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Wissenswertes rund um Pollenallergien

Was Heuschnupfen mit Ihrem Feierabendbier zu tun hat

Hatschi! – Die Augen tränen, die Nase läuft, der Niesreiz wird immer lästiger und zuletzt fällt sogar das Atmen schwer. Wie Sie sich gegen Pollenallergien wappnen – und was Sie bestimmt noch nicht darüber wussten – erklären Experten aus der Helios Region Niedersachsen.

Nach einem außerordentlich warmen April grünt und blüht es bei schönstem Sonnenschein überall in Niedersachsen. Das bedeutet Sonnenbaden, Fahrradfahren und „Angrillen“ für die einen – tränende Augen, eine laufende Nase und Niesattacken für die anderen. Nicht gerade aufmunternd ist es da, dass sich der Pollenflug keineswegs nur auf die warme Jahreszeit beschränkt. Im Gegenzug haben unsere Experten aber eine Menge Tipps und Tricks für Sie, wie Sie ab sofort besser durch die Heuschnupfenzeit kommen.

1. Warum Heuschnupfen auch im Winter keine Pause macht.

„Heuschnupfen ist nicht gleich Heuschnupfen. Außerdem ist dieser nicht nur mit einer Allergie gegen Heu und Gräser gleichzusetzen“, erläutert Dr. Hans-Christian Duve, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik III (Pneumologie) am Helios Klinikum Gifhorn. „Mediziner sprechen von einer Allergischen Rhinitis, wenn die Nasenschleimhaut eine Entzündung aufweist, die allergisch bedingt ist. Pollen sind hierfür nur einer von vielen möglichen Auslösern. Menschen, die eine Hausstauballergie haben oder in ihrem beruflichen Alltag bestimmten Allergenen ausgesetzt sind, leiden darunter natürlich über das gesamte Jahr hinweg. Aber auch die Flugzeiten mancher Pollenarten, wie etwa der Erle und der Hasel, starten schon im Januar; andere Pollen wie von Gräsern und Brennnessel können sogar noch im November fliegen.“

2. Wie Ihre Sonnenbrille Sie nicht nur vor UV-Strahlung schützt.

„Im Alltag helfen Augentropfen, Nasensprays oder auch Antihistaminika in Form von Tabletten, die die Wirkung des Histamins, dem Botenstoff bei allergischen Reaktionen, hemmen. Zusätzlich gibt es aber auch viele kleine Maßnahmen, die Ihre Symptome deutlich lindern können“, sagt Dr. Thomas Wege, Chefarzt für Innere Medizin und Pneumologie in den Helios Kliniken Mittelweser und empfiehlt: „Entkleiden Sie sich abends nicht im Schlafzimmer und waschen Sie Ihre Haare noch vor dem Zubettgehen, um einen möglichst pollenfreien Schlaf genießen zu können. Lüften Sie nur stoßweise, dafür umso ausgiebiger nach Regenschauern. Versuchen Sie außerdem, ausgiebige Spaziergänge auf Tage mit niedriger Pollenkonzentration zu legen. Wenn Sie draußen unterwegs sind, ist es ratsam, eine Sonnenbrille zu tragen. Diese hält neben Pollen auch Wind und grelles Licht von Ihren ohnehin schon gereizten Augen fern und kann so Ihre Symptome lindern.“

3. Warum Sport trotz Allergien und Asthma erlaubt ist.

„Manche Allergiepatienten entwickeln mit der Zeit ein allergisches Asthma, was die typischen Heuschnupfensymptome um Husten und Luftnot erweitern kann. Asthmapatienten benötigen unbedingt bestimmte zusätzliche Medikamente und sollten zudem mit ihrem Arzt abstimmen, wie und wann sie Sport treiben dürfen“, erklärt Dr. Michael Hamm, Ärztlicher Leiter der Helios Lungenklinik Diekholzen. „Allgemein gilt aber, dass sportliche Betätigung gerade für Allergiker besonders wichtig ist: Wer eine gute Kondition hat, ist insgesamt körperlich besser belastbar. Verlegen Sie ihr Sportprogramm zu Pollenspitzenzeiten ins Fitnessstudio und Hallen oder im Freien in die frühen Morgen- und späten Abendstunden, wenn die Pollenbelastung nicht ganz so hoch ist.“

4. Was Alkohol mit Ihrer Pollenallergie zu tun hat.

„Wenn Sie unter Heuschnupfen und Allergien leiden, haben Sie vielleicht schon einmal erlebt, dass sich Ihre Symptome scheinbar zufällig verschlechtert haben, als Sie ein Glas Wein oder Bier getrunken haben. Die Getränke enthalten Histamin und lösen damit dieselben typischen Beschwerden wie Schnupfen und Niesen aus. Wenn Sie ohnehin von Heuschnupfen geplagt sind, verstärkt der Alkohol die Symptome damit zusätzlich“, erläutert Dr. Michael Liebetrau, Chefarzt Innere Medizin der Helios Klinik Wittingen und Chefarzt Medizinische Klinik II und Klinik für Geriatrie im Helios Klinikum Gifhorn. „Wer also einen sonnigen und pollenreichen Frühlingstag im Biergarten ausklingen lassen will,  sollte das idealerweise mit nichtalkoholischen Getränken wie Wasser und Saftschorlen tun. Diese füllen Ihren Flüssigkeitshaushalt, gerade bei den noch ungewohnt warmen Temperaturen, auch am besten auf.“

5. Wie Apps vor Heuschnupfen-Symptomen schützen können.

„Inzwischen bieten zahlreiche Anbieter verschiedene Apps an, um den Pollenflug stets im Blick behalten zu können. Dies kann helfen, den Alltag, sportliche Betätigung und Aufenthalte an der frischen Luft besser zu planen“, erklärt Prof. Dr. med. Michael Tronnier, Chefarzt Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Helios Klinikum Hildesheim. „Ob in digitaler oder analoger Form – ich empfehle Allergikern in jedem Fall, einen Pollenflugkalender zu Rate zu ziehen, den manche Apotheken kostenlos ausgeben und der auch im Internet zu finden ist. Hier können Sie einsehen, wie hoch die Pollenbelastung im Jahresverlauf ist. Hilfreich ist beispielsweise auch der Pollenflug-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes, der die tagesaktuellen Pollenbelastungen in den verschiedenen Regionen Deutschlands für verschiedene Pollenarten zeigt.“

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