicher als die von Erwachsenen. Schwere Schulranzen führen beim Tragen zu Fehlhaltungen und können Rückenbeschwerden verursachen. Zwar ist die Belastungsgrenze für jedes Kind individuell, als Faustregel gilt aber, dass Kinder nicht mehr als 10 bis 15 Prozent ihres Körpergewichts tragen sollten.“ Neben dem Gewicht ist zudem der richtige Sitz des Ranzens entscheidend. „Die seitlichen Tragegurte sollten breit und weich sein, Bewegungsfreiheit bieten, nicht einengen und den Druck großflächig auf den ganzen Rücken verteilen. Die nötige Stabilität für den kindlichen Rücken bietet ein anatomisch geformter Auflagebereich mit weichen Polsterungen“, erklärt der Orthopäde weiter. „Ein Schulranzen nach der DIN 58124 ist kein Muss, bringt aber Gewissheit, dass der Schulranzen auch Sicherheitskriterien bezüglich Erkennbarkeit im Straßenverkehr erfüllt.“

Gemüse in mundgerechte Häppchen portioniert schmeckt gleich viel besser. Foto: Helios

Aktivität in den Alltag von Schulkindern bringen
Schüler verbringen den Großteil ihres Tages im Sitzen. Doch ohne ausgleichende Bewegung entwickeln schon Kinder Rückenprobleme und Haltungsschäden. Ab der Einschulung wird die Muskulatur fast ausschließlich statisch belastet: Nicht nur im Unterricht und bei den Hausaufgaben ist Stillsitzen angesagt. Auch ihre Freizeit verbringen immer mehr Kinder sitzend – vor dem Fernseher, dem Computer oder der Spielekonsole.
Dr. Sabine Povoden, Chefärztin der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, rät daher, Rückenprobleme bei Schulkindern durch Kräftigung der Muskulatur vorzubeugen: „Die Muskulatur kann nur durch Bewegung gestärkt werden. Bewegte Schulpausen mit Fußball und Fangspiele sowie ausreichend körperliche Aktivität im Alltag sind dafür entscheidend. Statt Fahrstuhl oder Rolltreppe sollten Kinder die Treppe nutzen. Eltern sollten ihre Kinder nicht mit dem Auto in die Schule oder zu Terminen fahren. Es ist besser, wenn der Nachwuchs vertretbare Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt.“

Für die Pausen: Kleingeschnittenes ist beliebter
„Das Frühstück ist eine besonders wichtige Mahlzeit. Es beeinflusst die Leistungsbereitschaft am Vormittag und trägt zur Nährstoffversorgung bei“, sagt Dr. Michael Liebetrau, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie. Eine zentrale Rolle für die Leistungsfähigkeit spielt dabei der Blutzuckerspiegel, das heißt die Konzentration von Glucose – also Traubenzucker – im Blut. Gehirn und Nervenzellen gewinnen ihre Energie aus der Verwertung von Glucose. Daher ist ein ausgeglichener Blutzuckerspiegel von Bedeutung für die Konzentrationsfähigkeit. Das Pausenbrot bietet eine wichtige Grundlage, um ausreichend Energie für den Alltag zu tanken. Dr. Liebetrau empfiehlt: „Es muss nicht immer der Wurstbelag sein. Käse, Frischkäse und selbstgemachte Brotaufstriche sind leckere Alternativen. Oft reicht es schon, wenn Gemüse, Käse und Brot in kleinen Häppchen zum Snacken einladen. Denn geschält und nett portioniert schmecken Obst und Gemüse gleich viel besser.“

Zurück zum gesunden Schlafrhythmus
Für viele Kinder bedeutet das neue Schuljahr, ihren Schlafrhythmus vom späten Zubettgehen und lange Ausschlafen in den Ferien nun wieder vollständig umzustellen, um ausgeruht und konzentriert in den Unterricht zu starten. „Auch bei Kindern treten Schlafstörungen auf; die Schlafdauer der Kinder ist zudem altersabhängig“, erklärt Dr. Suhail Mutlak, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik. „So benötigen beispielsweise sechsjährige Kinder mehr Schlaf (9-13 Stunden) als Jugendliche im Alter von 13-16 Jahren (8-10 Stunden).“ Einschlafstörungen treten z.B. durch die Nutzung moderner Medien wie Smartphone, Tablet, etc. auf, genau wie durch laute Musik. Damit Schüler morgens gut aus dem Bett kommen, ist es wichtig, dass sie abends gut einschlafen. „Deshalb sollten diese Medien oder auch das Fernsehen am Abend vermieden werden. Zudem können regelmäßige körperliche Bewegung tagsüber oder auch gepflegte Bettrituale wie das Vorlesen schöner Gute Nacht-Geschichten zu einem guten und entspannten Schlaf beitragen“, sagt Dr. Mutlak. Zuviel Aktivität vor Bildschirmen sowie übermäßiger Konsum von stark zuckerhaltigen Getränken oder Energy-Drinks gelten oft als Auslöser nächtlicher Unruhe.

Der Schreibtisch muss „mitwachsen“
Wenn Schüler über den Hausaufgaben sitzen, profitieren sie von einem ergonomischen Arbeitsplatz. Das heißt beim Erledigen der Hausaufgaben sollten Kinder ergonomisch richtig sitzen. Prof. Dr. Dietmar Urbach erklärt, was das bedeutet: „Beide Füße sollten flach auf dem Boden stehen und Hüfte sowie Knie um 90 Grad gebeugt sein, sodass die Oberschenkel eine waagerechte und die Unterschenkel eine senkrechte Linie bilden. Bei aufrechter Körperhaltung sollten die Oberarme senkrecht neben dem Körper liegen und die Ellbogen etwa im 90-Grad-Winkel gebeugt sein, sodass die Unterarme waagerecht auf der Tischplatte aufliegen.“ Damit der neue Schreibtisch möglichst lange genutzt werden kann, sollte er vor allem höhenverstellbar sein. Dann kann er an die jeweilige Körpergröße des Kindes angepasst werden. „Sitzen Kinder nämlich nicht richtig, stellen sich schnell Rückenschmerzen, Muskelverspannungen und Kopfschmerzen ein“, weiß der erfahrene Orthopäde. Zudem sollte die Höhe des Schreibtisches regelmäßig an die aktuelle Körpergröße des Kindes angepasst werden.

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